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Training mit dem Langstock... eine nicht ganz leichte Entscheidung von Markus Georg

Dies richtet sich an Euch alle, die ihr überlegt, ob ihr zum "weißen Stock" greifen solltet.

Tja, es war für mich auch ein kniffliger Schritt zu dem O+M Training. Man meint ja immer, es ginge auch noch so. Aber irgendwann kommt der Punkt, wenn man ehrlich zu sich ist, der erkennen lässt, dass man es braucht.

Stell´ Dir zum Beispiel mal folgende Fragen:

  • Gehst Du abends nicht mehr weg oder weniger als sonst, NUR weil es dunkel ist?
  • Kollidierst Du unfreiwillig in Geschäften oder an belebten Plätzen mit Pasanten, stolperst über Blumenkübel, Kinder und Hunde und rennst in Poller?
  • Gehst Du längere Wege bzw. Umwege nur um bestimmte Stellen bei Dunkelheit zu meiden?
  • Siehst Du mit Schrecken der Jahreszeit entgegen, wo die Tage immer kürzer werden?
  • ...usw.

Die Liste lässt sich noch fortsetzen, aber ich denke Du weißt, was ich meine.

Im Nachhinein war das genau der richtige Zeitpunkt für mich. Es stärkt das Selbstbewusstsein und Du machst eine Menge positiver Erfahrungen.

Am Anfang braucht man etwas Mut und Überwindung, aber man bereut es nicht, sondern ist richtig stolz auf sich. Na gut, in fremder Umgebung fällt das Lernen wohl noch einfacher, weil einen niemand kennt. Es ist dann noch etwas schwieriger, das Gelernte auch zu Hause anzuwenden (auch wenn die Nachbarn komisch gucken). Es ist ja auch schon paradox, dass man tagsüber fast ganz normal sieht (bzw. man auf den ersten Blick die Einschränkung nicht erkennen kann) und die selbe Person nur ein paar Stunden später mit dem Blindenstock unterwegs ist. Aber das ist einfach nun mal so. Hier hilft nur Aufklärung!

Ich persönlich nutze den Stock auch nicht täglich. Tagsüber eigentlich nie, nur in grossen Menschenmassen und fremder Umgebung. Aber abends / nachts nutze ich den Stock auch teilweise zu Hause (besonders, wenn die Müllabfuhr geht und die Tonnen auf dem Gehweg stehen).

Nur Mut!
Markus

Mobi-Training: Wo und wie?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Mobilitätstraining zu absolvieren. Ihr könnt Euch z.B. an einen selbstständigen Trainer in Eurer Gegend wenden. Eine Liste findet Ihr beim Berufsverband der Rehabilitationslehrer -/innen für Orientierung und Mobilität für Blinde und Sehbehinderte e. V. (externes Angebot).

Das Institut zur Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS e. V.) in Hamburg bietet auch spezielles Training für junge RP-Betroffene an, welches nicht am Wohnort stattfindet. Infos anfordern unter info@iris-hamburg.org.

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Zuletzt geändert am Mo, 2010-11-01 18:24

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