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Berichte aus der Regionalgruppe Hannover

Bericht vom Regionalgruppentreffen 2011

von Peter Ellinger

Am 19. März 2011 fand im Central-Hotel Kaiserhof, Hannover, unsere Regionalversammlung statt. Anwesend waren 25 stimmberechtigte Mitglieder und einige Angehörige bzw. Gäste.

Die bisherige Regionalgruppenleiterin Edeltraut Schrader erläuterte, dass sie die Leitung aus privaten Gründen nicht fortsetzen wolle, aber weiterhin als RP-Beraterin ansprechbar bliebe. Die Anwesenden dankten dem bisherigen Leitungsteam für die geleistete hervorragende Arbeit.

Zur Wahl eines neuen Leitungsteams stellten sich folgende Mitglieder vor:

  • Ute Pfannschmidt als Regionalgruppenleiterin,
  • Manfred Bressel als ihr Stellvertreter,
  • Sabine Schulz für die Organisation des Stammtischs,
  • Ramona Jacobs als MD-Beraterin und
  • Peter Ellinger für den Bereich EDV.

In der (zuvor beschlossenen) Gruppenwahl wurde das genannte Team mit 24 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.

Zu aktuellen Themen konnten uns zwei Referenten über den Stand ihrer Arbeit berichten.

Michael Sekulla, Delegierter aus Wolfsburg, stellte den Anwesenden die derzeitigen Strukturen und Aufgabenverteilungen innerhalb der PRO RETINA Deutschland vor. Darüber hinaus informierte er über Erfahrungen und unsere Rechte gegenüber Krankenversicherungen.

Manfred Jaklin, Geschäftsführer der IPD Hannover und selbst erblindet, stellte aktuelle technische Hilfsmittel vor, die seine renommierte Firma anbietet, Mit seinen Erfahrungen und Beratungsmöglichkeiten als Jurist knüpfte er nahtlos an die zuvor erörterte Bewilligungspraxis der Krankenversicherungen an.

Der organisatorische Ablauf des Tages seitens des Hotels sowie die Qualität der Bewirtung ließ leider wieder einmal in jeder Beziehung zu wünschen übrig und stieß bei praktisch allen Teilnehmern auf Kritik. Wir sehen uns daher gezwungen, zumindest für diese Art der Veranstaltung einen neuen Rahmen zu suchen.

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Bericht von der Autofahraktion 2011

von Peter Ellinger

Am 9. April 2011 fand auf dem Gelände der Spedition Zufall in Göttingen eine vom Göttinger Treff unter der Leitung von Matthias Schmid großartig organisierte Veranstaltung statt, bei der Blinde und Sehbehinderte selbst Auto und sogar Bus fahren konnten.

Etwa 50 Teilnehmer (u.a. Mitglieder der PRO RETINA) hatten Gelegenheit, unter der Anleitung eines Fahrlehrers Gas zu geben, genau wie jeder andere, der seine erste Fahrstunde absolviert.

Der einzige Unterschied war wohl, dass uns unser Lehrer häufiger und manchmal eindringlicher als bei anderen Fahrschülern zum Beachten der Linkskurve auffordern musste. Es ging nämlich im Linksparcours um das Speditionsgebäude herum, vielleicht 300 Meter längs und 100 Meter quer. Auf der Geraden war dann reichlich Gelegenheit, das Gaspedal mal durchzutreten - einige scheuten sich nicht, mit etwa 90 Sachen da langzubrettern.

Besonderen Spaß hat auch das Busfahren gemacht, teilweise mit reichlich Passagieren hintendrin, eben uns anderen, die wir noch auf unseren "Auftritt" warteten. Manchmal waren zwei Autos und ein Bus gleichzeitig unterwegs - da wurde sogar kräftig überholt, ein lautes Hupkonzert inbegriffen.

Mit einer großen Schar von Helfern war der Tag vorbildlich organisiert und lief reibungslos ab. Auch die Verpflegung mit Getränken, Grillgut und Kaffee und Kuchen war im Preis von 20 Euro inbegriffen, die sich allemal gelohnt haben. Ein dickes Lob an Matthias, seine Gruppe und alle, die den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns gemacht haben! Danke!

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Bericht vom 8. RP-Seminar

von Peter Ellinger

Vom 28. April bis zum 1. Mai 2011 fand im Aura-Hotel Saulgrub (Bayern) das achte RP-Patientenseminar statt. Von den etwa 40 Teilnehmern kamen 6 aus der Regionalgruppe Hannover: Ute Pfannschmidt, Sabine Schulz, Katja Hedderich, Manuela Gehlenbeck, Hartmut Hillebrand und Peter Ellinger.

Das von Jutta Joost exzellent organisierte Seminar bot 5 vielfältige Vorträge, deren kompetente Referenten uns auf verständliche Art höchst informative Überblicke über das jeweilige Thema gaben.

Frau Dr. Bettina v. Livonius (München) brachte uns die RP aus medizinischer Sicht näher und gab eine Übersicht über vergrößernde Sehhilfen.

Herr Knut Junge referierte über Normen und Gesetze zum Ziele der Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Bereich und gab Tipps zur praktischen Umsetzung.

Herr Dr. Lars Fritsche (Regensburg) vermittelte uns wissenschaftliche Grundlagen der Humangenetik und den "RetChip" als neues Werkzeug für die Diagnostik erblicher Netzhauterkrankungen.

Herr Werner Krauße stellte uns Mobilitätshilfsmittel und ihre Verwendungsmöglichkeiten vor, besonders den "Einkaufsfuchs" und Navigationssysteme wie dem "Trekker Breeze".

Und Herr Dr. Claus Gehrig, Vorsitzender der PRO RETINA, erläuterte den aktuellen Stand der Forschung.

Die Geselligkeit kam auch nicht zu kurz. Ob es die gemeinsamen Abende im Bierstüberl oder der Tanz in den Mai waren: die Atmosphäre war stets locker und fröhlich - eben wie in einer großen Familie. Alle Teilnehmer bekundeten großes Lob, Zufriedenheit und den Wunsch, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

Darüber hinaus bot das Hotel mit seinem wahrlich überdurchschnittlich hilfsbereiten Personal uns Sehbehinderten und Blinden einen ausgezeichneten Service und viele Anreize für einen Urlaubs- oder Kuraufenthalt - wirklich weiterempfehlenswert!

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Ein Spaziergang der besonderen Art

Zum Tag der Sehbehinderten machen Betroffene auf ihre alltäglichen Probleme aufmerksam / Kritik und Lob

Von Veronika Thomas

Hannoversche Allgemeine Zeitung, erschienen am 06.06.2011

Die beiden großen Freitreppen am Raschplatz haben sich zu beliebten Treffpunkten entwickelt. Doch Sehbehinderte wie Manfred Bressel fühlen sich auf dem anthrazitfarbenen Beton einfach nur unsicher. „Weil alles grau ist und die Kontraste fehlen, sieht man überhaupt nicht, wo die eine Stufe aufhört und die andere anfängt“, sagt der 58-Jährige. Der breite Treppenaufgang zum Hauptbahnhof war jetzt Startpunkt eines ganz besonderen Spaziergangs, mit dem eine Gruppe Sehbehinderter auf die ganz normalen Schwierigkeiten und Probleme in ihrem Alltag aufmerksam machen wollte.

Bressel hat eine Rolle Kreppband mitgebracht und klebt eine provisorische Markierungslinie auf die unterste Stufe. „Hier hat man beim Bau bestimmt die Stufenmarkierungen vergessen“, sagt der Mann, der noch über eine Sehkraft von knapp 20 Prozent auf einem Auge verfügt. Jede Stufe mit einer weißen oder neongelben Linie kenntlich zu machen wie beim Treppenaufgang zum Pavillon, hält er nicht für nötig. „Oben, in der Mitte und an der untersten Stufe, damit Sehbehinderte wissen, wo der Anfang ist, das reicht. Aber das muss nachgebessert werden“, findet Bressel. Er ist der Regionalvorsitzende von Pro Retina, einem Selbsthilfeverein für Menschen mit Netzhautdegenerationen.

Mehr als 500.000 Menschen in Deutschland – die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein – sehen trotz Brille und Kontaktlinsen weniger als 30 Prozent dessen, was ein normalsichtiger Mensch über die Augen wahrnimmt. Dabei handelt es sich nicht um Kurz- oder Weitsichtigkeit, sondern um verschiedene Erkrankungen wie die Makuladegeneration, diabetische Retinopathie oder RetinitisPigmentosa, eher bekannt unter dem Namen Tunnelblick. Diese Erkrankungen haben unterschiedlich ausgeprägte Sehbehinderungen zur Folge – bis hin zur völligen Erblindung. Doch im Vergleich zu anderen Behinderten werden Sehbehinderte in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil sie nur selten auffällige Hilfsmittel wie Monokulare oder Lupenbrillen benutzen.

So wie Wolfgang Moser. Dem ehemaligen Lkw-Fahrer ist nicht anzusehen, dass er nur noch über eine Sehkraft von etwa zehn Prozent verfügt. „Wenn ich einen Busfahrer frage, wohin der Wagen fährt, erhalte ich oft die Auskunft, ‚Steht doch dran‘“, erzählt der 59-Jährige, der vor drei Jahren von einem auf den anderen Tag nahezu erblindet ist. Diagnose: altersbedingte Makuladegeneration, die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei älteren Menschen.

Frank Lüders ist an seinem weißen Langstock da schon besser zu erkennen. Um überhaupt etwas sehen zu können, benutzt der 41-jährige ein Monokular. „Aber die elektronischen Fahrpläne im Bahnhof lassen sich selbst damit nur schwer lesen.“ Die weiße Schrift auf blauem Grund biete nicht genug Kontrast. „Weiße Schrift auf schwarzem Grund wäre besser“, sagt der Mann, der als Schreibkraft im Wirtschaftsministerium arbeitet.

Dennoch lobt die Gruppe die Bemühungen der Deutschen Bahn AG für Behinderte. Zwar sei die neue Streifenmarkierung im Servicecenter des Hauptbahnhofs, die zu dem Schalter für Behinderte führt, etwas zu dick ausgefallen. „Man stolpert fast drüber“, findet Wolfgang Moser.

Dagegen freut sich Manfred Bressel umso mehr über den neuen Automaten, an dem Behinderte jetzt Nummern ziehen können, und anschließend über Lautsprecher aufgerufen werden. „Das ist ein Fortschritt, der Automat sagt die Nummern an, die wir auf die Schnelle nicht lesen könnten.“

Die Leitlinien für Blinde auf dem Ernst-August-Platz aber, etwa 20 Zentimeter breite Noppenstreifen, die Blinden zur Orientierung dienen sollen und unter anderem in die Bahnhofstraße führen, müssten dringend nachgebessert werden, finden alle. „Da fehlen ganze Stücke, Blinde wissen dann nicht mehr, ob und wie es weitergeht“, meint Blessing.

Etwas ärgerlich gestaltet sich das Kaffeetrinken im Mövenpick am Kröpcke: Die Speisekarte ist in winziger Schrift gedruckt. Ramona Jacobs holt ihre Lupe raus. „Nein, damit kann ich sie auch nicht lesen“, bedauert die 46-jährige. Es gebe Restaurants, deren Speisekarten seien in schöner, großer Schrift gedruckt, erzählt sie. Manche hätten sogar Exemplare in Blindenschrift. „Hier müsste ich das Personal bitten, mir vorzulesen, was darin steht“, sagt die ehemalige Köchin – mit viel Geduld in der Stimme.

Dieser Text kann von dem gedruckten Zeitungsartikel abweichen.

© Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. Hannover

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Zuletzt geändert am Di, 2011-07-05 20:28

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