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Gebrauchskeramik und Kunstim Keramion in Frechen
Am 16. Juli und am 20. August 2010 hatten wir die Möglichkeit einer sehbehinderten- / blindengerechten Führung durch das KERAMION in Frechen, einem Spezialmuseum für Keramik.
An einigen historischen ausgewählten Exemplaren, die durch die Runde gingen und die wir betrachten und ertasten durften, erklärte uns Frau Otto vom Keramion die Geschichte der Töpfereierzeugnisse, der Bartmannkrüge, die in Frechen hergestellt wurden. Auch ein Fehlbrand machte die Runde. Dellen und Brüche waren deutlich zu ertasten. Es zeigte sich, dass das Medallion mit dem Bartmann, je mehr man im Laufe der Zeit in Richtung Massenproduktion ging, immer weniger ausgearbeitet wurde. Auch dieses ließ sich ertasten.
Exemplarisch für die Sammlung zeitgenössischer Keramik Dr. Gottfried Cremer - eine der größten und qualitätsvollsten privaten Keramiksammlungen Deutschlands - wurden einige kleine Figuren und Objekte herum gereicht. Auch hier war interessant, zu erfahren oder zu ertasten, ob das Stück gedreht oder aufgebaut worden war, wie dickwandig es war, ob der Ton grob oder feiner war oder gar kleine Steinchen enthielt, wie die Glasur beschaffen war. Wie war die Form des Stückes, eckig, rund, massiv oder innen hohl - alles ließ sich ertasten und war höchst interessant.
Führung und Workshop
Angereichert mit Wissen und Erfahrenem, konnten wir uns nun am eigenen Tun probieren. Jeder bekam einen etwa handtellergroßen Klumpen Ton, ein Brettchen und Modellierzeug. Erst einmal Bekanntschaft mit dem kalten, feuchten Material machen, das sich unter dem Druck der Hände und Finger verformt und mit der Zeit trocken und rissig wird. Sehr schnell fingen wir an, zu gestalten. Figuren, kleine Gefäße, reliefartige Gesichter, Tiere.
Ute Palm in Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Ton
Es gab mehrere Glasurfarben zur Auswahl, Engobe, die direkt mit auf den Ton aufgetragen und im ersten Brand mit gebrannt wird.
Sandra Moqaddem prüft mit kritischem Blick das Auftragen der Glasur
Dann führte uns Frau Otto durch die Historische Ausstellung. Es gab Bildschüsseln, die auch für die Frechener Steinzeugproduktion charakteristisch sind. Auf einer großen Ausstellungsfläche und in einer Vitrine gab es Bartmannkrüge zu bewundern.
Richard Schneider umgeben von Bartmannkrügen
Vor einem Objekt aus der aktuellen Ausstellung in Regenbogenfarben
Nahtlos ging es in den Bereich der zeitgenössischen Keramik über, in dem es Plastiken zum Thema "Regenbogen" gab. Abgerundet wurde die sehr informative Führung durch einen Rundgang durch das Außengelände, den Skulpturenpark.
Weitere Informationen: www.keramion.de
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Kathrin Harms.
Zuletzt geändert am Fr, 2011-01-07 22:50

