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Nachrichten aus der Regionalgruppe Südbayern/München
Neues Augenimplantat
Neue Behandlung für Patienten mit hochgradiger Retinitis pigmentosa jetzt in Deutschland verfügbar
(Infotext der Firma Second Sight, aus dem Englischen)Die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen, die an Retinitis pigmentosa und einigen anderen Erkrankungen der äußeren Retina leiden, haben sich vorkurzem grundlegend verändert. Bis jetzt gab es für Patienten mit Retinitis pigmentosa nur wenig Hoffnung, da der natürliche Verlauf der Krankheit irreversibel zur Erblindung führte. Heute ist das Argus® II-Retinaprothesensystem von Second Sight nach fünf Jahren klinischer Studien in Deutschland zur medizinischen Behandlung hochgradiger Degenerationserkrankungen der äußeren Retina, wie z. B. der Retinitis pigmentosa, zugelassen.
Das Argus II ist für die Elektrostimulation der Retina zur Anregung der optischen Wahrnehmung blinder Menschen bestimmt. Hierbei wird ein Bild von einer an einer Brille befestigten Miniatur-Videokamera aufgenommen. Anschließend wird die Retina stimuliert, so dass sie visuelle Muster erzeugt, die der Aufnahme entsprechen.
Das Argus II wird im Rahmen eines operativen Eingriffs, der einige Stunden dauert, in ein Auge implantiert. Nach der Operation werden die Patienten medizinisch nachversorgt, das System wird programmiert, und die Patienten unterziehen sich der Low-Vision Rehabilitation. Das System kann etwa zwei Wochen nach dem Eingriff zu Hause benutzt werden.
Das System ermöglicht den meisten Menschen zwar eine erhebliche Verbesserung der Sehfunktion, es stellt jedoch die normale Sehfähigkeit nicht wieder her. Die meisten Patienten können damit rechnen, dass sie Gegenstände lokalisieren, die Richtung einer Bewegung wahrnehmen und ihre Orientierungs- und Mobilitätsfähigkeiten verbessern können. Im besten Fall sind die Patienten in der Lage, große Buchstaben zu erkennen und unter den richtigen Bedingungen langsam zu lesen. Viele Patienten berichten, dass sich durch die Wiederherstellung einer gewissen funktionellen Sehfähigkeit viele alltägliche Aufgaben leichter bewältigen lassen.
Das Argus II ist im "Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität" München erhältlich; die Kosten des Systems können von einer Versicherung gedeckt werden. Ärzte dieser Einrichtung können feststellen, ob sich die Patienten gut für diese Therapie eignen.
"Wir freuen uns sehr, dass das Argus II nach einer umfassenden klinischen Studie zuerst hier in Deutschland auf den Markt kommt. Diese Technologie stellt einen großen Schritt für den Bereich dar, und ich bin sehr froh, dass ich diesen Patienten jetzt eine bewährte Therapie anbieten kann, wo es vorher keine Möglichkeiten gab", so Professor Chris P. Lohmann, Direktor und
Ärztlicher Leiter der Augenklinik in München.
Weitere Informationen
Klinikum rechts der Isarder Technischen Universität München
Ismaninger Straße 22
81675 München
+49 (0) 89 4140-2320
augenklinik@lrz.tum.de
Firmeninfos
www.2-sight.con
www.retina-implant.de
Second Sight kündigt wichtige Resultate aus der Argus(TM) II Retinaprothesenstudie auf der 2011 ARVO Jaresversammlung an
Die Info steht hier zur Verfügung
Radiobeitrag zu Argus II (Bayerischer Rundfunk)
Dieser Beitra steht hier zur Verfügung
Zuletzt geändert am Do, 2011-10-13 16:11
Kleines Symposium der RG Südbayern/München
"Kleines Symposium" der Regionalgruppe Südbayern/München am 20.11.2010
von Dr. Brigitte Mielke
Die Regionalgruppe Südbayern/München organisiert zweimal jährlich größere Veranstaltungen in der Universitäts-Augenklinik in München. Nach mehreren Symposien mit medizinischem Inhalt stellten in dieser Herbstveranstaltung Aktive der Pro Retina die vielfältigen Vereinsangebote vor. Das „Kleine Symposium“ wurde von etwa 80 Teilnehmern besucht. Im Anschluss an die Referate gab es eine rege Diskussion und viel Beifall. Die Pro Retina hat sich mit dieser Veranstaltung gut dargestellt.
Zum Inhalt der Referate:
Zu Beginn gab Klaus Blattert, Sozialberater der Pro Retina und Mitglied unserer RG einen Überblick über die Vereinsstruktur der Pro Retina und beschrieb dann speziell den Arbeitskreis „Soziales“. Dieser hat die Aufgabe, Berater aus- und fortzubilden, organisiert Seminare und gibt eine Sozialbroschüre mit den Themen des Fachgebietes heraus. Der Referent sprach über seine Beratungstätigkeit, die überwiegend telefonisch erfolgt. Viele Fragen betreffen Schwerbehindertenstatus, Ausweismerkmale und Blindengeld; es geht um gesellschaftliche und berufliche Rehabilitation, Hilfen am Arbeitsplatz, Renten- und Versicherungsfragen, Themen, die gute Gesetzeskenntnisse voraussetzen. Aber auch psychische Befindlichkeiten und Möglichkeiten zur Schicksalsbewältigung sind zu berücksichtigen. Wichtig ist das Zuhören. Letztendlich können aber alle Beratungen nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.
Knut Junge aus Rosenheim, Mitglied unserer Regionalgruppe, Delegierter der Pro Retina, der in mehreren Gremien für Barrierefreiheit und Kontraste tätig ist und einen Auftrag als Berater an der Fachhochschule Rosenheim hat, sprach über behindertengerechtes Wohnen. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, hat die barrierefreie Erstellung von Wohnungen steigende Bedeutung. Mit eindrucksvollen Bildern für die noch sehenden Besucher und sehr guter Beschreibung zeigte er Unterschiede bei der Gestaltung von Bädern oder bei der Auswahl von Beleuchtungen. Der Kontrast spielt eine ausschlaggebende Rolle. Wichtig sind im öffentlichen Raum richtig markierte Treppenstufen, kontrastreiche und ausreichend große Schrift und das Vermeiden von grauen Pollern, den „Kniebrechern“. Zuletzt wies der Referent auf staatliche Förderprogramme für barrierefreies Bauen hin. Es gibt Zuschüsse für Umbauten, unabhängig vom Alter oder Einkommen.
Franz Badura ist Delegierter der Pro Retina, Vorstandsmitglied in der Pro Retina Stiftung und tätig für Pro Retina International. Außerdem rief er vor 6 Jahren das Potsdam Kolloquium ins Leben, wo sich alljährlich Nachwuchswissenschaftler zum Austausch treffen. Er stellte in seinem Referat die seit 14 Jahren bestehende Stiftung und ihre Erfolge vor. Kontinuierlich werden Doktorandenstipendien und Forschungspreise vergeben. Viele Netzhautforscher und Genetiker mit bekanntem Namen sind Träger des Forschungspreises. Der Retchip für Gendiagnostik von degenerativen Netzhauterkrankungen, der mit Fördermitteln der Stiftung in Regensburg von Prof. Weber und Mitarbeitern entwickelt wurde, steht bereits in der klinischen Anwendung. Inzwischen werden auch zwei Stiftungsprofessuren für Netzhautforschung an den Universitäten Regensburg und Bonn durch die Stiftung und andere Sponsoren gefördert.
Nach der Pause referierte der Optikermeister Ralph Lenz, der in einem auf hochgradige Sehbehinderung spezialisierten Optikbetrieb in München arbeitet. Seine Firma und ein zweiter Hilfsmittelhersteller präsentierten auch begleitend zur Veranstaltung zahlreiche Hilfsmittel. Im Referat wurden Lupen, Lupenbrillen und Monokulare vorgestellt und auf die Physikalischen Grenzen solcher Hilfsmittel hingewiesen. Von Bedeutung sind Kontraste, die durch richtige Beleuchtung geschaffen werden können. Kantenfiltergläser verstärken Kontraste und vermindern die Blendung. Bei den elektronischen Hilfsmitteln, z. B. Bildschirmlesegeräten, kann man neben der Schriftgröße den Kontrast und die Schriftfarbe verändern. Auch Vorlesegeräte wurden vorgestellt und am Schluss über die Finanzierung durch Krankenkassen gesprochen.
Es folgte das Referat von Gretel Schmitz-Moormann aus Dresden, die als Delegierte stellvertretende RG-Leiterin in Dresden sowie als MD-Beraterin und Sprecherin des Arbeitskreises Makuladegeneration tätig ist. Außerdem Vertritt sie die Pro Retina in der A M D Alliance. In ihrem Bericht sprach sie über das politische und soziale Umfeld von Patienten mit Makula Degeneration. Viele fühlen sich nach der Diagnose mit ihren Problemen allein gelassen. Die Referentin führt eine Praxis für Seelsorge und Lebensberatung und hat dadurch das Rüstzeug, Betroffenen Ängste zu nehmen und ihnen Wege aufzuzeigen, mit der Krankheit umzugehen. Im Referat wurde auch die schwierige Lage der Patienten mit feuchter A M D beschrieben, die eine Spritzentherapie durchführen lassen. Bei der Finanzierung herrschen chaotische Zustände, und die Gremienarbeit hinsichtlich einheitlicher Bedingungen ist sehr zäh. Die Referentin bat Betroffene, einen Fragebogen über ihre Therapieerfahrungen auszufüllen. Ebenfalls nur langsam erfolgt die Sensibilisierung für hochgradig sehbehinderte Menschen in Alteneinrichtungen.
Daniela Brohlburg aus Bonn, Delegierte, RG-Leiterin und Leiterin der Patientensprechstunde in Bonn, sowie bei Pro Retina International aktiv, berichtete über die Patientensprechstunde an der Universitäts-Augenklinik in Bonn, die nach dem Motto „Betroffene beraten Betroffene“. aufgebaut wurde. Prof. Holz war vor mehr als 6 Jahren Initiator der Einrichtung. Das Projekt wurde ein voller Erfolg, 1500 Patienten nahmen die Sprechstunde bisher in Anspruch. Zweimal wöchentlich werden Termine angeboten. Ein Team von selbst betroffenen Beratern, die bereits viel Erfahrung in der Schicksalsbewältigung haben, wurde für die Beratungstätigkeit geschult. In die Sprechstunde kommen sowohl Patienten mit Erstdiagnosen als auch solche, die regelmäßige Unterstützung brauchen. Die Mehrheit der Ratsuchenden ist von altersabhängiger Makuladegeneration betroffen. Die Patientensprechstunde war schon in den Medien präsent und erhielt einen Preis vom Verband der Betriebskrankenkassen.
Zuletzt geändert am Do, 2010-12-16 18:07

