Die neue Volkskrankheit AMD: Forscher, Patienten und Gesellschaft gemeinsam gegen Blindheit und Sehbehinderung

Pressekonferenz der PRO RETINA Deutschland e.V. zum Abschluss des EYE-RISK-Projektes am 6. August 2019 in Berlin

Wir freuen uns, dass neben namhaften Akteuren des Projektes auch Verena Bentele, Biathletin und Skilangläuferin, zwölffache Paralympics-Siegerin, ehemalige Bundesbehindertenbeauftragte der Bundesregierung, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, ihre Teilnahme zugesichert hat.

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Presseinformation zum Auftakt des Projektes

Patientenselbsthilfe als EU-Projektpartner bei der Suche von Risikofaktoren der AMD

EYE-RISK-Konsortium zur Förderung im Horizont 2020-Programm der EU

Das Universitätsklinikum Tübingen hat im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ gemeinsam mit acht Forschungseinrichtungen, zwei Firmen und der Patientenorganisation PRO RETINA Deutschland e.V. eine Förderung für sein biomedizinisches Konsortium EYE-RISK eingeworben.

Die EU-Kommission fördert EYE-RISK für vier Jahre mit etwa sechs Millionen Euro. Koordiniert wird EYE-RISK von Marius Ueffing aus Tübingen und Caroline Klaver aus Rotterdam.

EYE-RISK hat sich zum Ziel gesetzt, mit einem systemmedizinischen Ansatz Risikofaktoren, molekulare Mechanismen und Therapieansätze für die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) zu identifizieren. Die AMD ist die häufigste Ursache für Erblindung in Europa. Sie ist gekennzeichnet durch den Verlust der Makula - dem zentralen Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen beim Lesen, für das genaue Erkennen von Gegenständen und Personen sowie für das Farbensehen nötig ist.

Die Wahrscheinlichkeit, an AMD zu erkranken, ist ab einem Alter von 65 Jahren stark erhöht. Lebensalter, Lebensführung, aber auch die genetische Grundausstattung eines Menschen bestimmen zusammen das Risiko, an einer AMD zu erkranken.

EYE-RISK nutzt eine Fülle epidemiologischer Daten aus Ländern der EU, in denen die klinische Ausprägung der Erkrankung, die Genetik, die Lebensführung und der Erkrankungsverlauf von betroffenen Patientinnen und Patienten im Vergleich mit sorgfältig ermittelten, nichterkrankten Probanden erfasst sind.

Darüber hinaus integriert EYE-RISK verschiedene Ebenen und methodische Ansätze: Daten aus der Klinik, Epidemiologie, Humangenetik, Proteinchemie, Bildgebung, aber auch aus patientenspezifischen Zelllinien und Bioproben werden umfassend analysiert.

Darauf aufbauend sollen mithilfe neuentwickelter computergestützter Algorithmen und Modellierungen persönliche Risikoprofile, aber auch vor AMD schützende Einflüsse identifiziert werden und ein tiefergehendes Verständnis der molekularen Grundlagen von AMD erreicht werden. Dieses Wissen soll dann genutzt werden, um Subtypen von AMD besser zu diagnostizieren, Hochrisikogruppen gezielter zu beraten und die Erkrankung besser zu behandeln.

Mit dem Department für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen sind die Erasmus Universität in Rotterdam, die Radboud Universitätsklinik in Nijmegen, die Université de Bordeaux, das University College London, das Moorfields Eye Hospital in London,das Center for Genomic Regulation, Barcelona, die Barcelona Macula Foundation, die beiden Unternehmen AYOXXA Biosystems GmbH aus Köln und F. Hoffmann La Roche AG aus Basel sowie die deutsche Patientenorganisation PRO RETINA e.V. Projektpartner in EYE-RISK.
Mit einem Auftakttreffen am 23. und 24. Juni 2015 in London ist EYE-RISK bereits an den Start gegangen.

Zuletzt geändert am 15.07.2019 14:05