Geschrieben von Elke Roeder am 24.11.2017 im Forum: Soziales

Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Mit der Pflegerechtsreform und dem damit verbundenen neuen Pflegegeldgesetz, welches zum 01.01.2017 eingeführt wurde, gibt es auch Änderungen, die blinde und sehbehinderte Menschen betreffen können. Hierbei kommt es häufig in bezug auf die sogenannten Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu Irritationen, die im folgenden klargestellt werden sollen.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bzw. der Entlastungsbetrag) sind eine zusätzliche finanzielle Hilfe seitens der Pflegekasse, welche sich an alle Pflegebedürftigen richtet und die zusätzlich zu den herkömmlichen Leistungen gezahlt wird.
Diese unter § 45b SGB XI festgelegte Hilfe dient dazu, konkrete Aufwendungen, die Pflegebedürftigen bzw. Angehörigen im Zusammenhang mit gewissen Aktivitäten bzw. Leistungen entstehen, zu decken. Welche Aktivitäten bzw. Leistungen das sind, wird im Nachfolgenden behandelt.

Bereits bei der Einstufung in Pflegegrad I gibt es bei der häuslichen Pflege einen sogenannten Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich gemäß § 45 b SGB XI, der z.B. dafür hergenommen werden kann, um sich Hilfe bei Einkäufen zu besorgen, sich eine Hilfe für Haushaltsarbeiten zu holen, einen Begleiter zum Spazieren gehen zu organisieren oder tagesstrukturierende Maßnahmen durchführen zu können.
Die maximal 125 Euro monatlich werden aber nicht explizit an die Betroffenen ausgezahlt. Die Leistung kann nur von zertifizierten Pflegediensten bzw. Trägern der offenen Behindertenarbeit durchgeführt werden, nicht z.B. von Angehörigen. Die Pflegedienste rechnen dann mit den Pflegebedürftigen ihre durchgeführten Leistungen ab und diese wiederum reichen die Rechnungen bei ihrer Pflegeversicherung ein und bekommen die angefallenen Kosten dann ausbezahlt.

Wenn man diese Betreuungs- und Entlastungsleistungen mal in einem oder mehrere Monate nicht in Anspruch nimmt, kann man diesen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich bis zu einem Jahr ansparen und dann die entsprechend benötigten Leistungen immer noch abrechnen.

Gemäß der Erfahrungen der Sozialabteilungen des BBSB werden viele blinde und auch hochgradig sehbehinderte, vor allem ältere Menschen auf Antrag bei der Pflegeversicherung zumindest in den Pflegegrad I eingestuft und können diese Leistungen dann auch in Anspruch nehmen.

Kommentare

Kommentar von Wipfler Maria-Luise,
geschrieben am 25.11.2017

Vielen Dank für diese sehr hilfreiche Information!

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