Geschrieben von Karsten Neubert am 15.01.2021 im Forum: Sonstige Netzhauterkrankungen

Fehlbehandlung mit Cortison bei RCS

Hier mein Leidensweg durch folgenschwere Fehlbehandlung. Im März 2015 sah ich auf dem rechten Auge alles verschwommen RA 60% LA125%. Ich begab mich sofort zur Augenärztin Frau Kuhnert in Grimma. Diese gab mir eine Überweisung zur Augenklinik nach Leipzig ohne mir zu sagen was ich überhaupt habe. Auf der Überweisung stand RCS. In der Augenklinik wurde die RCS bestätigt eine Aufklärung zu der Erkrankungen erfolgte hier auch nicht . Man sagte nur das geht von alleine weg.Nach 14 Tagen kam es zu eine leichten Besserung .Mitte März erhielt ich ein Anruf von meinem Hausarzt ich soll sofort in seine Praxis kommen und ein Rezept abholen.Er hätte mit Frau Kuhnert telefoniert und sie hätte angewiesen das ich sofort Cortison nehmen müsste. Frau Kunert war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr meine behandelte Ärztin . Ich bin davon ausgegangen das Frau Kuhnert sich mit der Augenklinik in Leipzig abgesprochen habe und nahm das Cortison ein.Nach der Einnahmen vom Cortison sah ich auf dem RA sogut wie gar nichts mehr .Ich begab mich erneut in die Augenklinik nach Leipzig. Dort stellte man fest das die Netzhaut zentral gerissen ist und sich eine riesige Blase gebildet habe. Ebenfalls teilte man mir mit das ich hätte auf keinen Fall Cortison nehmen durfte. Ich erhielt eine Überweisung an die Augenklinik nach Halle. Ich erzählte das ich in meiner Freizeit Schlittenhunderennen fahre und selber im Besitz von 22 Huskys bin . Darauf sagte man mir ich habe keine RCS sondern Würmer im Auge. Ich musste sofort Cortison nehmen und eine Chemotherapie gegen die Würmer machen angeblich Fuchsbandwurm. Als der Fuchsbandwurm nicht bestätigt wurde hieß es auf einmal ich habe ein Hundebandwurm. Der Hundebandwurm wurde auch nicht bestätigt also war es dann auf einmal eine Toxocara. Diese wurde auch nicht bestätigt. Inzwischen sah ich auf dem RA gar nichts mehr und auf dem LA kam es zu einer zentralen Netzhautablösung RA10% LA20%. Die Ärzte Frau Winter , Herr Chankiewitz behaupteten immer noch es währe keine RCS sondern Würmer die nicht nachgewiesen werden können. Frau Stuhlträger legte noch ein oben drauf und sagte das was ich habe hätte sie in 30 Jahren noch nicht gesehen . Man entschloss sich jetzt mir Cortison direkt unter die Augen zu spritzen. Als das auch nichts brachte sagte man mir man könne nichts mehr machen und ich soll es mal an der Charité Berlin versuchen. Dort stellte man sofort eine typische RCS fest und keine Würmer im Auge. Ich soll sofort das Cortison absetzen es hätte niemals gegeben werden dürfen. Als ich die Ärzte in Halle wegen der Fehlbehandlung zur Rede stellte verweigerte man mir eine weiterbehandlung an der Uni Halle. RA 10% LA 30-40% bei schlechten Lichtverhältnissen sogut wie kein sehen mehr möglich, Gesichtsfeldausfälle auf beiden Augen ,ständiges Flimmern in beiden Augen ,lesen sogut wie nicht mehr möglich ,50kg Übergewicht durch das Cortison, durch das Übergewicht jetzt noch die rechte Hüfte kaputt, seit fast 6Jahren ständige Kopfschmerzen und keine Nacht mehr durchgeschlafen. Ich kann als selbstständiger Handwerker nicht mehr arbeiten. Eine Strafanzeige gegen die Ärzte wurde abgewiesen obwohl ein Gutachten von der Ärztekammer Sachsen vorlag die eine Fehlbehandlung bestätigte.Die Haftplichtversicherung von Frau Kuhnert weigert sich auch zu zahlen so das ich jetzt gezwungen bin zu klagen. Bedanken möchte ich mich bei Prof.Wiedemann von der Uni Leipzig der wenigstens noch versucht hat zu retten was noch zu retten war wo andere Äugenärzte nichts mehr machen wollten.

Kommentare

Kommentar von Hildegard Iverson,
geschrieben am 15.01.2021 um 22:51

Hallo Karsten, das ist ja eine ganz furchtbare Geschichte! Es bestätigt mal wieder, dass sehr viele Haus-Augenärzte keine Ahnung von seltenen Netzhauterkrankungen haben. Aber ich bin erschüttert, dass auch Augenkliniken solche Fehldiagnosen und -behandlungen bringen! Wo soll man denn hingehen, wem kann man vertrauen? Klar, mit 22 Huskies KANN das ja nur etwas mit den Hunden zu tun haben... So ein gedanklicher Kurzschluss! Da hat unsere Pro Retina noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, und ich bin froh, dass sie dabei ist! Ihnen wünsche ich von Herzen Erfolg mit Ihrer Klage, aber da braucht es natürlich wieder ein ärztliches Gutachten, und da heißt es oft: eine Krähe kratzt der anderen kein Auge aus! Von daher wünsche ich Ihnen auch viel Glück!

Kommentar von Ottmar Meuser ,
geschrieben am 15.01.2021 um 22:51

Sehr geehrter Herr Neubert,
ihre Leidebsgeschichte ist ein trauriges Beispiel dafür, dass viele Augenörzte noch immer zu wenig über die Therapie einer RCS/CCS wissen und vor allem davon Kenntnis habe, dass eine Behandlung mit Cortison die Krankheit massiv verschlimmert! Seit 2018 gibt es Leilinien zur Behandlung dieser Netzhauterkrankung. Wir als Patientenorganusation und auch ich als Berater von Pro Retina für RCS/CCS bemühen uns in Beratungsgesprächen und durch Informations- uns Aufklärungsarbeit intensiv darum, Schicksale wie Ihres zu verhindern. So wie die Klinik in Leibzig gibt es inzischen in Deutschland einige Kliniken, die sich auf die Behandlung der RCS/CCS vestehen. Das lässt hoffen, dass es bald nicht mehr zu solchen Fehldiagnosen und falschen Behandlungsmethoden kommt!

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