Geschrieben von Thomas Schwerhoff am 07.10.2018 im Forum: PRO RETINA Forum

Hilfsmittelversorgung und Verweigerung des Augenartzes

Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben ja schon …
Kennen Sie das auch?
Sie haben im Bekanntenkreis, während einer Veranstaltung des Vereins oder bei einer Hilfsmittelausstellung eine Handlupe, ein Daisy-Abspielgerät oder ein anderes Hilfsmittel kennengelernt, vielleicht sogar schon intensiv ausprobiert, sich nähere Informationen oder eine schriftliche Bestätigung/Empfehlung einer Hilfsmittelfirma über die Notwendigkeit bzw. Zweckmäßigkeit des Hilfsmittels ausstellen lassen. Mit den vorhandenen Unterlagen und Informationen besuchen Sie den Augenarzt Ihres Vertrauens, dem Sie schon seit Jahren kennen, und bitten um die Ausstellung einer augenärztlichen Verordnung. Nach dem Sie Ihr Anliegen vorgetragen haben sagt dieser dann: „Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben doch schon alles.“ Oder „Sie haben doch einen sehenden Partner, der kann Ihnen doch helfen.“

Ich bin seit mehreren Jahren in der Hilfsmittel- und Sozialberatung tätig und leider höre ich immer wieder von Patienten, denen es genauso ergangen ist.
Was nun? Was kann man als Betroffener tun?

Nach §33 Absatz 1 Sozialgesetzbuch V (SGB V) haben Versicherte Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind.
Aus dem Gesetzestext geht klar hervor, dass der Patient einen klar geregelten Anspruch auf eine notwendige, zweckmäßige und im Folgenden auch wirtschaftliche Hilfsmittelversorgung hat.

Der behandelnde Arzt hat in diesem Sinne immer nur die medizinische Notwendigkeit zu prüfen und zu bescheinigen. Er hat den aktuellen gesundheitlichen Zustand zu prüfen und festzustellen, ob das begehrte Hilfsmittel medizinisch Sinnvoll ist und dann eine entsprechende Verordnung auszustellen.
Ein klassisches Beispiel ist hier die Versorgung mit einem Daisy-Player, das Gerät eignet sich zum strukturierten Vorlesen von Büchern, z. B. Gebrauchsanweisungen oder Kochbücher, die man eben nicht von vorne bis zum Ende durchliest, sondern nur die Kapitel oder Teile vorlesen lässt, die grade benötigt werden.
Ein Daisy-Abspielgerät ist medizinisch erforderlich, wenn der Betroffene keine ausreichende Fähigkeit zum Lesen eines gedruckten Textes hat, es stellt somit ein Hilfsmittel im Sinne des §33 SGB V dar, mit dem der Patient sein Grundrecht auf Informationsfreiheit (abgeleitet von Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz) ausüben kann.
Durch die Entscheidung, das Hilfsmittel nicht zu verordnen wird dem Patient die Möglichkeit von vornherein genommen, gegen etwaige Fehlentscheidungen rechtliche Schritte einzuleiten.
Grundsätzlich ist die gesetzliche Krankenkasse bzw. die Beihilfestelle zuständig, den o. g. Anspruch auf eine Versorgung zu überprüfen. Erlässt die Krankenkasse einen Ablehnungsbescheid, kann der Betroffene Widerspruch einlegen und sein Begehren letztendlich vom Sozialgericht prüfen lassen.
Diese rechtlich gebotene Möglichkeit wird durch das Verhalten des Arztes von Anfang an genommen, das kann nicht im Sinne des sozialen Rechtsstaat sein.

Natürlich hat der Betroffene die Möglichkeit einfach seinen behandelnden Arzt zu wechseln und darauf zu hoffen, dass der „Neue“ einsichtiger ist, wenn es aber schlecht läuft, dauert es einige Monate, bis man bei einem niedergelassenen Augenarzt einen Termin bekommt und noch länger, bis ein neues Vertrauensverhältnis aufgebaut ist.

Auch das Argument, teure Hilfsmittel würden das Budget des Arztes überstrapazieren zählt hier nicht, denn die Verordnung von Hilfsmitteln fällt nicht unter die Budgetierung von Medikamenten der Krankenkassen.
Der Pressesprecher des BVA Herr Dr. med. Wollring ist sich der Problematik bewusst und bietet an durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Fortbildungen der niedergelassenen Augenärzte, die Defizite auszuräumen.

Die Geschäftsstelle der Pro-Retina Deutschland e. V. sammelt unter der Email-Adresse: Beschwerde@pro-retina.de gezielt entsprechende Beschwerden, um mit dem BVA in einen Dialog einzutreten.

Autor: Thomas Schwerhoff, Aachen
Hilfsmittel- und Sozialberater

Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben ja schon …
Kennen Sie das auch?
Sie haben im Bekanntenkreis, während einer Veranstaltung des Vereins oder bei einer Hilfsmittelausstellung eine Handlupe, ein Daisy-Abspielgerät oder ein anderes Hilfsmittel kennengelernt, vielleicht sogar schon intensiv ausprobiert, sich nähere Informationen oder eine schriftliche Bestätigung/Empfehlung einer Hilfsmittelfirma über die Notwendigkeit bzw. Zweckmäßigkeit des Hilfsmittels ausstellen lassen. Mit den vorhandenen Unterlagen und Informationen besuchen Sie den Augenarzt Ihres Vertrauens, dem Sie schon seit Jahren kennen, und bitten um die Ausstellung einer augenärztlichen Verordnung. Nach dem Sie Ihr Anliegen vorgetragen haben sagt dieser dann: „Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben doch schon alles.“ Oder „Sie haben doch einen sehenden Partner, der kann Ihnen doch helfen.“

Ich bin seit mehreren Jahren in der Hilfsmittel- und Sozialberatung tätig und leider höre ich immer wieder von Patienten, denen es genauso ergangen ist.
Was nun? Was kann man als Betroffener tun?

Nach §33 Absatz 1 Sozialgesetzbuch V (SGB V) haben Versicherte Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind.
Aus dem Gesetzestext geht klar hervor, dass der Patient einen klar geregelten Anspruch auf eine notwendige, zweckmäßige und im Folgenden auch wirtschaftliche Hilfsmittelversorgung hat.

Der behandelnde Arzt hat in diesem Sinne immer nur die medizinische Notwendigkeit zu prüfen und zu bescheinigen. Er hat den aktuellen gesundheitlichen Zustand zu prüfen und festzustellen, ob das begehrte Hilfsmittel medizinisch Sinnvoll ist und dann eine entsprechende Verordnung auszustellen.
Ein klassisches Beispiel ist hier die Versorgung mit einem Daisy-Player, das Gerät eignet sich zum strukturierten Vorlesen von Büchern, z. B. Gebrauchsanweisungen oder Kochbücher, die man eben nicht von vorne bis zum Ende durchliest, sondern nur die Kapitel oder Teile vorlesen lässt, die grade benötigt werden.
Ein Daisy-Abspielgerät ist medizinisch erforderlich, wenn der Betroffene keine ausreichende Fähigkeit zum Lesen eines gedruckten Textes hat, es stellt somit ein Hilfsmittel im Sinne des §33 SGB V dar, mit dem der Patient sein Grundrecht auf Informationsfreiheit (abgeleitet von Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz) ausüben kann.
Durch die Entscheidung, das Hilfsmittel nicht zu verordnen wird dem Patient die Möglichkeit von vornherein genommen, gegen etwaige Fehlentscheidungen rechtliche Schritte einzuleiten.
Grundsätzlich ist die gesetzliche Krankenkasse bzw. die Beihilfestelle zuständig, den o. g. Anspruch auf eine Versorgung zu überprüfen. Erlässt die Krankenkasse einen Ablehnungsbescheid, kann der Betroffene Widerspruch einlegen und sein Begehren letztendlich vom Sozialgericht prüfen lassen.
Diese rechtlich gebotene Möglichkeit wird durch das Verhalten des Arztes von Anfang an genommen, das kann nicht im Sinne des sozialen Rechtsstaat sein.

Natürlich hat der Betroffene die Möglichkeit einfach seinen behandelnden Arzt zu wechseln und darauf zu hoffen, dass der „Neue“ einsichtiger ist, wenn es aber schlecht läuft, dauert es einige Monate, bis man bei einem niedergelassenen Augenarzt einen Termin bekommt und noch länger, bis ein neues Vertrauensverhältnis aufgebaut ist.

Auch das Argument, teure Hilfsmittel würden das Budget des Arztes überstrapazieren zählt hier nicht, denn die Verordnung von Hilfsmitteln fällt nicht unter die Budgetierung von Medikamenten der Krankenkassen.
Der Pressesprecher des BVA Herr Dr. med. Wollring ist sich der Problematik bewusst und bietet an durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Fortbildungen der niedergelassenen Augenärzte, die Defizite auszuräumen.

Die Geschäftsstelle der Pro-Retina Deutschland e. V. sammelt unter der Email-Adresse: Beschwerde@pro-retina.de gezielt entsprechende Beschwerden, um mit dem BVA in einen Dialog einzutreten.

Autor: Thomas Schwerhoff, Aachen
Hilfsmittel- und Sozialberater

Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben ja schon …
Kennen Sie das auch?
Sie haben im Bekanntenkreis, während einer Veranstaltung des Vereins oder bei einer Hilfsmittelausstellung eine Handlupe, ein Daisy-Abspielgerät oder ein anderes Hilfsmittel kennengelernt, vielleicht sogar schon intensiv ausprobiert, sich nähere Informationen oder eine schriftliche Bestätigung/Empfehlung einer Hilfsmittelfirma über die Notwendigkeit bzw. Zweckmäßigkeit des Hilfsmittels ausstellen lassen. Mit den vorhandenen Unterlagen und Informationen besuchen Sie den Augenarzt Ihres Vertrauens, dem Sie schon seit Jahren kennen, und bitten um die Ausstellung einer augenärztlichen Verordnung. Nach dem Sie Ihr Anliegen vorgetragen haben sagt dieser dann: „Das steht Ihnen nicht zu, Sie haben doch schon alles.“ Oder „Sie haben doch einen sehenden Partner, der kann Ihnen doch helfen.“

Ich bin seit mehreren Jahren in der Hilfsmittel- und Sozialberatung tätig und leider höre ich immer wieder von Patienten, denen es genauso ergangen ist.
Was nun? Was kann man als Betroffener tun?

Nach §33 Absatz 1 Sozialgesetzbuch V (SGB V) haben Versicherte Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind.
Aus dem Gesetzestext geht klar hervor, dass der Patient einen klar geregelten Anspruch auf eine notwendige, zweckmäßige und im Folgenden auch wirtschaftliche Hilfsmittelversorgung hat.

Der behandelnde Arzt hat in diesem Sinne immer nur die medizinische Notwendigkeit zu prüfen und zu bescheinigen. Er hat den aktuellen gesundheitlichen Zustand zu prüfen und festzustellen, ob das begehrte Hilfsmittel medizinisch Sinnvoll ist und dann eine entsprechende Verordnung auszustellen.
Ein klassisches Beispiel ist hier die Versorgung mit einem Daisy-Player, das Gerät eignet sich zum strukturierten Vorlesen von Büchern, z. B. Gebrauchsanweisungen oder Kochbücher, die man eben nicht von vorne bis zum Ende durchliest, sondern nur die Kapitel oder Teile vorlesen lässt, die grade benötigt werden.
Ein Daisy-Abspielgerät ist medizinisch erforderlich, wenn der Betroffene keine ausreichende Fähigkeit zum Lesen eines gedruckten Textes hat, es stellt somit ein Hilfsmittel im Sinne des §33 SGB V dar, mit dem der Patient sein Grundrecht auf Informationsfreiheit (abgeleitet von Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz) ausüben kann.
Durch die Entscheidung, das Hilfsmittel nicht zu verordnen wird dem Patient die Möglichkeit von vornherein genommen, gegen etwaige Fehlentscheidungen rechtliche Schritte einzuleiten.
Grundsätzlich ist die gesetzliche Krankenkasse bzw. die Beihilfestelle zuständig, den o. g. Anspruch auf eine Versorgung zu überprüfen. Erlässt die Krankenkasse einen Ablehnungsbescheid, kann der Betroffene Widerspruch einlegen und sein Begehren letztendlich vom Sozialgericht prüfen lassen.
Diese rechtlich gebotene Möglichkeit wird durch das Verhalten des Arztes von Anfang an genommen, das kann nicht im Sinne des sozialen Rechtsstaat sein.

Natürlich hat der Betroffene die Möglichkeit einfach seinen behandelnden Arzt zu wechseln und darauf zu hoffen, dass der „Neue“ einsichtiger ist, wenn es aber schlecht läuft, dauert es einige Monate, bis man bei einem niedergelassenen Augenarzt einen Termin bekommt und noch länger, bis ein neues Vertrauensverhältnis aufgebaut ist.

Auch das Argument, teure Hilfsmittel würden das Budget des Arztes überstrapazieren zählt hier nicht, denn die Verordnung von Hilfsmitteln fällt nicht unter die Budgetierung von Medikamenten der Krankenkassen.
Der Pressesprecher des BVA Herr Dr. med. Wollring ist sich der Problematik bewusst und bietet an durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Fortbildungen der niedergelassenen Augenärzte, die Defizite auszuräumen.

Die Geschäftsstelle der Pro-Retina Deutschland e. V. sammelt unter der Email-Adresse: Beschwerde@pro-retina.de gezielt entsprechende Beschwerden, um mit dem BVA in einen Dialog einzutreten.

Autor: Thomas Schwerhoff, Aachen
Hilfsmittel- und Sozialberater

Viele Grüße
Thomas Schwerhoff

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