Nachricht vom 8.12.2015Auch im Alter den Durchblick bewahren

Aufklärung und der regelmäßige Gang zum Augenarzt helfen bei der Früherkennung von Netzhauterkrankungen

Rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leben derzeit mit einer Sehbehinderung oder sind vollständig erblindet. Auslöser dafür sind bei älteren Menschen weiterhin vor allem die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) oder die Diabetische Retinopathie (bzw. das Diabetische Makula-Ödem, kurz DMÖ). Dass es anders geht, zeigt eine Studie aus Dänemark: Dank verbesserter Therapieoptionen, einer gezielten Aufklärung und einer besseren Patientenversorgung halbierte sich die Anzahl der Neuerblindungen durch AMD.1 Ein Ansatz, den in Deutschland die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ verfolgt – unter anderem durch ihren Aufruf, regelmäßig die augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

„Menschen über 50 Jahre haben ein deutlich höheres Risiko für Netzhauterkrankungen wie AMD oder DMÖ. Für sie sollte der jährliche Besuch beim Augenarzt daher zur Gewohnheit werden“, erklärt Professor Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Denn die Betroffenen selbst bemerken Sehbeeinträchtigungen nämlich häufig erst mit Fortschreiten der Krankheit und gehen daher nicht rechtzeitig zum Arzt. Das kann schwere Folgen haben, da die Behandlungsmöglichkeiten am besten in den Frühstadien dieser Erkrankungen greifen. Sie können nur durch den Augenarzt festgestellt werden. Zu einer Routinekontrolle der Netzhaut gehören:

  • Ermittlung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) durch den Augenarzt
  • Überprüfung der aktuellen Sehschärfe (Visusbestimmung)
  • Durchführung einer direkten oder indirekten Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) mit Hilfe einer Lupe oder einer Spaltlampe

Die Vorsorge-Untersuchungen sind in der Regel schmerzlos und werden von den Krankenkassen übernommen. Bei einigen Diagnosemethoden werden die Pupillen durch Augentropfen erweitert, was für kurze Zeit zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führt. Eine Sonnenbrille für die Zeit nach dem Arztbesuch ist deshalb ratsam.

Zwischen den Kontrollterminen empfiehlt sich der so genannte Amsler-Gitter-Test. Der Test ist eine einfache Methode, die Augen auf typische Anzeichen von Netzhauterkrankungen zu überprüfen. Wirken beispielsweise die Gitterlinien gebogen oder verzerrt, ist der umgehende Gang zum Augenarzt geboten. Nur die Untersuchung des Augenhintergrundes liefert eine verlässliche Diagnose.

Auf der Internetseite www.Bewahren-Sie-Ihr-Augenlicht.de bzw. per kostenfreiem Anruf unter Tel. 0800 - 7 23 41 03 finden Patienten und Interessierte kostenfreie Broschüren sowie hilfreiche und leicht verständliche Informationen rund um die Themen Früherkennung, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von AMD und DMÖ. Außerdem werden Fragestellungen wie die Risikofaktoren von AMD oder Alltagstipps für ein Leben mit Diabetes behandelt. Die Internetseite und die PDF-Downloads sind barrierefrei, die Nutzer können Schrift und Farbe individuell optimieren und sich die Seiten im Audioformat anhören.

Über die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“

Die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ informiert ältere und diabeteskranke Menschen über die trockene und feuchte AMD sowie die Diabetische Retinopathie bzw. das Diabetische Makula-Ödem. Das Expertenbündnis zeigt außerdem mögliche Risikofaktoren auf und stellt unterschiedliche Diagnosemöglichkeiten und Hilfsangebote vor. Gleichzeitig fordert die Initiative dazu auf, Sehverschlechterungen oder eine mögliche Erblindung im Alter nicht hinzunehmen, sondern aktiv dagegen anzugehen – z. B. mit der jährlichen AMD-Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr oder der mindestens einmal jährlichen augenärztlichen Routineuntersuchung für alle Diabetiker.

Um dies zu erreichen, bringen die sieben Partner, d. h. das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), die Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, PRO RETINA Deutschland e.V. und die Retinologische Gesellschaft (RG), ihre Erfahrung in der Augenheilkunde ein. So überprüfen z. B. die Augenärzte alle medizinischen Aussagen. Die Selbsthilfeorganisationen wiederum liefern Erkenntnisse aus dem Umgang mit Betroffenen, Novartis Pharma und das Bayerische Gesundheitsministerium ergänzen ihr Wissen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung. So unterhält das Staatsministerium seit 2007 die Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern mit dem Schwerpunkt „Gesundheit im Alter“. Das Expertenbündnis „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ arbeitet bereits seit 2008 zusammen.

Machen Sie gleich hier den Amsler-Test

So funktioniert der Amsler-Test:

  • Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, benutzen Sie diese.
  • Dann halten Sie das Amsler-Gitter auf Leseabstand (ca. 30 cm).
  • Halten Sie sich erst ein Auge zu und testen Sie danach das andere Auge.
  • Schauen Sie mit dem geöffneten Auge den Punkt in der Mitte genau an.

Können Sie den Punkt in der Mitte klar erkennen oder ist er verschwommen, durch einen grauen Schleier verdeckt oder fehlt er sogar ganz?
Behalten Sie den Punkt im Auge und beurteilen Sie nun die Linien rund um den Punkt.

  • Sind die Linien verzerrt oder verbogen?
  • Sind die Quadrate gleich groß oder verschwommen?


Falls Ihnen beim Test etwas auffällt, sollten Sie unbedingt einen Termin mit Ihrem Augenarzt vereinbaren und eine mögliche AMD-Erkrankung abklären lassen. Der Amsler-Gitter-Test ist eine schnelle und einfache Methode zur Kontrolle Ihres Sehvermögens auf auffällige Anzeichen einer AMD.

Denken Sie daran:
Der Test ersetzt nicht die empfohlene jährliche Untersuchung durch Ihren Augenarzt, die für Menschen über 50 besonders wichtig ist!

Wir empfelen Ihnen einmal im Jahr zu einem Augenarzt zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen und wiederholen Sie zur Kontrolle regelmäßig den Amsler-Test.

Zuletzt geändert am 08.12.2015 09:15