Nachricht vom 10.12.2018Therapien gegen Erblindung durch Erbkrankheit

Kick-off-Meeting des interdisziplinären DFG-Schwerpunktprogramms „Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration“ – Nachwuchsförderung im Fokus

Wer an erblicher Netzhautdystrophie leidet, dem droht derzeit das schwere Schicksal der Erblindung – oft bereits in jungen Jahren. Um Menschen mit dieser bislang unheilbaren Augenkrankheit eine Perspektive zu geben und erfolgversprechende Behandlungsmethoden zu entwickeln, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Augenheilkunde (Ophthalmologie), molekulare Biologie, Gentherapie, Zelltherapie, Pharmakologie, Immunologie und Vektorologie in einem interdisziplinären Verbund zusammen, dem neuen Schwerpunktprogramm (SPP) 2127 „Gen- und zellbasierte Therapien für die Behandlung neuroretinaler Degeneration“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit einer Kick-off-Veranstaltung hat der von Prof. Dr. Dr. Knut Stieger (Sprecher), Professur für Experimentelle Ophthalmologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), und Prof. Dr. Birgit Lorenz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der JLU, koordinierte Verbund nun seine Arbeit aufgenommen.

Um die Aktivitäten von insgesamt 29 Projektleiterinnen und -leitern in 20 Projekten innerhalb des Verbundes zu koordinieren und durch intensives Networking einen Mehrwert für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und damit für die einzelnen Projekte zu erzielen, trafen sich die Beteiligten im Konferenzzentrum des Frankfurter Flughafens. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten dabei eine Übersicht über die geförderten Projekte, wichtige organisatorische Fragen wurden geklärt. Von besonderer Bedeutung ist die Organisation der Nachwuchsförderung: Innerhalb der verschiedenen Projekte werden in den kommenden drei Jahren über 20 Doktorandinnen und Doktoranden intensiv forschen. Dies bietet die einmalige Chance, hochkompetenten Nachwuchs für dieses Forschungsgebiet zu generieren. Darüber hinaus sind zwei internationale Tagungen innerhalb der Förderperiode geplant, auf denen die Ergebnisse der verschiedenen Aktivitäten innerhalb des SPP dem Fachpublikum sowie der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Schwerpunktprogramm SPP 2127 umfasst ein Konsortium von 20 Gruppen aus Deutschland, die in den kommenden drei Jahren mit über 7 Millionen Euro auf diesem hochaktuellen Forschungsgebiet Therapien für bisher nicht behandelbare erbliche Netzhauterkrankungen entwickeln und parallel klinische Untersuchungsmethoden etablieren, mit denen die Sehfunktion in bisher nicht gekannter Detailliertheit gemessen werden kann. Bei erfolgreichem Verlauf besteht die Aussicht auf eine weitere dreijährige Förderperiode. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind international führend auf diesem Gebiet und haben im Rahmen dieses von der DFG speziell geförderten Programms die Möglichkeit, in enger Kooperation die bisherigen Errungenschaften in der Therapieentwicklung gemeinsam effektiv weiter voranzutreiben. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung von grundlagenbasierten und klinischen Projekten gelegt, sodass Expertinnen und Experten aus beiden Bereichen sich gegenseitig unterstützen und die jeweilige Expertise weitergeben können.

Prof. Stieger und Prof. Lorenz arbeiten an der JLU seit über zehn Jahren gemeinsam an der Entwicklung neuer Therapieformen für erbliche Netzhauterkrankungen sowie an neuen diagnostischen Methoden, um die in klinischen Studien auftretenden therapeutischen Effekte möglichst genau morphologisch und funktionell darstellen zu können. Dabei werden neueste Methoden der Gentherapie sowie der Genomeditierung genutzt, die vielversprechende Ansätze in der zukünftigen Behandlung von erblichen Krankheiten darstellen.

Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/fbz/fb11/institute/klinik/augenheilkunde

 

Pressemitteilung als PDF

 

Zuletzt geändert am 10.12.2018 14:31