Nachricht vom 21.10.2020Prof. Birgit Lorenz wird an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig

Prof. Birgit Lorenz: Eine Frau mit kurzen braunen Haaren, die ernst, aber freundlich in die Kamera blickt.
Prof. Birgit Lorenz

Prof. Birgit Lorenz ist seit dem 1. Oktober 2020 an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig. Sie war zuletzt Direktorin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen sowie Universitätsprofessorin mit Schwerpunkt Strabologie und Neuroophthalmologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zuvor war sie bis 2007 Professorin und Leiterin der Abteilung für pädiatrische Ophthalmologie, Strabismologie und Ophthalmogenetik am Universitätsklinikum Regensburg. Sie war Initiatorin und ist seit 2017 Co-Koordinatorin des Schwerpunkt-Programms der DFG „Gene and Cell Based Therapies to Counteract Neuroretinal Degeneration (SPP 2127)".

Der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt von Prof. Lorenz umfasst neben der Kinderaugenheilkunde insbesondere genetische Augenerkrankungen und hier vor allem Makula- und Netzhautdystrophien. Hier hat Frau Prof. Lorenz die bundesweit größte Kohorte von Patienten mit biallelischen RPE65 Mutationen (Leber‘sche kongenitale Amaurose, EOSRD) über viele Jahre untersucht und präzise charakterisiert. Für diese Patienten steht jetzt seit kurzem erstmals eine Gentherapie mit voretigene neparvovec (Luxturna) zur Verfügung. Die Universitäts-Augenklinik Bonn ist eines von drei Zentren in Deutschland - neben München und Tübingen - an dem diese Therapie mittels mikrochirurgischem Eingriff und subretinaler Applikation der Vektoren durchgeführt wird.

„Wir freuen uns sehr, dass mit Frau Prof. Lorenz eine national und international ausgewiesene Wissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet der Netzhautdystrophie unser Team und unsere Projekte auf diesem Feld unterstützt und verstärkt“, sagt Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Von besonderem Interesse ist hierfür Frau Prof. Lorenz auch die Zusammenarbeit mit bestehenden Arbeitsgruppen an der Universitäts-Augenklinik Bonn, die sich mit innovativen, hochauflösenden bildgebenden Verfahren beschäftigen einschließlich des adaptiven Optiken-Scanning-Laser-Ophthalmoskopie-Verfahren (Emmy-Noether-Arbeitsgruppe, Dr. rer. nat. Wolf Harmening) und des klinischen Studienzentrums. Die Bonner Spezialsprechstunde für seltene Netzhauterkrankungen, die von Dr. med. Philipp Herrmann, PhD, Oberarzt, geleitet wird, ist auch in das Zentrum für seltene Erkrankungen in Bonn (ZSEB) eingebunden.

 „Ich freue mich außerordentlich, an der Gentherapie zunächst bei Patienten mit RPE65-Mutationen, aber auch bei weiteren innovativen Therapieansätzen im Bereich hereditärer Netzhautdegenerationen beteiligt zu sein“, sagt Prof. Lorenz. „Ein besonderes Interesse habe ich neben Bildgebungsverfahren auch an psychophysischen Methoden, patient-reported-outcomes-Instrumenten einschließlich performance-based-Tests bei diesen Patienten“.

Frau Prof. Lorenz kooperiert bereits seit Jahren mit der Patientenorganisation PRO RETINA Deutschland, die am Standort Bonn ihre Bundesgeschäftsstelle hat und in der Augenklinik eine umfängliche ambulante Beratungsstelle unter der Leitung von Frau Daniela Brohlburg betreibt.

 

Kontakt

Prof. Dr. med. Frank G. Holz, FEBO, FARVO
Direktor
Universitäts-Augenklinik Bonn
Ernst-Abbe-Str. 2
53127 Bonn
frank.holz@ukbonn.de
www.ukbonn.de/augenklinik

Zuletzt geändert am 21.10.2020 12:13