Die PRO RETINA Deutschland e.V. hat einen offenen Brief an die gesetzlichen Krankenkassen verschickt, da durch das geänderte Abrechnungsverfahren nach EBM in Kürze auch erhebliche unbeabsichtigte Nachteile für die Patientinnen und Patienten entstehen können.

Gerne würden wir wissen, wie diese die Situation von Patienten mit der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration nach dem 1. Oktober 2014 einschätzen.

An die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren, mit diesem offenen Brief möchten wir Sie auf einen drohenden Versorgungsengpass hinweisen, der von verschiedenen Beteiligten ab 1. Oktober 2014 bei der intravitrealen Injektionsbehandlung (IVOM) von Patientinnen und Patienten mit Makulaerkrankungen befürchtet wird.

Wie wir bereits in unserer Pressemeldung vom 9.9.2014 erläutert haben, sehen wir die Gefahr, dass durch das geänderte Abrechnungsverfahren nach EBM in Kürze neben einigen begrüßenswerten Aspekten, durchaus auch erhebliche unbeabsichtigte Nachteile für die Patientinnen und Patienten entstehen können.

Wir fordern daher die weitere Sicherstellung einer unverzüglich nach Diagnosestellung beginnenden und qualitätsgesicherten IVOM in Arztpraxen und Klinikambulanzen auch nach dem 1. Oktober 2014, um bei betroffenen Patienten vermeidbaren Sehverlust zu vermeiden und bisher erreichte Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten.

Auch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) haben mit ihren jüngsten Pressemeldungen auf diese Problematik hingewiesen und teilen die Sorge um die Therapieversorgung von betroffenen Patientinnen und Patienten. Insbesondere vermutet die DOG einen dramatischen Versorgungsengpass ab Oktober, so dass dann bis zu 40 Prozent der Patienten ohne Behandler da stehen könnten.

Um die zahlreich bei uns eingehenden Nachfragen von besorgten Mitgliedern beantworten zu können, würden wir gerne von Ihnen erfahren, wie Sie die Versorgungssituation nach dem 1. Oktober für betroffene Patientinnen und Patienten mit einschätzen, die eine IVOM benötigen.

Wie soll gewährleistet werden, dass die bei Ihnen versicherten Patienten die medizinische Versorgung erhalten, die dem drohenden Sehverlust entgegenwirken kann? Welche Vorkehrungen wurden getroffen, damit der befürchtete Engpass hinsichtlich zeitnaher und qualitätsgesicherter Versorgung nicht eintritt und wie werden darüber die Patienten informiert?

Wir freuen uns auf Ihre zeitnahe Antwort, für die wir uns schon vorab bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Badura

Vorsitzender der PRO RETINA Deutschland e. V.

Zuletzt geändert am 09.10.2014 12:52