Nachricht vom 21.03.2016PRO RETINA tritt LIGA Selbstvertretung bei

Nach ihrer Gründung am 2. Dezember letzten Jahres verzeichnet die LIGA Selbstvertetung als politische Interessenvertretung der Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Deutschland weiteren Zulauf. Nach dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ist nun auch PRO RETINA der LIGA Selbstvertretung beigetreten.

"Die Selbstvertretung ist für uns sehr wichtig, weil in diesem Bereich die Defizite in Deutschland sehr groß sind. In unserem Bereich des Engagements von Menschen mit Sehbehinderungen ist die Frage der Mobilität und damit die gesellschaftliche Teilhabe von besonderer Bedeutung. Wir können bei vielen Möglichkeiten, bei denen es gilt, unsere Interessen zu vertreten, nicht teilnehmen, weil unsere Mobilität oft erheblich eingeschränkt ist. Daher setze ich mich dafür ein, dass die Selbstvertretung behinderter Menschen gestärkt wird. Den Gefahren durch Stürze bei mangelhaften visuellen Kontrasten von Stufen muss durch entsprechende Maßnahmen entgegen gewirkt werden", erklärte Elke Lehning-Fricke vom Vorstand von PRO RETINA.

Appell an Abgeordnete: Barrierefreiheit gesetzlich verankern

Im Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts, der am 17. März im Plenum des Deutschen Bundestages beraten wird, ist bisher nicht vorgesehen, dass private Dienstleistungen und Produkte barrierefrei sein müssen. Deshalb appelliert die LIGA Selbstvertretung als politische Interessenvertretung der Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Deutschland an die Bundestagsabgeordneten, die Barrierefreiheit für private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten gesetzlich vorzuschreiben.

"Das Leben behinderter Menschen ist im Alltag stark von der allgemeinen privaten Infrastruktur geprägt. Beim Einkaufen, beim Restaurantbesuch, bei der Wohnungssuche, im Kino, bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, bei der Hotelzimmersuche oder im Urlaub. Behinderte Menschen treffen immer noch auf viele Barrieren“, erklärte Ottmar Miles-Paul, Sprecher der LIGA Selbstvertretung. Das Problem dabei ist, dass die Anbieter privater Dienstleistungen und Produkte bisher in Deutschland nicht zur Barrierefreiheit verpflichtet sind, so dass behinderte Menschen keine Möglichkeiten haben, dies zukünftig zu ändern. Das seit 15 Jahren bestehende Bundesbehindertengleichstellungsgesetz müsse daher dringend dahingehend reformiert werden.

Deshalb appelliert der Zusammenschluss von Organisationen von behinderten Menschen an die Bundestagsabgeordneten, die Verpflichtung privater Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Barrierefreiheit doch noch im vorliegenden Gesetzesentwurf zu verankern. „Wir brauchen diese Rückendeckung, damit behinderte Menschen nicht weiter vor verschlossenen Türen oder für sie nicht nutzbaren Internetseiten stehen“, so Ottmar Miles-Paul, der hofft, dass sich die Abgeordneten auf die Seite behinderter Menschen stellen, statt die Wirtschaft vor klaren Regelungen zur Barrierefreiheit zu schützen.

Hintergrundinformationen zur LIGA Selbstvertretung

Die LIGA Selbstvertretung versteht sich als Die Politische Interessenvertretung der Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Deutschland (DPO Deutschland) und als Ansprechpartnerin für die Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, wenn es um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und die Stimme der Verbände behinderter Menschen geht. Dies ersetzt nicht die Einzelvertretung der Mitgliedsorganisationen.

Link zu weiteren Informationen unter: www.liga-selbstvertretung.de

Zuletzt geändert am 21.03.2016 20:19