Nachricht vom 21.07.2015PRO RETINA unterstützt die „Frankfurter Erklärung“

Unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft!“ fand im Juli 2015 der 11. Deutschen Seniorentag in Frankfurt statt. Hier formulierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und ihre 112 Mitgliedsorganisationen  die „Frankfurter Erklärung“.

Wie wollen wir morgen leben und was können wir dafür tun? Diese Fragen beschäftigen nicht nur junge Menschen, sondern auch die älteren. Sie sehen sich in der Mitverantwortung für künftige Generationen und spielen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Gesellschaft. Das Motto des Deutschen Seniorentages „Gemeinsam in die Zukunft!“ steht für den Willen von Seniorinnen und Senioren sowie ihrer Vertretungen, hierbei mit anderen Generationen und gesellschaftlichen Gruppen an einem Strang zu ziehen. Frauen und Männer, die heute im Seniorenalter sind, haben mit ihrer Lebensleistung wesentlich zum Gelingen einer demokratischen Gesellschaft beigetragen, in der Werte wie Mitverantwortung und Solidarität gelebt werden. Mit dem demografischen Wandel, bedingt durch Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung, kommen neue Herausforderungen, aber auch Chancen auf uns zu. Im Durchschnitt sind ältere Menschen so gesund wie nie zuvor. Viele halten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten körperlich und geistig fit, achten auf gesunde Ernährung, bilden sich weiter, nutzen die neuen Medien und engagieren sich auf vielfältige Weise in Familie, Nachbarschaft, Vereinen und Initiativen.

Mit dem demografischen Wandel und dem sozialen und gesellschaftlichen Wandel kommen neue Herausforderungen, aber auch Chancen auf uns zu.

Die solide und nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung muss gesichert werden. Nach einem längeren Erwerbsleben muss die Rente deutlich über dem Niveau der Grundsicherung liegen. Die Kosten von Lebensrisiken wie Krankheit oder Pflegebedürftigkeit, dürfen nicht immer weiter auf den Einzelnen verlagert werden. „Tätigkeiten wie das Sich-Kümmern um Kinder und Enkel oder ältere Angehörige, die Arbeit im Haushalt, das Engagement in der Nachbarschaft und in der Zivilgesellschaft sollten stärker anerkannt und besser zwischen den Generationen und Geschlechtern verteilt werden. Viele ältere Menschen sagen, sie wollen ihren Angehörigen nicht zur Last fallen. Aber beides, helfen und sich helfen lassen, gehört zum Leben dazu.

Toleranz, gegenseitige Wertschätzung und Solidarität sind Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt wächst. Wir fordern alle Menschen auf, offen gegenüber anderen Lebenserfahrungen und Lebensentwürfen zu sein. Und wir ermutigen alle Beteiligten, die spezifischen Potenziale und Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund stärker zu berücksichtigen.

Alle Menschen – gleich in welcher Lebenssituation – müssen die Möglichkeit haben, ihr Leben selbstständig und selbstverantwortlich zu gestalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die nutzergerechte Gestaltung von Alltagsprodukten und die barrierefreie Gestaltung der Umwelt kommen nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern allen zugute
Es gilt, Pflegebedürftigkeit durch Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation so weit wie möglich zu vermeiden oder hinauszuzögern. Pflegende Angehörige benötigen mehr Anerkennung und stärkere Entlastung. Die Pflegebedürftigen bzw. ihre Interessenvertretungen sind an allen wichtigen Entscheidungen im Pflege- und Versorgungssystem zu beteiligen.  Gegenseitige Hilfe und bürgerschaftliches Engagement sind für das Zusammenleben unverzichtbar. Ein solches Engagement muss jedoch freiwillig sein. Sorgende Gemeinschaften und die Förderung aktiver Nachbarschaften werden in Zeiten veränderter Familien- und Haushaltsstrukturen immer wichtiger. Die Kommunen sind für die Schaffung und den Erhalt einer Engagement fördernden Infrastruktur verantwortlich. „Wir fordern verstärkte Anstrengungen bei der Schaffung alternsgerechten Wohnraums, im Neubau und im Bestand. In ländlichen Räumen müssen mobile bzw. gut erreichbare Angebote zur Alltagsversorgung ausgebaut und gesichert werden. Wir rufen die Verantwortlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger, gleich welchen Alters, dazu auf, an einer toleranten, inklusiv denkenden und handelnden Gesellschaft mitzuwirken. Es kommt darauf an, dass wir alle rechtzeitig und zum Nutzen aller Generationen handeln."

Gemeinsam – auch mit Beeinträchtigungen!

Auch die PRO RETINA Deutschland e.V. als Mitglied der BAGSO setzt sich dafür ein, dass alle Menschen – gleich in welcher Lebenssituation –die Möglichkeit haben müssen, ihr Leben selbstständig und selbstverantwortlich zu gestalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Menschen mit körperlichen Behinderungen bzw. Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, die häufig erst im Laufe des Lebens entstehen, sowie ihre Angehörigen, stoßen jedoch oft auf Hindernisse und soziale Ausgrenzung.

Wir setzen uns dafür ein, dass Ladenlokale, Arztpraxen, Ämter, Beratungsstellen, Kirchen sowie Kultur-, Sport- und Bildungsangebote auch für Menschen mit Handicaps gut auffindbar und leicht zugänglich sind. Öffentliche Verkehrsmittel müssen einfach und barrierefrei nutzbar und das Wohnumfeld muss frei von Stolperfallen sein. Barrierefreiheit kommt ebenso wie eine nutzergerechte Gestaltung von Alltagsprodukten nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen wie Mobilitätseinbußen oder Seh- und Hörbehinderungen, sondern allen zugute
Den vollständigen Text der Frankfurter Erklärung finden Sie unter: http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Positionen/2015/Frankfurter_Erklaerung_10072015-2.pdf

Zuletzt geändert am 03.11.2016 15:30