Nachricht vom 17.04.2014Parlamentarischer Abend in Berlin

Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Politik nutzten Anfang April die Möglichkeit, um sich über aktuelle Entwicklungen der Forschung, Diagnostik und Krankenversorgung bei seltenen Augenerkrankungen zu informieren.

Waisenkinder der Medizin, so werden die seltenen Erkrankungen genannt, weil nur wenige Ärzte sie erkennen und behandeln können. Mehr als drei Jahre müssen Patienten mit einer seltenen Erkrankung durchschnittlich auf eine korrekte Diagnose warten. Ist sie gestellt, fehlt es oft an wirksamen Therapien, da diese Krankheiten kaum Ziel kommerzieller Forschung sind oder die vorhandenen Arzneimittel sehr teuer sind.

Rund 30.000 bis 40.000 Menschen leiden in Deutschland an einer seltenen Netzhauterkrankung. Veränderungen in ihrem Erbgut führen dazu, dass die Sehzellen der Netzhaut nach und nach absterben und Licht- und Farbreize nicht mehr korrekt weiterleiten. Die Seltenheit auf der einen Seite und die Vielfalt an möglichen genetischen Ursachen und Ausprägungen auf der anderen Seite fordert auch die Wissenschaft heraus Die Forscher müssen eine geeignete Therapie finden, obwohl noch keine gesicherte Diagnose existiert, und hochmoderne Diagnosetechnologien entwickeln, obwohl noch nicht alle Ursachen bekannt sind.

Zuletzt geändert am 19.04.2014 15:10