Nachricht vom 25.01.2017St. Gereon, die einzigartige romanische Basilika nördlich der AlpenVon Uschi Winkler

Am 17.12.2016 haben wir uns um 10 Uhr 15 auf der Westseite der St. Gereon Basilika bei schö-nem Winterwetter, aber kalt, zur Besichtigung getroffen. Wieder hat uns Herr Dr. Bock mit seinem fundierten Wissen durch die Basilika geführt. Bis zur Besichtigung hatte man auch die Möglichkeit das sehr schön restaurierte Viertel der alten Bauten der Gerling-Versicherung, einen Teil des alten Stifts und des Stadt-Archivs.

St. Gereon ist eine der zwölf großen romanischen Basiliken in Köln.

Durch die Vollhalle kamen wir in einen gewölbten Ovalbau, auch Zentralbau genannt, der im frühen 13. Jahrhundert in die Form eines Dekagons (Zehneck) mit je vier antiken Konchen (Säulen) im Norden wie im Süden erbaut wurde; dieser so gewonnene spätromanische Zentralbau ist in seiner Art nördlich der Alpen einzigartig. Das zentralisierte Rippengewölbe, das den in vier Etagen geglie-derten Raum schließt, kann als die größte Kuppel-Konstruktion ihrer Zeit (1227) bezeichnet wer-den. Sie erreicht im Scheitelpunkt 34,55 Meter Höhe und misst im Durchmesser 21 Meter bzw. 16,90 Meter. Die Spitzbogenfenster (Fensterkranz der Propheten und Apostel), die Palmettenfens-ter (vier Evangelisten und vier apokalyptische Reiter), Rundbogenfenster (Kölner heilige Männer und Frauen, sowie heiliger Josef und heilige Maria) und die Konchenfenster (rein ornamental), Vor-bild war eine Kirche in Frankreich. Die Fenster wurden gestaltet von dem Maler Meisner. Die Basili-ka wurde in den anfangs Jahren auch die Goldenen Heiligen genannt. Die Kuppel wurde im zweiten Weltkrieg zu einem Drittel zerstört und zwischen 1965 bis 2002 wiederhergestellt. Überwältigend wirkt die neu gestaltete Kuppel durch ihre rote Deckenfarbe, die mit goldenen Zungen verziert ist.

Östlich des Dekagons folgt der Gereonaltar. Vor dem Gereonaltar, vier Stufen tiefer, die erste Kryp-ta mit dem Grab Gereons. Hinter dem Gereonaltar kommt man in die zweite Krypta, die höher als die erste ist und ein wunderschönes altes Bodenmosaik hat.

Darüber wurde im gotischem Stil der zweijochige Langchor erbaut. Rechts vom Langchor befindet sich die Sakristei mit kostbaren Doppeltüren. Sie ist als Schatzkammer von Reliquiaren des Mittel-alters sowie Grabungsfunden ausgestattet.

Erste Erwähnung von St. Gereon war ca. im 4. Jahrhundert, was durch eine Münze die in einem Grundstein liegt, bestätigt wurde, den wir uns im Langchor anschließend ansehen beziehungs-weise ertasten konnten. Der Grundstein wurde bei Ausgrabungen entdeckt.

Der Langchor ist ebenfalls etwas höher gebaut die beiden Ost –Türme.

Zurück zum Zentralbau besichtigten wir die Taufkapelle mit ihrem achtstrahligen Gewölbe und mit einigen noch erhaltenen Fresken im Zackenstil des 13. Jahrhunderts. Schwerpunkt der Raumge-staltung sind Heiligenfiguren in den Nischen, darunter Konstantin der Große und vermutlich Gereon und Mauritius. Das Gewölbe der Kapelle ist als blauer Himmel mit goldenen Sternen verziert. Das achteckige Taufbecken wird in die spätromanische Zeit datiert.

Das in einer Nische neben dem Ausgang vom Zentralbau zur Vorhalle stehende Säulenstück, die sogenannte Blutsäule von St. Gereon, diente der Legende nach der Hinrichtung des heiligen Gere-on.

Am Schluss besichtigten wir die Pietàkapelle von 1897.

Hier befindet sich eine sehenswerte Pietà, die, orientiert am Vorbilde Michelangelos, von Anton Josef Reiss, Düsseldorf, geschaffen wurde.

Nach dem Ende der Besichtigung standen wir auf dem Gereonsdrisch vor der Kirche zusammen und waren alle so begeistert, dass wir den Wunsch äußerten, mit Herrn Dr Bock zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere romanische Kirche zu besichtigen. Herr Dr. Bock schlug die Kirche Maria im Kapitol vor.

Beendet wurde die Besichtigung mit einem gemütlichem Zusammensein bei Essen und Trinken, im Päffgen.

Zuletzt geändert am 25.01.2017 16:57