Nachricht vom 20.09.2013Erste Hilfe Lehrgang für blinde und sehbehinderte Menschen fand in Mainz stattQuelle:Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Regionalverband Rheinhessen

Am 19. und am 20. September 2013 veranstaltete die PRO RETINA Deutschland e. V., Regionalgruppe Mainz zusammen mit ihrem Partner Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Regionalverband Rheinhessen einen Erste Hilfe Lehrgang speziell für blinde und sehbehinderte Menschen.

Es waren 5 Teilnehmmer und zwei Ausbilder. Nachfolgend der Zeitungsbericht der Mainzer Rhein Zeitung.

Erste Hilfe-Maßnahmen sind auch für Blinde wichtig

Kursangebot PRO RETINA bietet alle zwei Jahre ein spezielles Programm für sehbehinderte Menschen an.

Quelle:
Mainzer Rhein Zeitung, 20. September 2013, Sarah Umla)

Die Johanniter-Unfall- Hilfe bietet gemeinsam mit der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland zum zweiten Mal einen zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs für Sehbehinderte und Blinde an. Die Kurse finden alle zwei Jahre statt.

„Sie richten sich nur an Blinde", erklärt der Regionalgruppenleiter von PRO RETINA Wolfgang Schweinfurth. „Denn wir gehen in normalen Kursen oft unter."

Die Kurse sind für fünf Personen ausgelegt. „In kleineren Gruppen verinnerlicht man die Übung einfach mehr", erklärt Schweinfurth.

Das Programm besteht aus zwei Schwerpunkten: Die Ausbilder der Johanniter-Unfall-Hilfe zeigen den Teilnehmern die Grundzüge der Ersten Hilfe.

Dazu gehören die fünf W's:

  • Was ist passiert?
  • Wo?
  • Wie viele Verletzte?
  • Welche Arten von Verletzungen gibt es?
  • Wichtig das Warten

„Die Helfer müssen mit den Opfern auf den Krankenwagen warten und dürfen sie nicht alleine lassen", erklärt der Ausbilder Norbert Horn. Detailliert wird die stabile Seitenlage sowie die Herz-Lungen- Wiederbelebung den Teilnehmern praxisnah vorgeführt. „Die stabile Seitenlage stellt beispielsweise sicher, dass die Atemwege freigehalten werden", informiert Ausbilder Norbert Horn.

Schweinfurth nimmt selbst an dem Kurs teil. „Es hilft einfach, alle zwei Jahre die Erste-Hilfe-Techniken wieder aufzufrischen. Es sind ja keine alltäglichen Handlungen, daher vergisst man schon das Ein oder Andere."

Die fehlende Fähigkeit des Sehens ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Denn Sehende sind oft Überfordert bei Unfällen. „Wir sind nicht von dem Anblick schockiert, da wir nicht sehen, sondern die Wunden und das Blut nur fühlen können", erläutert Schweinfurth.

Für Blinde ist es dagegen wichtig, mit dem Unfallopfer zu sprechen, um zu erfahren, wo die Verletzung ist.

Zuletzt geändert am 15.12.2015 09:09