Was ist pathologische Myopie (krankhafte Kurzsichtigkeit)?

Bei einem Normalsichtigen bewirkt die Brechung von Hornhaut und Linse, dass Lichtstrahlen auf dem Weg durch das Auge gebündelt werden. Ist die Brechkraft des Auges sowie die Länge des Augapfels, die in der Regel 24 mm beträgt, genau aufeinander abgestimmt, treffen die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut zusammen und es entsteht für den Betrachter ein scharfes Bild.

Die Myopie (Kurzsichtigkeit) ist eine  Fehlsichtigkeit der Augen. Ursache ist meist eine vergrößerte Achsenlänges des Auges. Wenn das kurzsichtige Auge einen Millimeter länger als das normalsichtige ist, entspricht dies etwa einer Myopie von drei Dioptrien. Jemand, der kurzsichtig ist, sieht gut in der Nähe, aber unscharf in der Ferne.

Ja nach Länge und Brechkraftveränderung des Auges spricht man von einer hohen Myopie, malignen bzw. pathologischen Myopie mit oder ohne myope Fundusveränderungen (Augenhintergrundveränderungen) ab einer Achsenlänge von 26,5 mm und mindestens - 6 dpt. (Dioptrien) Brechkraftveränderung. Die pathologische Myopie ist eine seltene erworbene Netzhauterkrankung. 

Die pathologische Myopie (PM) tritt meist erst ab einer Stärke von -6,0 Dioptrien oder einer Länge des Augapfels von mehr als 26 mm auf. Aufgrund des kontinuierlich oder schubweise, übermäßigem Längenwachstum des Augapfels kann es zu Dehnungen der Netzhaut und Aderhaut kommen. Als Folge treten gehäuft durch eine Verdünnung des Netzhautgewebes Risse in den feinen Netzhautschichten auf, sogenannten Lacksprüngen. Das sind Risse in der Bruch´schen Membran (zwischen der Netzhaut und der sie versorgenden Aderhaut gelegen). Sie führen zu einer verminderten Durchblutung des Netzhautgewebes. Hierdurch können sich meist an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) neue, krankhafte Blutgefäße bilden, die chorioidale Neovaskularisation (CNV). Sie wachsen unter oder in die Netzhaut hinein. Im Verlauf dieses Prozesses kommt es zum Austritt von Flüssigkeit und Blut, was zu einem Untergang der Sinneszellen in der Netzhaut und zu Vernarbungen führt. Für Menschen mit hoher Myopie besteht außerdem ein erhöhtes Risiko der Netzhautablösung, der peripheren Riss- und Lochbildung in der Netzhaut und einer Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom = Grüner Star)


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Zuletzt geändert am 11.04.2018 13:15