Krankheitsbild und Verlauf

Verfasst von: Hans Winkler und Dietmar Wössner

Fachliche Durchsicht: Dr. med. Natasa Mihailovic, Universitäts-Augenklinik Münster

Die Aderhaut (Choroidea) befindet sich zwischen der Netzhaut (Retina) und Lederhaut (Sklera). Wie der Name bereits vermuten lässt, ist sie ein sehr gut durchblutetes Gewebe. Mit ihrem Geflecht von Blutgefäßen sorgt die Aderhaut für die Ernährung der angrenzenden Strukturen.

Die Aderhaut besteht aus 3 Schichten:

  1. der aus Bindegewebe bestehenden und an die Netzhaut grenzenden Bruch-Membran
  2. dem Geflecht aus verzweigten kleinen Blutgefäßen (Choriokapillaris)
  3. der an die Sklera grenzenden Schicht aus größeren arteriellen und venösen Gefäßen

Durch die Aderhaut führen keine sensiblen Nervenfasern, daher verursacht sie auch keinerlei Schmerzen.

Verlauf

Die zentrale areoläre Aderhautdystrophie beginnt mit einem langsamen Visusverlust und einer Verminderung der Lesefähigkeit meist zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. Auch ein späteres Auftreten ist möglich, der klinische Befund kann dann insbesondere aufgrund des höheren Alters mit dem einer AMD verwechselt werden.

Die Geschwindigkeit und die Art des Fortschreitens sowie der Sehschärfeverlust können sehr unterschiedlich sein.

Im frühen Krankheitsstadium lassen sich kaum wahrnehmbare Unregelmäßigkeiten im retinalen Pigmentepithel (RPE) feststellen, die im weiteren Krankheitsverlauf zur scharf begrenzten Atrophie von RPE und Choriokapillaris führen. Da der Zellschwund, wie der Name der Erkrankung es bereits andeutet, hauptsächlich in der zentralen Netzhaut von statten geht, ist ein kompletter Verlust des Gesichtsfeldes normalerweise nicht zu erwarten.

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Zuletzt geändert am 15.02.2019 21:57