MACUSTAR: Beobachtungsstudie sucht Teilnehmer mit trockener AMD

Mit dem Projekt MACUSTAR, welches von der EU gefördert wird, sollen Methoden für Studien bei intermediärer altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) entwickelt werden, mit denen die Wirksamkeit von Therapieansätzen nachgewiesen werden kann. An diesem Forschungsvorhaben sind unter Koordination der Universitäts-Augenklinik Bonn acht weitere Einrichtungen und vier Firmen beteiligt.

Welche Therapieansätze sind bei AMD wirksam?

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für einen schweren Sehverlust in allen Industrienationen. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung steigt die Anzahl der betroffenen Menschen kontinuierlich an. Die AMD schreitet von einem frühen über ein intermediäres Stadium, in dem Sehprobleme vor allem bei wenig Licht und schwachem Kontrast auftreten, zu einem späten Stadium fort, das zu einem irreversiblen Sehverlust führen kann.

Um Spätstadien der Erkrankung zu verhindern, müssen neue Therapien entwickelt werden, die das Fortschreiten von intermediärer AMD zur späten AMD aufhalten. Damit solche neue Therapien in klinischen Studien getestet werden können, müssen jedoch zunächst Methoden entwickelt werden, mit denen die Wirksamkeit einer neuen Therapie nachgewiesen werden kann. MACUSTAR hat sich zum Ziel gesetzt, solche Methoden zu entwickeln, die in zukünftigen Therapiestudien Anwendung finden können und von den Zulassungsbehörden akzeptiert werden.

Mit Standarduntersuchungen sind nicht alle Sehstörungen zu erfassen

Patienten mit intermediärer AMD beklagen mitunter Sehstörungen, die mit der Standarduntersuchung der zentralen Sehschärfe mit viel Licht und hohem Kontrast allein nicht erfasst und gemessen werden können. Diese spezifischen Einschränkungen werden im Rahmen des MACUSTAR-Projekts genauer untersucht. Zusätzlich werden die Auswirkungen dieser Veränderungen der Sehfunktion auf die Lebensqualität mittels eigens entwickelter Instrumente ermittelt. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Untersuchung von genetischen und anderen Risikofaktoren, die mit einem rascheren Fortschreiten der Erkrankung verbunden sind.

7 Studienzentren in Deutschland: Teilnehmer gesucht

Bei der MACUSTAR-Studie werden insgesamt 750 Patienten in mehreren europäischen Ländern berücksichtigt. Patienten mit intermediärer (trockener) AMD werden über drei Jahre regelmäßig untersucht. Dabei kommen neueste, hochauflösende Bildgebungsverfahren wie die optische Kohärenztomographie (OCT) als auch innovative funktionelle Untersuchungsmethoden wie die ortsaufgelöste Mikroperimetrie bei Dämmerungssehen zum Einsatz. Ein Medikament wird in der Beobachtungsstudie nicht verabreicht.

Das Forschungsprojekt wird in Deutschland an den Augenkliniken in Bonn, Freiburg, Köln, München, Münster, Tübingen und Ulm durchgeführt. Interessierte Studienteilnehmer müssen die Diagnose trockene, intermediäre AMD haben, zwischen 55 und 85 Jahre alt sein und es darf keine Behandlung wegen feuchter AMD durchgeführt worden sein.

Interessierte AMD-Betroffene, die diese Einschlußkriterien erfüllen, können sich an Ursula Volk, Augenklinik Ulm, wenden. Sie ist erreichbar erreichbar unter der Telefonnummer: 0731/500-59222 (8.00 – 12.00 Uhr). Sie vermittelt gerne den Kontakt zu den anderen teilnehmenden Augenkliniken.

Quellen: Universitätsaugenklinik Ulm;Ophthalmologica vom 28.8.2018; idw online vom 29.8.2018;

Weitere Informationen: macustar und The Innovative Medicines Initiative (IMI)

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Zuletzt geändert am 22.12.2018 15:36