Corona Virus-Pandemie und Augenbehandlungen/ -untersuchungen: Was ist zu beachten?

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, Covid-19) stieg in den vergangenen Tagen weiter an. Viele Menschen sind verunsichert. Auch in der Geschäftsstelle der PRO RETINA Deutschland e. V. stand in den vergangenen Wochen das Telefon kaum still. Ganz besonders sehbehinderte und blinde Menschen, die regelmäßig ihren Augenarzt aufsuchen müssen, beschäftigen derzeit viele Fragen. Aus aktuellem Anlass hat der Berufsverband der Augenärzte (BVA) seine Handlungsempfehlungen im Umgang mit Behandlungsterminen in Augenarztpraxen verschärft.

Konservativ behandelnde Praxen sollten alle nicht zwingend notwendige Untersuchungen verschieben

Zu Routineuntersuchungen äußert sich der BVA wie folgt: „Alle nicht zwingend notwendigen Untersuchungen sollen um mindestens drei Monate verschoben ist werden. Dies gilt für Routinekontrollen, Glaukomkontrollen, Diabetikerscreening ohne bekannte Retinopathie und Sehschultermine. Außerdem ist dafür zu sorgen, dass sich so wenige Patienten wie möglich gleichzeitig im Wartezimmer befinden. Begleitpersonen sollte der Zutritt in die Praxisräume nur in Ausnahmefällen gestattet werden. Wiederholungsrezepte sollten mit der Post geschickt werden.“

Intravitreale Injektionen von VEGF-Hemmern (IVOM-Therapie)

Betroffene mit einer feuchten altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) oder einem diabetischen Makulaödem (DMÖ) sind in der Regel über 65 Jahre alt und gehören zur Risikogruppe, am Coronavirus zu erkranken. Diese Risikogruppe wird derzeit vom Robert-Koch-Institut gebeten, zu Hause zu bleiben. Doch wie sollen sich AMD- und DMÖ-Patientinnen und -patienten verhalten, wenn eine Spritzentherapie ansteht? Die IVOM-Therapie ist für den Erhalt des Sehvermögens von entscheidender Bedeutung. Sie zählt bei feuchter AMD oder DMÖ zu den dringlichen Operationen, so der BVA.Augenärztinnen und Augenärzte sollten die dafür vom Robert-Koch-Institut ausgesprochenen Hygieneempfehlungen beachten.

Wir empfehlen daher Ratsuchenden, sich bei ihrem Augenarzt oder bei ihrer Augenklinik zu erkundigen, ob ihr Untersuchungstermin stattfindet. Sollte sich der Termin verzögern oder abgesagt werden, ist es ratsam, die Augen regelmäßig mit dem Amsler-Gittertest zu überprüfen. Ändert sich die Sicht auf das Amlser Gitter im Vergleich zum Vortag, sollten Betroffene unverzüglich nach telefonischer Absprache ihren Augenarzt aufsuchen.

Zu aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hält Sie PRO RETINA auf der Homepage (unter „Aktuelle Meldungen, Nachrichten“) auf dem Laufenden.

Autorin: Dr. Sandra Jansen, PRO RETINA Deutschland e.V.

Quellen: PRO RETINA Deutschland e.V.; KADEN Verlag -Nachrichten.

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Zuletzt geändert am 15.04.2020 14:45