Transkorneale Elektrostimulation (TES): Therapiesystem OkuStim wieder verfügbar

Das OkuStim System der Reutlinger Firma Okuvision hat erneut eine gültige CE-Kennzeichnung erhalten und kann ab sofort den Vertrieb wieder aufnehmen. Eine CE-Kennzeichnung zeigt die Einhaltung von Anforderungen zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz an.

Im März des vergangenen Jahres wurde mit der Auflösung der RETINA IMPLANT AG (Subretinaler Netzhautchip) auch die Versorgung mit dem Therapiesystem Okustim® für die transkorneale Elektrostimulation (TES) für Retinitis pigmentosa-Betroffene eingestellt: Newsletter vom 28.3.2019 und Newsletter vom 4.6.2019. Mit der nun erfolgten erneuten CE-Kennzeichnung für das OkuStim Therapiesystem ist nun nicht nur die Versorgung bestehender TES-Anwender mit Elektroden und OkuStim Systemen gewährleistet, sondern es ist gleichzeitig auch die Zusicherung, die von den klinischen Partnern benötigt werden, um Patienten die TES Therapie wieder verschreiben zu können. Erhältlich ist das OkuStim System über ein Netz von Augenkliniken und Händlern derzeit in Deutschland und der Schweiz.

Damit geht laut Okuvision für viele Anwender und das Team der Okuvision eine lange Geduldsprobe zu Ende. Die Firma hatte letzten Sommer das Therapiesystem von der Retina Implant AG übernommen, als diese den Betrieb einstellte. Seither haben Geschäftsführer Dr. Alfred Stett und seine elf Mitarbeiter den Wiederaufbau der Produktion, den Erhalt des Vertriebsnetzes und die wichtige erneute CE-Kennzeichnung vorangetrieben. Dies ist nun geschafft. Die aktuelle Corona-Situation hatte diese zuletzt noch um weitere Wochen verzögert. „Hiermit ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht – wenn nicht der wichtigste,“ so Stett. „Nicht nur für Retinitis pigmentosa-Betroffene gibt es nun Gewissheit über ihre Versorgung.

Bundesweite Studie geplant

Okuvision plant nach der neuerlichen Zulassung eine bundesweit durchgeführte, große Studie. Diese soll mit mehr als hundert Patienten untersuchen,was der tatsächliche Effekt der Stimulation ist. Alfred Stett: „Man weiß, dass man durch Elektrostimulation zellerhaltende Prozesse im Nervengewebe anstoßen kann. “Das Produkt, so der Reutlinger Ansatz, stimuliert das Auge von außen: „Dadurch werden in der Netzhaut Prozesse angestoßen, die den Erblindungsprozess verlangsamen könnten. “Genau das soll die Studie nun nachweisen. Kleinere Studien hätten bisher zwar erwiesen, dass das im Einzelfall so ist. Derzeit nutzen zirka 200 Retinitis-pigmentosa-Patienten (RP) das System. Nun soll laut Dr. Stett mit der Studie der Nutzen nachgewiesen werden, um die Krankenkassen davon zu überzeugen, dass die Therapie so gut ist, dass sie in die Regelversorgung gehen kann.

Quellen: Schwäbisches Tagblatt vom 20.4.2020; Pressemitteilung von Okuvision vom 27.4.2020.

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Zuletzt geändert am 08.05.2020 10:35