Grundlagenwissenschaftlicher Forschungspreis 2021 der PRO RETINA

Der diesjährige Grundlagenwissenschaftliche Forschungspreis, den die PRO RETINA Deutschland zusammen mit der Retina Suisse vergibt, ist im Rahmen des wieder "online" stattfindenden 119. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) Herrn Cameron Cowan Ph.D. und Frau Magdalena Renner Ph.D.zuerkannt worden.

Wie es in der von Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner (Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates WMB der PRO RETINA) verfassten Laudatio heißt, hat der WMB diesen Preis den beiden Autoren zuerkannt für die im September 2020 in der Fachzeitschrift "Cell" veröffentlichte Arbeit

„Cell types of the human retina and its organoids at single-cell resolution“

Es wurde eine Methode entwickelt, wie aus induzierten pluripotenten menschlichen Stammzellen (IPS) Netzhaut-Organoide gezüchtet werden können. Ein Organoid ist eine wenige Millimeter große, organähnliche Mikrostruktur, die mit Methoden der Zellkultur künstlich erzeugt werden kann. Die Autoren haben Techniken gefunden, die es erlauben, tausende dieser Organoide von menschlichen Stammzellen zu züchten. Es wurde auch ein umfangreicher Atlas generiert, wie sich auf Einzelzellebene die Genexpressionsmuster der Netzhaut und Aderhaut von Organiden mit den Ergebnissen von frischen postmortalen menschlichen Netzhäuten vergleichen lassen. Auch konnten bei den Organoiden Reaktionen auf Licht nachgewiesen werden.

Diese hochrangige wissenschaftliche Leistung erlaubt es, Mechanismen retinaler Erkrankungen in Organoiden überzeugend zu untersuchen. Durch die Produktion funktioneller Organoide können die Prüfungen zur Sicherheit und Wirksamkeit neuer Therapieansätze in der personalisierten Medizin deutlich beschleunigt werden.

Herr Dr. Cowan arbeitet seit 2015 im Labor von Prof. Botond Roska, Department of Neurobiology am Friedrich Miescher Institut in Basel und ist jetzt als Leiter für den Bereich "Scientific Computing“ tätig. Sein Schwerpunkt ist die genomische Analyse auf Einzelzellebene und die Erzeugung Zelltyp-spezifischer Promotoren.

Frau Dr. Renner arbeitet seit 2016 im Labor von Prof. Botond Roska am Institut of Molecular and Clinical Ophthalmology in Basel, wo sie die retinalen Organoide als Modell für Netzhautdegenerationen entwickelt hat und jetzt als Leiterin der Human Organoid-Platform tätig ist.

Die PRO RETINA Deutschland e. V. und auch das Newsletter-Team gratulieren Frau Dr. Renner und Herrn Dr. Cowan herzlich zu dieser Ehrung und wünschen ihnen viel Erfolg für ihre weiteren wissenschaftlichen Arbeiten. Der Grundlagenwissenschaftliche Forschungspreis ist mit einer Barsumme von 5000 € verbunden, den sich die beiden Autoren teilen.

Der PRO RETINA-Newsletter berichtete in einer früheren Ausgabe über die nun preisgekrönte Arbeit: Grundlagenforschung: Basler Forscher züchten Netzhaut-Organoide.

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

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Zuletzt geändert am 24.09.2021 22:07