Fortsetzung „Um die halbe Welt“ mit Kurt Schorn

19.10.15 Krakau

Tel Aviv Am frühen Morgen fuhren wir mit einem Taxi zum Flughafen in Krakau. Von dort flogen wir dann mit Austrian Airlines über Wien nach Tel Aviv. Dort angekommen, ging es dann weiter mit einem Kleinbus nach Jerusalem. Direkt vor dem Jaffator, einem Tor der Altstadtmauer um Jerusalem, hielt unser Kleinbus. Als wir unser Gepäck aus dem Bus holten, stellte ich fest, dass ein israelischer Mitfahrer meinen Rucksack mit seinem vertauscht hatte. Glücklicherweise hatte ich ins Kopfteil meine Heimatadresse und Telefonnummer hineingeschrieben. So rief am selben Abend zum Erstaunen meiner Frau eine Israelin bei uns in Aachen an, um die Sache mit dem Rucksacktausch aufzuklären. Meine Frau rief mich daraufhin an und wir konnten mit dem israelischen Mitfahrer einen Termin ausmachen, an dem wir uns dann trafen, um die Rucksäcke auszutauschen. Am Abend zogen wir dann noch etwas durch den muslimischen Teil der Altstadt von Jerusalem, der durch kleine Gässchen und viele Basare geprägt ist. Es herrschte ein ziemliches Gewusel, aber auch dort brachte mich mein Freund Harald sicher durch.

20.10.15 Jerusalem

Am frühen Morgen spazierten wir durch das armenische, christliche und jüdische Viertel der Altstadt Jerusalems zur Via Dolorosa. Die Via Dolorosa (Leidensweg Christi) ist der Weg, den Jesus Christus zur Kreuzigung beschritten haben soll. Er führt über 14 Stationen vom Palast Pontius Pilatus zum Berg Golgota, wo Jesus Christus gekreuzigt wurde. Auf diesem Weg begegneten uns viele christliche Pilger, die, teilweise mit einem Kreuz auf dem Rücken, die einzelnen Stationen singend und betend abschritten. Auf dem Berg Golgota steht eine große Grabeskirche, die um 330 von einer römischen Frau eines Kaisers errichtet wurde. In ihr befindet sich das Grab Jesus Christus und die Stelle, an der das Kreuz gestanden haben soll. Wir hatten viel Glück und konnten trotz des riesigen Andrangs das Grab besichtigen. In dieser Kammer steht ein Altar und eine Marmorplatte kennzeichnet das Grab. Beides konnte ich abtasten. Nachmittags fanden wir nach einigem Suchen auch die jüdische Klagemauer. An ihr beten Juden und stecken dort kleine Gebete und Wunschzettelchen in die Mauerritzen. Wir trafen dort zwei amerikanische Juden, die in Jerusalem waren, um die jüdische Religion zu studieren. Wir wollten auch noch die al Aqsa Moschee und den Felsendom mit der goldenen Kuppel besichtigen, aber das war leider nicht möglich, da der Zugang nur für Muslime erlaubt war. Über der Altstadt waren die Gebete des Muezzins zu hören. Interessant war für uns, dass auf so engem Raum die drei monotheistischen Religionen zusammenleben. Allerdings war es nicht ganz unproblematisch, denn in der Altstadt standen an sehr vielen Stellen israelische Soldaten zur Sicherung dieses labilen Friedens. Als wir an diesem Abend in unser Altstadthotel zurückkehrten, erlebten wir eine böse Überraschung. Weil wir uns über das sehr schlechte Frühstück beschwert hatten, befanden sich in unserem Zimmer andere Gäste. Nachdem ich dem Manager aber in aller Deutlichkeit unsere Meinung hierüber lautstark mtgeteilt hatte, bekamen wir ein neues Zimmer, welches ebenso übel war, wie das alte.

21.10.15 Jerusalem – Bethlehem - Tel Aviv

Frühmorgens liefen wir über die Befestigungsmauer Jerusalems vom Jaffa- bis zum Damaskustor. Nachdem wir dort herabgestiegen waren, nahmen wir ein Taxi nach Bethlehem. Die Stadt ist ca. 20 km von Jerusalem entfernt und liegt in einem Palästinensischen Autonomiegebiet. Dort steht an der Geburtstätte Jesu Christi heute eine griechisch-orthodoxe und eine armenische Kirche. Direkt nebenan befindet sich die römisch-katholische Kirche, die einen Zugang zu der Stelle hat, an der die Krippe Jesu gestanden haben soll. Auch diese Stelle konnte ich abtasten. Es war ein sehr beglückendes Gefühl. Am Nachmittag holten wir unser Gepäck im Hotel ab und fuhren anschließend mit der Straßenbahn und zwei verschiedenen Bussen in Richtung Tel Aviv. Dort bezogen wir unser direkt am Strand gelegenes Hotel. Am Abend hatten wir noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang am Strand von Tel Aviv.

22.10.15 Tel Aviv – Kairo

Dieser Tag war ein reiner Reisetag. Morgens um 3 Uhr wurden wir von einem Taxi abgeholt und zum Flughafen von Tel Aviv gebracht. Von dort flogen wir über Amman nach Kairo. Vermutlich ist aus politischen Gründen keine direkte Verbindung zwischen Israel und Ägypten möglich. Auf dem Flughafen in Kairo angekommen, mussten wir erst ein Visum für die Einreise beantragen. Auch die schriftliche Beantragung übernahm mein Freund Harald gerne für mich. Es war schon spät, als wir von einem Taxi vom Flughafen abgeholt und zum Hotel gebracht wurden. Die Zeit reichte abends noch für einen kleinen Spaziergang zum Tahir - Platz und über den Nil zu einer kleinen Insel und von dort wieder zum Hotel zurück. Mein Eindruck war, dass behinderte Menschen unmöglich in der Innenstadt von Kairo leben können. Die Bürgersteige, wenn vorhanden, liegen voller Waren der Händler und man ist oftmals gezwungen, auf der Straße zu gehen. Dort herrscht ein solcher Verkehr, dass man den Eindruck bekommt, es geht hier nur ums reine Überleben. Links rammte mir ein Moped seinen Spiegel in die Seite und rechts dasselbe durch ein Auto, obwohl ich versetzt hinter meinem Freund mit weißem Stock ging.

23.10.15 Kairo – Luxor

Morgens um 5 Uhr ging unser Flug nach Luxor. Diese Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern liegt direkt am Nil. Dort angekommen, fuhren wir mit einem Taxi zu unserem Hotel. Ein sehr schönes Hotel, in dem wir allerdings die einzigen Gäste waren. Vermutlich haben die Unruhen in Ägypten zu stark nachlassendem Tourismus geführt. Einerseits war das für uns angenehm, weil man nicht so lange anstehen musste, andererseits waren die Touristenführer sehr aggressiv im Anwerben von Touristen. Mit einer Kutsche fuhren wir von unserem Hotel zu den Tempeln von Luxor und Karnak. Der Luxortempel ist sehr gut erhalten. Dort hatte ich die Möglichkeit, Säulen und steinerne Figuren und Löwen zu betasten. Eine große viereckige Säule ist auch daher berühmt, weil die Zwillingssäule in Paris auf dem Place de la Concorde steht. Der Tempel in Karnak ist weitläufiger und nicht so gut erhalten. Mein Freund Harald ist als Architekt sehr an baulichen Dingen interessiert, daher hat er mir sehr viele Details erklären können. Den Abend ließen wir dann in einem Restaurant ausklingen. Eine Besonderheit war, dass man nirgendwo ein Bierchen zu trinken bekam. Die Region Luxor ist muslimisch geprägt, was nicht nur daran zu erkennen war, dass kein Alkohol ausgeschenkt wurde. Ständig riefen mehrere Muezzins gleichzeitig und laut zum Gebet.

24.10.15 Luxor – Kairo

Morgens fuhren wir mit einer Kutsche zur Fähre, die uns auf die andere Seite des Nils brachte. Dort vereinbarten wir mit einem Fahrer eine Tour, die uns zu den Tempeln Medinet Habu, Ramesseum sowie dem der Hatschepsut führte. Anschließend fuhren wir ins Tal der Könige. Dort hatten wir die Gelegenheit, drei Königsgräber von insgesamt 64 zu besichtigen: Merenptah, Ramzes IV. und Ramzes IX. Offiziell ist das Photographieren in den Gräbern verboten, jedoch nehmen es manche Führer mit diesem Verbot nicht so genau, wenn die Höhe des Trinkgeldes stimmt.Am späten Abend flogen wir dann zurück nach Kairo.

25.10.15 Kairo – Gizeh

Dies sollte ein ganz besonderer Tag werden. Wir sind am Morgen nach Gizeh gefahren. Die Stadt Gizeh liegt etwa 18 km von Kairo entfernt. Dort stiegen wir bei brütender Hitze in eine Kutsche, die uns an den weltberühmten, 6.000 Jahre alten Pyramiden entlang fuhr. Die bekanntesten Pyramiden sind der Größe nach: Cheops, Chephren und Mykarinos. Diese zählen zum Weltkulturerbe und das einzige der sieben alten Weltwunder, das noch existiert. Es gibt hier noch weitere, u. a. die der drei Königinnen. In die Cheopspyramide (wohl die berühmteste aller Pyramiden) konnte ich mit meinem Freund hineinklettern. Es ging über enge, sehr schmale Gänge, teilweise auf allen Vieren in das Innere nach oben. Schließlich erreichten wir die eigentliche Grabkammer mit dem Sarkophag in der Mitte. Harald und ich waren dort alleine und so konnte ich alles sehr geruhsam in „Fingerschein“ nehmen. Das war für mich eines der großartigsten Erlebnisse unserer Reise. Im Anschluss besuchten wir noch die Statue der Sphinx. Diese war leider nur aus ca. 30 m Entfernung zu betrachten. Ich konnte nur eine dunkle Steinmasse erkennen, aber mein Freund Harald gab sich die größte Mühe, mir den löwenartigen Körper zu beschreiben. Am Nachmittag hatten wir noch Zeit für einen Spaziergang durch die muslimische Altstadt von Kairo, die ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Altstadt hat diesen Titel wahrscheinlich für die große Anzahl von Moscheen erhalten. Die größte muslimische Moschee, die el Azhar Moschee, konnten wir ebenfalls noch besichtigen.

26.10.15 Kairo - Namibia

Unser Flug ab Kairo startete schon um 2.00 Uhr in der Früh, so dass uns die Nacht zum Schlafen fehlte. Nachmittags kamen wir nach Zwischenlandungen in Addis Abbeba und Johannesburg in Windhoek an, wo wir von einem Fahrer abgeholt wurden. Im Hotel angekommen, führten wir ein kurzes Gespräch mit dem Reiseveranstalter der sechstägigen Rundreise durch Namibia. Schließlich verschwanden wir nach 37 schlaflosen Stunden in unseren Betten. Schlafen im Flugzeug war uns beiden leider nicht gelungen. Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwestafrika, ist etwa dreimal so groß wie die Bundesrepublik, aber es leben nur ca. 2,5 Mio. Menschen dort. Das liegt wohl daran, dass der größte Teil des Landes Wüste ist und entsprechend heiß war es auch während unserer Rundreise.

27.10.15 Windhoek – Sesriem

An diesem Morgen trafen wir George, unseren Guide für die komplette Namibia-Tour. George war ein ca. 40-jähriger Farbiger mit viel Humor und riesigem Appetit. Mit ihm fuhren wir südlich über Solitär, der kleinsten Stadt Namibias mit 92 Einwohnern, nach Sesriem. Dort checkten wir in einer wunderschönen Lodge ein. Die Sossus-Dune-Lodge war völlig aus Holz gebaut, mit Reet gedeckt und stand mitten in der Wüste. Ich habe die Ruhe dort nach der megalauten Stadt Kairo genossen. Abends, aber noch im Hellen, stiegen wir dann noch in einen Canyon, ca. 40 m tief und einen Kilometer lang. Sehr schön! Den Abend genossen wir dann auf der herrlichen Holzterrasse in der absolut lautlosen Wüste.

28.10.15 Sesriem – Swakopmund

Am Morgen dieses Tages fuhren wir zunächst nach Sossusvlei, dem Ausgangspunkt zu einer Wanderung durch die Namibwüste, einem Weltnaturerbe. Dort findet man die größten Dünen der Welt. Big Daddy ist die höchste mit ca. 350 m. Wir begnügten uns allerdings damit, die bekannte Düne Nr. 45 zu besteigen, die immerhin eine Höhe von ca. 180 m hat. Die Ruhe ist unbeschreiblich schön. Die Farben gehen von Rosa über Ocker bis ins leuchtende Rotbraun. Die Namibwüste ist wahrscheinlich entstehungsgeschichtlich einer der ältesten Teile der Welt. Auf dem Weg nach Swakopmund besuchten wir dann noch einen Friedhof der Bäume in der Wüste. Man könnte vermuten, dass die „dead tries“ vertrocknet sind, aber weit gefehlt. Vor ca. 600 Jahren war dieses Gebiet überschwemmt und die Bäume sind ertrunken. Später durch Wind und Erosion sind sie dann wieder aufgetaucht. Am Nachmittag fuhren wir dann nordwestlich an die Atlantikküste über Walvishbay nach Swakopmund. In Walvishbay sind normalerweise viele Flamingos zu sehen, aber wegen des schlechten Wetters hatten wir Pech. Swakopmund ist die wohl deutscheste Stadt in Afrika. Abends aßen wir mit George in einem deutschen Brauhaus und genossen einige Bierchen, die selbstverständlich nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wurden. Wir hatten einen schönen Anlass für unser Essen: Wir luden George und seine Frau ein, da sie an diesem Abend ihren 10. Hochzeitstag feierten.

29.10.15 Swakopmund – Twyfelfontein

Von Swakopmund fuhren wir nordöstlich durch die Wüste nach Twyfelfontein. Auf dem Weg dorthin kamen wir an den als „Orgelpfeifen“ bekannten Basaltsäulen vorüber. Diese nahmen wir bei einem kurzen Spaziergang in Augenschein. Sie sind bis zu 5 m hoch und entstanden vor ca. 120 Mio. Jahren. Abends checkten wir in der Twyfelfontein Country Lodge ein. Auch diese war wunderbar in den roten Felsen der Wüste gelegen.

30.10.15 Twyfelfontein – Etosha

Nationalpark Bei Twyfelfontein befindet sich ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe, nämlich die 2000 bis 3000 Jahre alten Felsgravierungen. Ich hatte das Glück, einige von ihnen abtasten zu können. Diese Gravierungen stellen hauptsächlich Tiere dar. Danach besuchten wir noch den Petrified Forest, ein Bereich, in dem bis zu 30 m lange, versteinerte Bäume liegen. Diese Bäume sind vor langer Zeit aus Angola angeschwemmt worden, waren lange verschüttet und haben sich mit Kieselsäure vollgesogen. Heute durch Erosion freigelegt, fühlen sie sich an wie aus Marmor. Am Abend erreichten wir unsere Lodge „Okaukuejo Resort im Etosha Nationalpark, in der wir zwei Übernachtungen haben sollten. Nach dem Einchecken fuhren wir mit George noch zu den Tieren an den Wasserlöchern. Hier bekamen wir einen ersten wunderbaren Eindruck von der Tierwelt im Etosha Nationalpark. Abends genossen wir einen herrlichen Sonnenuntergang bei Büffet und Bier.

31.10.15 Etosha Nationalpark

Der Nationalpark ist mit 22.000 qm größer als der wohl berühmtere Krüger Nationalpark im Nachbarland Südafrika. Die Lodge ist umgrenzt von einer Steinmauer, um die Menschen zu schützen. Etwa 70 m vor dieser Mauer befindet sich ein Wasserloch, das nachts hell erleuchtet ist. Man kann also von der Mauer das Kommen und Gehen der Tiere beobachten. Es war phantastisch! Die sogenannten „big five“ Elefant, Giraffe, Nashorn, Löwe und Impalas waren dort zu beobachten - aber nicht nur diese, sondern auch Springböcke, Schakale, Zebras und Oryx, die das Nationaltier der Namibier darstellen. In dem riesigen Nationalpark gab es auch einige vom Menschen gemachte Wasserlöcher. Das schönste Erlebnis war, wie mir Harald berichtete, eine Elefantenparade von 35 Tieren am Wasserloch, die auch ein noch sehr junges Tier in der Herde hatten. Dieses hatte noch etwas Schwierigkeiten mit dem Stehen auf eigenen Beinen. Es erinnerte sehr an die Szene aus dem Dschungelbuch. Ich war dort etwas enttäuscht, da es mir aufgrund meiner Sehbehinderung leider nur möglich war, einen riesigen Elefanten und eine Giraffe zu erkennen. Aber die Geräusche, das Herumplatschen in den Wasserlöchern, war deutlich zu hören und mit Haralds Erklärungen hatte ich eine gute Vorstellung. Wir machten an diesem Tag mit unserem Guide George mehrere Ausfahrten in den Etosha Nationalpark. Man darf in den Park nur in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hineinfahren und auf keinen Fall das Auto verlassen. In der Wüste war es (auch wegen des Sommers in Namibia) sehr heiß und die Tiere waren daher am aktivsten in den frühen Morgenstunden.

1.11.15 Etosha - Windhoek

An diesem Tag mussten wir eine weite Strecke nach Windhoek zum Flughafen zurücklegen. Aber die etwa sechsstündige Autofahrt hat uns unser Guide damit verkürzt, dass er für uns im Auto die namibische Nationalhymne aus voller Brust sang. Namibia ist erst seit 1990 unabhängig von Südafrika. In Windhoek hatten wir noch ein wenig Zeit für eine kleine Stadtrundfahrt. Wir besuchten einen Vorort, in den man zu Zeiten der Apartheit die Schwarzen verbannt hatte und dessen Name übersetzt soviel bedeutet wie: „Ein Ort, an dem niemand leben möchte". Und genauso sah es dort leider aus. Dann fuhren wir noch über die Hauptstraße Independent Road und schließlich auf einen Berg, auf dem drei kleine Schlösser aus deutschen Zeiten stehen. Am Nachmittag setzte uns unser Freund George dann am Flughafen in Windhoek ab. Der nun kommende Flug stellte für uns die größte Herausforderung unserer ganzen Reise dar: Wir flogen mit Namibia-Airlines von Windhoek nach Johannesburg. Der Weiterflug sollte mit Emirates von dort über Dubai nach Neu Delhi gehen. Der erste Flug nach Johannesburg klappte, danach startete unsere Maschine mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde, so dass wir unsere Anschlussmaschine in Dubai verpassten. Weil das nicht unser Fehler war, wurden wir von der Fluggesellschaft kostenlos auf eine andere Maschine umgebucht. Diese flog später und nicht direkt nach Neu-Delhi, sondern über Mumbai nach Neu-Delhi. In Mumbai mussten wir zu allem Überfluss mit unserem Gepäck aus- und wieder neu einchecken. Die Konsequenz war, dass wir erst sieben Stunden später, am 02.11. abends in Neu-Delhi ankamen. Nach 42 Stunden ohne Schlaf fielen wir todmüde in unsere Betten.

3.11.15 Neu Delhi – Agra

Jetzt waren wir schon mehr als zwei Wochen unterwegs, waren etwas müde, aber immer noch sehr neugierig auf die schönen Dinge dieser Welt. Neu-Delhi ist eine Stadt von wahrscheinlich mehr als 11 Mio. Einwohnern. Der Verkehr und das Gewusel erinnerte mich sehr an Kairo. Die Moped- und Autofahrer hupen dort wahrscheinlich aus lauter Lebensfreude. Anders gesagt: Der Lärm war ohrenbetäubend. Mein Eindruck war, dass man als blinder Mensch wahrscheinlich niemals alleine die andere Straßenseite erreichen könnte. An diesem Vormittag wollten wir unsere Zugfahrten nach Agra und Jaipur und zurück nach Neu-Delhi klarmachen. Aber es stellte sich heraus, dass die Züge ausgebucht waren und so mussten wir nach einer Alternative suchen. In einem öffentlichen Touristikbüro konnten wir dann einen Fahrer und ein Auto für die nächsten drei Tage buchen. Dies stellte sich im Nachhinein auch als sehr sinnvoll heraus, denn der Fahrer namens Baba brachte uns immer direkt zu den Sehenswürdigkeiten, die wir auf unserem Programmzettel hatten. An diesem Tag besuchten wir noch das Red Fort, eine Befestigungsanlage, die zum Schutz gegen die Mongolen gebaut wurde. Ein riesiges und gut erhaltenes UNESCO-Weltkulturerbe. Danach besuchten wir noch die Grabstätte von Kaiser Humayan (ebenfalls Weltkulturerbe) und das India Gate, an dem am Unabhängigkeitstag Indiens immer große Feiern stattfinden. Nachmittags fuhren wir dann zum ca. 200 km entfernten Agra.

04.11.15 Agra – Jaipur

Dieser Tag sollte wieder ein ganz besonderer werden. Morgens fuhren wir zum Taj Mahal. Dieses im 17. Jahrhundert gebaute Grabmal ist umwerfend schön. Kaiser Schahan hat es zu Ehren seiner dritten Frau bauen lassen. Er war zweimal verheiratet und beide Frauen konnten keine Kinder bekommen. Schließlich gebar seine dritte Frau 14 Kinder, starb aber schon mit 39 Jahren. Auf ihrem Totenbett ließ sie sich versprechen, dass Schahan nie wieder heiraten werde und dass er ihr ein Grabmal erbauen solle. Das Taj Mahal ist völlig aus weißem Marmor gebaut und an allen Wänden findet man filigrane Reliefs. In der Mitte des Grabmals befindet sich die Grabstätte, die mit wunderbaren Marmorplatten abgedeckt ist. Das Gebäude hat an allen vier Ecken Minarette, die leicht nach außen geneigt sind, damit sie bei Sturm nicht die Grabstätte beschädigen können. Schahan war mongolischer Moslem. An der Errichtung sollen 1000 Elefanten mitgearbeitet haben. Es war einer der schönsten Eindrücke für mich auf dieser ganzen Reise, zumal ich auch viele Marmorarbeiten abtasten konnte. Harald konnte mir eine Reihe baulicher Besonderheiten erklären. Es war wunderschön und es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass natürlich auch das Taj Mahal UNESCO-Weltkulturerbe ist. Anschließend besuchten wir noch das kleinere Grabmal Itimad-ud-Daula, genannt Baby Taj Mahal, welches ebenso schön und aus Marmor gebaut war und vom Vater Schahans erbaut wurde. Die letzte Sehenswürdigkeit, die wir an diesem Tag besuchten, war das Agra Fort, ebenso ein Verteidigungsfort wie das Rote Fort in Neu Delhi, auch Weltkulturerbe. Abends fuhren wir dann ins 220 km entfernte Jaipur.

05.11.15 Jaipur- Neu Delhi

An diesem Morgen haben wir als erstes Hawa Mahal, genannt Palast der Winde, besucht. Hier steht aber leider nur die Fassade. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie hunderte kleine Fensterchen hat und dadurch für steten Wind gesorgt ist. Der Geschichte nach saßen hinter den Fenstern Freudenmädchen. Auf dem Weg zu unserer nächsten Besichtigung kreuzten Elefanten unseren Weg. Ich hatte die Möglichkeit, einen der Dickhäuter aus der Nähe zu betrachten und zu tätscheln. Als nächstes stand Jantar Mantar, ein Observatorium, erbaut 1728, auf dem Programm. Auch dieses ist ein Weltkulturerbe. Schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts hat Jai Sing dieses Observatorium zur Messung der Zeit, mittels der Sonne, erbaut. Dort stehen eine große Anzahl von Gebäuden und Messgeräten, die ich glücklicherweise betasten konnte. An jedem Instrument standen englische Erläuterungen, die mir mein Freund Harald vorlas. Unsere letzte Sehenswürdigkeit in Jaipur war das Stadtpalais. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden und prunkvoll ausgestatteten Räumen. Am selben Abend brachte uns unser Guide „Baba“ noch 240 km zurück nach Neu-Delhi.

06.11.15 Neu Delhi – Bangkok

Dies war wieder ein typischer Reisetag. Baba brachte uns morgens um 10.00 Uhr zum Flughafen Neu-Delhi, von dem aus wir dann nach Bangkok flogen. Rückblickend ist festzuhalten, dass Indien reich an kulturellen Errungenschaften ist. Leider gibt es dort immer noch sehr viel Armut. Wir haben viele Bettler am Straßenrand gesehen, auch kleine Kinder sind leider zum Betteln gezwungen. Baba, der selber zwei Kinder hatte, stellte fest, dass unser „Deutscher Pass“ einen Wert an sich selbst darstellt. Am späten Abend landeten wir in Bangkok. Jetzt halfen uns Haralds Bangkok-Erfahrungen, denn nach kurzer Fahrt mit Zug und U-Bahn erreichten wir sicher unser Hotel.

07.11.15 Bangkok

Jetzt kam mein Freund Harald in sein Element. Er war schon zehn Mal in der Region Indochina, also Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam und Myanmar gewesen. Er übernahm jetzt die Führung. Für den Morgen hatten wir uns die wunderschöne buddhistische Tempelanlage Wat Phra Keo vorgenommen. Diese war für mich etwas unübersichtlich durch eine Reihe von Türmen und Tempeln, die scheinbar ungeordnet nebeneinander standen. Die Wände der Tempel waren teilweise mit winzigen, bunten Fliesen, von höchstens 1 cm2 beklebt. Extrem viele Flächen waren vergoldet. Direkt neben dieser Tempelanlage liegt der Königspalast, den wir nicht besuchen konnten. Nachmittags haben wir im Tempel Wat Pho einen riesigen, vergoldeten, liegenden Buddha betrachten können. Dieser war ca. 60 m lang und ca. 6 m hoch. Eine Besonderheit Bangkoks ist der breite Fluss, der quer durch die Stadt fließt. Der Chao Phraya wird von den öffentlichen Expressbooten befahren. Diese dienen als Verkehrsmittel, die sehr preiswert sind. Allerdings sind die Ein- und Ausstiege oft artistisch zu meistern, denn die Boote legen nur Sekunden an und dann geht die Fahrt weiter. Aber auch diese Klippe habe ich mit Haralds Hilfe gemeistert. An der Anlegestelle Tha Tien gingen wir zu Haralds Stammlokal, das auf Pfählen gebaut ist. Dort genossen wir bei leckerem Singha-Bier den Sonnenuntergang. Danach ging es mit Expressboot und Skytrain zurück ins Hotel.

08.11.15 Siem Reap, Kambodscha

Heute hatten wir einen eher ruhigen Tag, den wir sehr genossen. Um 10.00 Uhr ging unsere Maschine nach Siem Reap. Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, machten wir einen kleinen Stadtbummel und aßen einen Pfannkuchen. Am späten Nachmittag besuchten wir eine Werkstatt, in der junge, behinderte und elternlose Kinder arbeiteten. Diese Gruppe nennt sich Artisan d´Angkor und stellt z. B. Bhuddafiguren aus Stein, aus Seide gewebte Tücher und vieles mehr her. Den Abend ließen wir bei 34 Grad und einem Bierchen ausklingen. Auf dem Weg ins Hotel regnete es, dies sei angemerkt, da wir seit Jerusalem immer nur heißes und trockenes Wetter hatten. Nur in Kairo gab es einen ganz kurzen Regenschauer.

09.11.15 Siem Reap mit seinen Tempeln

An diesem Morgen mieteten wir uns ein Tuk-Tuk und fuhren zur Tempelbesichtigung. Dieser Bereich besteht nicht nur aus einem Tempel. Es ist vielmehr eine riesige Tempelanlage von mehr als 40 Tempeln. Die meisten wurden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut. Die Tempel sind buddhistisch, mit Außnahme von Angkor Wat. Um alle Tempel zu besichtigen, fehlte die Zeit, daher hatte mein Freund Harald die interessantesten zur Besichtigung ausgewählt. Zuerst besichtigten wir Angkor Thom, ehemals Hauptstadt der Khmer (ca. 10 km²), umgeben von einer 8 m hohen Mauer mit vier Ecktürmen und vier Eingangstoren in alle vier Himmelsrichtungen sowie dem Siegestor an der Ostseite. Der Weg zum Südtor ist gesäumt von 50 Göttern auf der linken Seite und 50 Dämonen auf der rechten Seite. Diese tragen jeweils einen steinernen, siebenköpfigen Schlangenkörper. Der jeweils vorderste hält den Kopf in die Höhe. Im Zentrum von Angkor Thom liegt der Haupttempel Bayon, bekannt als der Tempel mit den 50 Gesichtertürmen und vielen Reliefs im Sockelbereich. Anschließend besuchten wir die Elefantenterrasse, die von 3 m großen steinernen Elefanten gesäumt war und die ich in „Fingerschein“ nehmen konnte, sowie die Terrasse des Leprakönigs. Nach Verlassen von Angkor Thom gings zum Tempel Ta Phrom, der teilweise von riesigen Wurzeln überwachsen ist und erst im 19. Jahrhundert von einem Franzosen entdeckt wurde. Unser heutiges Programm endete mit der größten Tempelanlage der Welt, dem Weltkulturerbe Angkor Wat. Diese wurde Anfang des 12. Jahrunderts als hinduistischer Tempel erbaut und ca. 100 Jahre später vom Buddhismus (damals Staatsreligion) übernommen. Auch hier in Angkor Wat findet man das Schlangenmotiv an den Treppen und Wegen. Neben dem genannten Schlangenmotiv, gibt es eine Reihe von Reliefs, welche sich auf einer Strecke von umlaufend über 600 m Länge und 3-4 m Höhe befinden. Eine Besonderheit stellen die ca. 2.200 Apsaras (Tempeltänzerinnen) dar. Auf den Wegen durch die Tempelanlagen begegneten uns überall leibhaftige Elefanten, auf denen sich Touristen herumführen ließen. Als wir wieder unser Tuk-Tuk bestiegen, brach ein kurzes aber heftiges Gewitter aus.

10.11.15 Siem Reap - Phnom Penh

Heute hatten wir wieder einen Reisetag, aber mal einen der anderen Art. Früh um 6.30 Uhr wurden wir von einem Kleinbus am Hotel abgeholt. Unsere Reise führte uns heute von Siem Reap nach Pnohm Penh, der Hauptstadt Kambodschas über den Tonle Sap, einem riesigen See, der später in einen Fluss übergeht. Nach einer ca. sechsstündigen Schifffahrt kamen wir in Pnohm Penh an. Das Wetter während der Fahrt war wie immer sehr schön. Auf dem Fluss gab es mächtig Schiffsverkehr. Am Rand des Tonle Sap standen viele Häuser auf Pfählen bis zu 5 m über dem Wasser. Das ist nötig, da sich bei Regenzeiten der Wasserstand deutlich erhöht. In Trockenzeiten umfasst der See ca. 3500 km2 und vergrößert sich in Regenzeiten auf bis zu 11.000 km2, insbesondere auch durch die Wassermassen des Mekong. Nach einer kurzen Fahrt mit einem Tuk-Tuk bezogen wir unser Hotel - übrigens sehr preiswert, aber sehr hoher Standard. Wir hatten ein Zimmer auf der siebten Etage mit wunderbarem Ausblick auf den Tonle Sap an der Mündung in den Mekong. Abends spazierten wir noch etwas am Tonle Sap entlang. Die Schere zwischen Arm und Reich ist hier ebenso vorhanden wie in unseren Ländern. Einerseits fahren Menschen mit Autos durch die Stadt, andererseits haben wir Mütter mit ihren Kindern gesehen, die auf dem Bürgersteig schliefen.

11.11.15 Phnom Penh

Der Plan für heute sah vor, dass wir die „Killing Fields“, das Gefängnis und den Königspalast besichtigen wollten. Wir besuchten als erstes eines der „Killing Fields“, so muss es richtig heißen, da es landesweit etwa 300 gibt. In den Jahren 1976 bis 1978 regierten in Kambodscha die roten Khmer mit Pol Pot an der Spitze. Dieses Monster hat in dieser Zeit ca. 3 Mio. von 8 Mio. Kambodschanern umbringen lassen. Die Obsession, eine kommunistische, gleichgeschaltete Gesellschaft zu schaffen, führte dazu, dass Menschen getötet wurden, nur weil sie studiert hatten oder eine Fremdsprache beherrschten. Es ging gleichsam darum, jeden Intellektualismus auszurotten. Die Methoden waren grausam und standen denen von Auschwitz in nichts nach. Eine nähere Beschreibung erspare ich dem Leser. Nur so viel: Im Zentrum dieses „Killing Field“ steht ein ca. 8 m hoher gläserner Stupa, in dem Knochen und Schädel sowie Kleidung der ermordeten Menschen zu sehen sind. Etwas später besuchten wir das Gefängnis, in dem die Menschen gefangen gehalten und gefoltert wurden. Ehemalige Schulgebäude wurden damals sehr schnell und provisorisch zu diesem Zweck umgebaut. Die Zellen und die Foltermethoden waren uns aus Auschwitz sehr bekannt. Es war grausam! Übrigens ist Pol Pot, dieser Massenmörder, im Alter von ca. 70 Jahren unbehelligt im Kreise seiner Familie gestorben. Unglaublich! Der Leiter des Gefängnisses bekam immerhin 35 Jahre Haft. Den Königspalast haben wir nur aus der Ferne betrachtet. Abends gab es ein kleines Highlight. Wir saßen auf unserem Balkon auf der 7. Etage mit Blick über den Tonle Sap und den Mekong, als ein riesiges Feuerwerk abgeschossen wurde. Wir erfuhren hinterher, dass der 11.11. der Unabhängigkeitstag Kambodschas ist. Wir waren allerdings der Meinung, dass diese Kosten besser zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden sollten.

12.11.15 Phnom Penh – Bangkok

Heute hatten wir unseren Flug Nr. 18. Dieser brachte uns nach Bangkok zurück. Allmählich wurde mein Wunsch, wieder nach Hause zu kommen, immer größer. Die Hitze (immer weit mehr als 30 Grad) und die anstrengenden Reisen hatten Spuren bei mir hinterlassen. Am Flughafen angekommen, erfuhren wir, dass unsere Maschine um 13.20 Uhr gestrichen worden war und wir auf eine Maschine um 15.35 Uhr umgebucht worden waren. So mussten wir wieder einige Stunden mehr auf dem Flughafen zubringen. Aufgrund der geänderten Flugzeit und der zeitraubenden Anreise zu unserem Hotel wurde dieser Tag wieder zu einem reinen Reisetag. In Bangkok angekommen, mussten wir noch mit Zug, Skytrain und Schiff zu unserem Hotel fahren. Das Hotel, welches Harald gebucht hatte, entschädigte uns ein wenig für die lange Reise. Es lag direkt am Chao Phraya und war sehr komfortabel. Die wenigen Stunden am Abend reichten für ein Abendessen und einige Bierchen.

13.11.15 Bangkok

Heute ist der letzte Tag unserer großen Reise. Daher ließen wir es gemütlich angehen. Wir hatten auf dem Programm lediglich einen Spaziergang über den großen Platz und anschließend den Besuch des „Golden Mount“, auf dem ein Buddhatempel steht. Als wir den großen Platz überquert hatten, brach über uns ein großes Gewitter los. Wir schafften es so gerade trockenen Fußes in einen Vorbau des Thailändischen Verteidigungsministeriums. Die Soldaten hatten uns freundlicherweise erlaubt hereinzukommen. Mein Freund Harald beschrieb den Platz als den sichersten in ganz Thailand, denn es wimmelte nur so von Soldaten mit Waffen und vor uns stand ein schussbereites Maschinengewehr. Nach etwa 90 Minuten konnten wir unseren Fußweg fortsetzen. Der Regen hatte aufgehört, aber es war sehr schwül. Mit Hilfe des Stadtplans hatte Harald auch unser letztes Ziel gefunden. Wenn man den Goldenen Mount besteigt, muss man mehr als 300 Treppen überwinden. Der Weg hoch zum Buddhatempel ist gesäumt mit Glocken und riesigen Gongs. Ist man oben angekommen, hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt Bangkok. Im Tempel stehen vier Buddhas, die in alle Himmelsrichtungen schauen. Eine Besonderheit der buddhistischen Gottesverehrung besteht darin, dass die Gläubigen hauchdünne Goldplättchen kaufen und diese auf den Körper des Buddhas kleben.

14.11.15 Bangkok – Düsseldorf Heimreise!

Nach dem Frühstück fuhren wir mit einem Taxi zum Flughafen in Bangkok. Von dort aus sollte uns unsere Maschinen über Zürich nach Düsseldorf nach Hause zurückbringen. Puh! Eine 29-tägige Weltreise ging nun für uns zu Ende. Die Anschlüsse klappten und gegen 0.30 Uhr holte uns Haralds Tochter Marion vom Bahnhof ab und ich konnte glücklich meine Frau wieder in die Arme nehmen.

Schlussbemerkung:

Eine großartige Reise ist vorüber. Wir besichtigten 13 UNESCO Weltkulturerbe in 8 verschiedenen Ländern. Wir absolvierten 20 Flüge mit Zwischenlandungen in 14 Ländern mit einer Distanz von fast 40.000 km. Hinzu kommen noch ca. 4.000 km für Zug-, Boot-, Bus- PKW- und Taxifahrten und jede Menge km zu Fuß. Die klimatischen Bedingungen waren ab Israel herausfordernd, ständig über 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Es stellt sich die Frage, was die dort lebenden Menschen bei weiterer globaler Erwärmung zukünftig ertragen müssen. Meine Meinung ist, dass ein Leben für blinde oder anderweitig eingeschränkte Menschen in Städten wie Kairo, Neu Delhi, Pnohm Penh und Bangkok unmöglich erscheint. Wir mussten erfahren, dass es große Armut in vielen Teilen der Welt gibt. Wir wurden als Deutsche überall herzlich begrüßt. Es gab keine problematischen Vorfälle auf unserer Reise. Abschließend noch ein Wort zu meinem Freund Harald. Ohne ihn wäre mir diese Reise nicht möglich gewesen. Ich bin dir, Harald, daher zu großem Dank verpflichtet. Harald hat nicht nur die Hotels und einige Flüge per Internet gebucht, er hat mich an seiner Schulter um die halbe Welt geführt. Dabei hat er klaglos alle schriftlichen Aufgaben für mich erledigt und für mein Frühstück gesorgt. Und schlussendlich war seine Kenntnis und Beratung als Architekt und seine Kenntnis vieler Länder für mich sehr hilfreich. Für mich war es aufgrund meiner Retinopathia Pigmentosa vielleicht die letzte Möglichkeit, all diese schönen Dinge noch anzusehen bzw. zu fühlen. Ich rate den Betroffenen: Träumt nicht von euren Zielen, macht sie wahr! Harald versicherte mir am Ende der Reise, dass es ihm Freude und Genugtuung bereitet hat, mir bei der Verwirklichung dieser Wunschreise geholfen zu haben. Einige Reiseziele, die er noch nicht kannte, waren auch für ihn beeindruckend und haben ihm Freude bereitet. Letztlich haben wir für den durch uns verursachten CO2-Ausstoß von theoretisch 10.000 m³ eine entsprechende Spende für Wiederaufforstungsmaßnahmen gemacht.

Zuletzt geändert am 25.08.2016 12:33