Fortsetzung des Berichtes

Da waren mir die Probleme ja schon bekannt. Um was es ging, das wusste ich die ganzen Jahre nicht, nur, dass ich ein wenig schlechter sehe als andere. Na ja, wenn das alles ist. Ich hatte ja keine Ahnung von dem, was mir noch bevorstehen sollte.

Ich kämpfte mich durch meine Lehre. Auch dort wusste man nicht Bescheid. Meine spätere Arbeitsstelle war auch nur ein Krampf. Warum hatte ich so viele Probleme? Immer zu langsam. Übersieht ständig etwas. Grüßt nicht, läuft oft vor irgendwelche Gegenstände. „Die trinkt gerne einen über den Durst“, hörte ich auch schon mal. Hab ich nicht gesehen. Das stand doch vorher nicht da. Man hielt mich für komplett verrückt und schickte mich von Seiten der Personalabteilung zu einem Psychiater, der feststellen sollte, ob bei mir noch alles richtig war im Kopf. Der konnte nichts finden. Dann musste die also lügen oder drogenabhängig sein. Dann ist das auch so, wusste man. Wer war ich eigentlich? was war ich eigentlich? Aber irgendwann kam mir dann doch der Gedanke, dass es eventuell doch an meinen Augen liegen könnte. Ich machte mich mal selbst auf den Weg und beschloss, gleich zur Uniklinik zu fahren, um meine Augen untersuchen zu lassen. Das konnte doch alles nicht sein, das ich ein wenig schlechter sehen kann als andere, das war doch nicht alles …

Als ich die Diagnose bekam, da fiel in mir eine Welt zusammen, zumal meine Eltern alles gewusst haben und ich hatte ihnen immer vertraut. Retinitis Pigmentosa. In ein paar Jahren werden sie nur noch ganz schlecht sehen können und dann später werden sie blind. Heiraten sie besser nicht, schaffen sie sich keinen Freund und auch bloß keine Kinder an, bleiben Sie am besten im elterlichen Haushalt und arbeiten können sie dann auch nicht mehr. Man kann gar nichts machen. Keine Heilung.

Wo war das nächste Hochhaus? Das war wie ein Todesurteil. Man drückte mir noch die Adresse der früheren PRO RETINA in die Hand und dann wurde mir noch ein gutes Leben gewünscht. Verdrängen war das, was ich gelernt habe und das tat ich von da an ausgiebig. Man hat mir schon als Kind beigebracht, dass man immer schön unauffällig sein soll. dass man lieber nicht redet, dass man immer schauen muss, dass die Nachbarn nicht reden, dass Eltern immer alles besser wissen und richtig machen, dass man nie etwas wagen soll, dass man nie etwas riskiert, dass die Welt und die Menschen alle böse sind und dass es den anderen immer besser geht, weil unsere Familie nur Pech hat.

Eine gute Basis hatte ich also nicht mitbekommen. Vor Problemen läuft man weg oder man jammert darüber, rührt sich aber nicht. Meine damalige Augenärztin drängte mich einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Den wollte ich aber gar nicht. Da musste ich ja zu meiner Sehbehinderung stehen. Doch die wollte ich ja gar nicht haben. Ich war wie erstarrt in meinem Leben. Niemand stand hinter mir. Meine Eltern verdrängten weiter das große Problem. Ich war rein überhaupt nicht auf ein solches Leben vorbereitet. Wenn ich so tat, als ob ich nichts wüsste, dann würde vielleicht alles so bleiben wie es war. Es war zwar nicht einfach, doch immer noch besser, als einer von den Leuten zu werden, die so schrecklich mit den weißen Stöcken durch die Gegend tackerten und von allen bemitleidet wurden. Ich hatte meinem Arbeitgeber zwar mein Augenproblem mitgeteilt, doch die machten nichts für mich. Arbeitsplatz einrichten war nie ein Thema. Umschulung für einen blinden oder sehbehindertengerechten Arbeitsplatz schon gar nicht. Man setzte mich lieber auf einen anderen Arbeitsplatz, wo schon jemand war, der mich natürlich als Feind empfand und auch so behandelte. Wie sollte ich da bloß rauskommen? Überall wo ich nachfragte, bekam ich immer nur negative Antworten. Zur Umschulung war abgeraten worden. Man würde ja keine Stelle bekommen. Ich solle bleiben wo ich war, da würde ich wenigstens Geld bekommen. Man trichterte mir ein, dass ich bloß nicht aus der Deckung kommen soll. dass bloß alle und auch die Nachbarn nichts merken und nur nicht so viel erzählen. Da muss man halt durch. Von Hilfen, Schulungen oder sehbehindertengerecht eingerichtetem Leben war nie die Rede. Bloß nicht auffallen. Es hat mich nie jemand richtig über meine Situation aufgeklärt. Ich wusste nicht, was meine Möglichkeiten waren. Ich kannte keinen anderen blinden Menschen. Ich musste immer so tun, als wenn ich zu den Sehenden gehörte, dass ich normal bin, damit meine Mitmenschen mit mir zufrieden sein konnten. Doch das fiel mir im Laufe der Jahre immer schwerer.

Ich hatte nicht viel gelernt, war ohne Selbstbewusstsein, denn man sagte mir oft genug, dass kannst Du nicht. Zuhause und auch im Büro. Schon immer. Es fehlte bei mir an allen Ecken und Enden. Ich quälte mich so durch und habe auch nicht auf den Arzt der Uni gehört. Ich zog zu Hause aus. Zehn Jahre habe ich in dem Unternehmen gearbeitet. Mehr schlecht als recht. Man gab mir keine Hilfen und ich musste die Arbeit Sehender machen. Es endete damit, dass es irgendwann nicht mehr ging. In den letzten Monaten setzte ich noch ein Bildschirmlesegerät durch, doch das konnte mir die Arbeit am Bildschirm, der nur eine Farbänderung, aber keine Vergrößerung oder gar Sprache hatte, nicht erleichtern. Nur die Lieferscheine beispielsweise konnte ich so gerade eben noch entziffern. Natürlich nicht fehlerfrei. Dann ging irgendwann gar nichts mehr. Seit Jahren schon hatte ich an den Arbeitstagen Dauerkopfschmerzen, wusste nicht mehr wie ich meine Arbeit machen sollte und war völlig verzweifelt.

Ich stellte einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente und das war es dann mit meinem Arbeitsleben. Danach heiratete ich und bekam Kinder. Das war aber, wie alles in meinem Leben, falsch. Böses Mädchen. Ich würde schon noch böse enden. Aber da mir keiner auch nur das geringste Werkzeug für das Leben als Blinde mitgegeben hatte, war ich permanent überfordert. Nichts gelang richtig. Meine Augen wurden immer schlechter. Und ich redete mir immer mehr ein, das geht schon noch. Wenn es so bleibt wie es jetzt gerade ist, dann merkt das keiner und es geht noch alleine. Fast jedes Mal, wenn ich weniger sah, redete ich mir ein, dass es noch geht. Meine Eltern verdrängten immer noch sehr erfolgreich meine immer größer werdenden Probleme. Aber das musst du doch noch sehen. Streng dich doch mal an. Das hörte ich immer und immer wieder. Also musste ich mich halt anstrengen. Doch als der Tag kam, wo es einfach nicht mehr ging, als ich nicht mehr alleine auf die Straße konnte und sogar meine Kinder sagten, dass ich gefährlich leben würde, da begann ich so ganz langsam, zu begreifen. Weglaufen ging nicht mehr. Nun war der Tag gekommen, wo ich mich stellen musste. Ja, jetzt war der Tag gekommen, an dem es anfing, böse zu enden.

Meine ältere Tochter hatte schon ein psychisches Problem entwickelt, weil sie Angst um mich hatte, wenn sie in der Schule war. Das kam aber erst viel später heraus. Bei der Suche nach Hilfen für die Kinder und die Lebensführung lernte ich eine Frau kennen, die auch in einer ähnlichen Situation war wie ich. Nur schon ein paar Schritte weiter. Sie drängte mich, ein Mobilitätstraining zu machen. Ich kämpfte lange mit mir. Dann sah ja jeder, dass ich ein großes Problem habe. Das wollte ich nicht. Sie redete ständig auf mich ein. Rief dauernd an und ich beantragte schließlich das Training.

Nur wegen der Kennzeichnung, war doch klar. Ich brauchte das doch noch gar nicht. Das redete ich mir ein. Ich habe mich so geschämt, fühlte mich so geoutet. Viele sprachen mich nicht mehr an. andere fanden, dass ich übertreibe. Ein Stock wäre doch überzogen. Sollte ich ihn doch weglassen? Aber so ganz leise kam das Gefühl in mir hoch, dass er mir mehr hilft als schadet, dieser blöde weiße Stock. Heute bin ich dieser Frau sehr dankbar dafür, dass sie mich so genervt hat. Sie wusste damals sehr gut, wovon sie sprach und hat mir sehr geholfen.

Als ich mich ein wenig an ihn gewöhnt hatte, musste ich noch alle anderen davon überzeugen. Meiner Familie war das peinlich. Ich mit Blindenstock. Mit uns zusammen bitte nicht mitnehmen. Aber er gab mir Sicherheit. Wenn ich auch froh war, wenn ich wieder zuhause war und mich niemand mehr auf der Straße sah. Heute habe ich ihn voll akzeptiert und es geht auch schon lange nicht mehr ohne. Dann könnte ich draußen keinen Schritt tun. Aber ich bin ein sehr ängstlicher Läufer und empfinde es als sehr anstrengend und kräftezehrend, mit dem Stock unterwegs zu sein.

Doch die RP habe ich bis heute nicht akzeptiert und in mein Leben genommen. Na ja, vielleicht ein bisschen. Es steigert sich langsam, je mehr Hilfen ich bekomme und je mehr Sicherheiten mir angeboten werden. Je mehr Blinde ich kennenlerne. Ich aber kämpfe und verschwende damit meine Energie, denn sie geht nicht mehr weg, diese RP. Da es im letzten Jahr immer weiter abwärts ging, holte ich mir Rat in Aachen.

Anna brachte mich auf den Weg. So viele Blinde und Sehbehinderte holten sich Hilfe beim Psychologen. Vielleicht wäre das für mich auch gut. In den diversen Mailinglisten kam immer mal wieder das Thema auf. Ich war überrascht, wer da schon alles eine Therapie hinter sich hatte. Auf Umwegen bin ich an Thomas Reichel geraten - bei einem Telefongespräch empfahl er mir, nachdem ich über mich erzählt habe, doch dringend einen Psychologen aufzusuchen. alleine würde ich da nicht wirklich aus der Situation rauskommen. Er bot mir auch an, eines seiner Seminare zu besuchen. Eines sollte im Mai 2016 stattfinden. Das würde gut zu meinen Schwierigkeiten passen. Ich nahm allen Mut zusammen und buchte es.

Noch nie habe ich mich auf eine solche Aktion eingelassen. Und dann habe ich mir auch noch vorgenommen, mit dem Zug hinzufahren. Das habe ich schon Jahrzehnte nicht mehr gemacht. Wusste gar nicht, wie das geht. Als blinder Mensch schon mal gar nicht. Doch viele machten es und es schien auch zu klappen. Was andere Blinde können, das muss doch auch bei mir gehen. Es würde Umstiegshilfen geben und es sind doch immer andere Leute im Zug. Das musste klappen. Ich wollte das. Ich dachte, dass eventuell noch weitere Teilnehmer mit dem Zug anreisen würden. Vielleicht aus meiner Gegend. Drei Damen aus der Liste rief ich einfach an und fragte mal nach deren Vorhaben. Ich hatte nette Gespräche und freute mich schon deswegen auf das Seminar. Es fuhr zwar keiner mit, doch so hatte ich schon die ersten Kontakte geknüpft. Der Zufall wollte es, dass noch ein letzter Platz frei war, den mir Jutta Jost anbot, die für die Buchungen zuständig war. Ob ich jemanden kennen würde, der Interesse hätte? Mir fiel eine Freundin ein, die ich vor einem Jahr kennengelernt habe. Sie kämpfte auch mit diversen Dingen. Sie buchte auch und musste den gleichen Zug nehmen.

Ich wusste, Hilfe hatte ich in ihr nicht, denn sie sah gar nichts mehr. Nur helle, total undurchlässige hochgradig gesichtsfeld-eingeschränkte Masse. So war ich dann doch auf mich gestellt, das war ja meine Absicht gewesen. Von einer Umstiegshilfe ließ ich mich in den Zug setzen. Normalerweise wäre ich hochaufgeregt gewesen und davon ausgegangen, dass irgendetwas schief geht, aber es klappte richtig gut. Auch der Umstieg in einen anderen Zug ging ohne Probleme. Es waren immer helfende Hände da. Und wir beide machten uns auch gegenseitig Mut. Während der Fahrt merkte ich, dass meine Mitfahrerin extrem nervös war, ich jedoch nicht. Was war denn mit mir los? Gut, ich hatte keinen Hund dabei, um den ich mich auch noch hätte kümmern müssen, aber sie ist doch vor vielen Jahren schon mit dem Zug gefahren und wusste, wie es als Blinde ist, dachte ich so. Hm. Doch wie es mal war und was man mal gekonnt und geschafft hat, dass muss noch lange nicht heißen, dass man das jederzeit wieder abrufen kann. Und der Hund war damals auch ein anderer gewesen. Ich beruhigte sie, doch leider nicht so erfolgreich, wie ich es mir gewünscht hätte. Sonst bin ich doch immer diejenige, die total aufgelöst ist und immer nur das Schlimmste erwartet und befürchtet. Sie war schon sehr lange nicht mehr unterwegs gewesen und ich hatte schon fast das Gefühl, dass ich ihr die positive Energie herausgezogen hätte. Wie konnte das angehen? Es gab dennoch keinerlei Zwischenfälle.

In Brilon wurden wir vom Hausmeister abgeholt, der uns quasi schon aus dem Zug half. alles war gut. Als wir im Hotel eincheckten, fühlte ich mich dann aber doch auch etwas hilflos. Bis dahin war ich nie alleine weg gewesen, hatte immer jemanden, der für mich das Sehen übernahm. Tja, und nun? Es schien, als ob um uns rum die anderen Sehbehinderten doch ganz gut alleine zurechtkamen. Nur ich und meine Bekannte nicht. Oha. Gut, ducken ist nicht angesagt, sonst gehe ich unter. Also mutig voran. Reden, fragen und sagen, was nicht geht. Das funktionierte sogar. In Gemeinschaftsarbeit haben wir uns für den Hund erstmal einen Gassieweg zeigen lassen und ihn zusammen erarbeitet, obwohl wir ganz fremd und ortsunkundig waren. Sie mit einer etwas besseren Orientierung und ich mit einem bisschen Hell- und Dunkelsehen. Würden wir es beim nächsten Mal alleine schaffen? Den Weg zu den Aufzügen, in unsere Zimmer und die Zimmer selber haben wir auch gezeigt bekommen und erfragt. Zum Seminarraum haben wir auch gefunden. Immer war bei mir eine sehende Person dabei gewesen. Und nun stand ich hier im Raum, sah nix und ….

Ja, ich wartete einfach mal ab. Wir fanden Plätze und es waren doch ein paar Leute da, die des Sehens mächtig waren. Wie gut, dass würden wir noch erfahren. Es hat sich einfach alles so ergeben. Panik wäre überflüssig gewesen. Das wäre bei mir so die Phase gewesen, wo ich völlig aufgelöst gewesen wäre, doch ich war es nicht. Ich wunderte mich über mich selber. Immer wieder und wieder. O.k., ich war unter meinesgleichen. Aber dennoch. Es herrschte ein netter Umgangston und wir starteten. Die Begrüßungsrunde, wo sich jeder einzeln, so über 10 bis 15 Minuten lang vorstellen konnte, lag mir im Magen. Vor vielen Leuten reden, das war nicht meins. Gewohnt war ich es, dass man mir das Wort abschnitt, dass irgendwer mit einem ganz anderen Thema dazwischen ging, dass ich erst gar nicht zu Wort kam, dass man in größerer Runde lieber anderen zuhörte und direkt immer auf alles Gesagte stürzte, um es zu zerpflücken oder das Gegenteil zu beweisen. Soweit mein Gefühl im Bauch. Als ich dann dran war, wusste ich gar nicht, wo ich zuerst anfangen sollte. Die meisten, die da waren, standen oder stehen noch im Arbeitsleben und können sich ganz anders ausdrücken, machen es fast jeden Tag, haben es gelernt, sind es auch gewohnt. Sie redeten auch wesentlich ruhiger und strukturierter als ich. Bei mir konnte man annehmen, dass ich Angst hätte, irgendetwas zu verpassen. Hm. Sollte ich ganz frei und offen reden? Was war mein Hauptproblem? Eigentlich hatte ich jede Menge Baustellen. Wie sollte ich das in ein paar Minuten unterbringen?

Oft dachte ich mir, wie gut ich die vielen Probleme und Situationen kenne, von denen die anderen sprachen. Die Ängste und zerstörten Träume. Das verabschieden von vielen Dingen und Fähigkeiten. Die großen Schwierigkeiten, mit sehenden Menschen, auch der eigenen Familie und den Freunden. Eltern, die mit der Augenerkrankung nicht umgehen konnten. Eltern, die keine gute Lebensbasis für manch einen von uns aufgebaut haben. Es gab so viele unterschiedliche, dennoch ähnliche, sogar gleiche Geschichten. Die meisten sprachen total offen über ihren Schmerz und die Hilflosigkeit. Schnell merkte ich, dass ich mich in dieser Runde sehr wohl fühlte. Man hörte zu und wusste, wovon geredet wurde. Man hatte ein Interesse aneinander. Auch Respekt. Immer wusste oder konnte einer schon etwas, was ein anderer nicht konnte, doch das war nicht Neid was da aufkam, sondern Bewunderung und Erstaunen darüber, dass manches möglich ist. Auch diejenigen, die meinten, nichts geben zu können, gaben den anderen etwas mit. Ohne sich dessen bewusst zu sein. Es war faszinierend, das Miteinander zu erleben. Dort waren sehr wertvolle Menschen versammelt. Jeder für sich etwas Besonderes.

Als wir am Abend beim Essen saßen, da hatte ich nicht das Gefühl, dass hier Menschen waren, die sich fremd waren, sondern dass sie ohne viel voneinander zu wissen, den anderen doch kannten. alle hatten ihre Probleme und Schwierigkeiten. Man sollte annehmen, dass die Stimmung bedrückt oder traurig wäre, jedoch das war sie nicht. Es wurde sogar gelacht. Auch ich, obwohl ich vorher im Gespräch sagte, dass ich nichts zu lachen hätte und dass ich es verlernt habe. Erfunden war das nicht. Leider. Aber hier an diesem Ort ging es, das Lachen.

Hm. Lag es an den Menschen? Lag es an Thomas? Lag es an allen zusammen? Lag es daran, dass ich einfach nur mal ich selber sein konnte, so, wie ich war? Ohne mich dauernd erklären zu müssen? Da durfte ich sogar mal sarkastisch sein, unsere Sehprobleme oder Blindheit auf die Schippe nehmen. Ich musste auch nicht so tun, als wenn es schon klappt, man konnte endlich mal wieder Dinge benennen, die man unter Sehenden gar nicht ansprechen kann, weil sie sie einfach nicht verstehen. Das Einzige, was ich mal wieder feststellte, war, dass man meist nicht das Gleiche meinte, wenn man sagte, man sei so gut wie blind, würde fast nichts mehr sehen. Für den einen ist es noch eine gute Orientierung, und für den anderen ist das bloß noch ein Sehen von ganz hellen Stellen, die alles Mögliche sein können, aber zum Zurechtfinden nicht mehr reichen. Es wurde mir sehr schnell klar, dass meine Probleme mit der Erkrankung schon viel früher angefangen haben. Nicht erst da, wo die Diagnose kam, oder das Wahrnehmen von immer größer werdenden Schwierigkeiten. Es war schon in der Grundsteinlegung meines jungen Lebens das versäumt worden, was mir heute die Fähigkeit gegeben hätte, diese Erkrankung und alles drum herum besser zu akzeptieren.

Die RP war das, was das Fass zum überlaufen gebracht hat. Im Laufe des Seminars kam ich immer wieder an den Punkt, wo ich dachte: “Aha, so ist das“ oder “Eine Sichtweise, auf die ich nicht gekommen wäre.“ Viele interessante Sprüche, Gedichte oder Äußerungen von bekannten Menschen, unter anderem aus der Literatur, kamen hinzu. Leider konnte ich sie mir nicht alle merken. Schade, dass es keine Liste davon gibt. Und sehr schade auch, dass es keine Zusammenfassung des Seminares in hörbarer Form gibt. Oder ein Mitschnitt der tollen und wertvollen Dinge, die da gesagt wurden. Oder auch ein Video, natürlich nur mit dem Seminarleiter drauf, damit es anonym bleibt. Aber wenn es nur von unserem Seminar gewesen wäre, dann wäre ja ohnehin alles bekannt gewesen. Also das ist etwas, was ich sehr vermisse. Denn es ist zumindest für mich sehr wichtig, all das Gesagte nochmal nachhören zu können. Einerseits, weil man doch das ein oder andere vergisst und andererseits, um sich alles nochmal präsent zu machen. So ein bisschen wie Vokabeln lernen. Immer widerholen ist wichtig. Ich denke, dass ich da nicht die einzige bin, denn schon während des Seminars kam dieser Wunsch auch öfter von anderen auf.

Thomas, das ist eine große Bitte von uns. Vielleicht kann dich da ja jemand unterstützen. Ich weiß, dass dies nicht so einfach ist, wenn man es vernünftig machen will. Doch dann hätten wir etwas fürs Leben zum Mitnehmen. Lach. Da dürfte das Seminar gerne auch ein paar Euro mehr kosten. Der Satz “Die Tür zum Glück geht nach außen auf“ ist bei mir sehr hängengeblieben. Ist es doch so, dass ich selber diejenige bin, die negative Gefühle erlaubt und zulässt. So wie es sich mit allem verhält, was mir begegnet. Ich bestimme, ob ich Angst habe, ob ich verletzt werde oder schlechte Laune habe. Und noch so vieles, vieles mehr.

Es ist klar, dass da jede Menge Einflüsse von außen hinzukommen, doch wie sagt man so schön: “Die Gedanken sind frei.“ Wenn ich da stehe und mich jemand total fertig machen will, dann bestimme immer noch ich selber, ob er Erfolg damit hat. Das ist die Theorie. Mit der Praxis schaut es da nicht so einfach aus. Es wäre gut, wenn man Strategien entwickeln kann, sich Dinge zurechtlegt. Sachen umlenken kann. Wer bin ich überhaupt? Wer will ich sein? Wer darf ich sein? Darf ich selber überhaupt so sein, wie ich bin? Bin ich doch anders als andere. Man neigt dazu, sich selber immer klein zu machen. Doch warum? Warum fühlt man sich weniger Wert als andere? Nur weil man eine Augenerkrankung hat und vielleicht sogar blind ist? Gut, wenn man einen schlechten Lebensstart hatte, wie ich selber beispielsweise, dann hat man all das Gute nicht gelernt. Still sein, sich ducken, minderwertig sein, immer versuchen es anderen recht zu machen, nicht peinlich sein, ignorieren von Wahrheiten, Angst vor Lösungen haben und deshalb keine suchen, immer nur Pech zu haben und auf der schattigen Seite des Lebens stehen, das hat man oft gelernt. Davon muss man erst mal wieder wegkommen. Das ist so eine immense Menge an Arbeit. Scheint fast, als wenn das unmöglich ist, von dem Weg zu kommen, was man eingebrannt bekommen hat. Von dem, was man jahrzehntelang praktiziert hat, ohne es zu wollen und teilweise sogar, ohne es zu wissen. Das schien die Normalität zu sein, dass, was die Eltern offensichtlich erfolgreich in uns und mich eingeimpft haben und man hat sich immer über Menschen gewundert, die das eben nicht so handhabten.

Dass sie das konnten. Waren sie Oberflächlich und absolut egoistisch deswegen? Eigentlich nicht. Das ist im Grunde Quatsch. Wenn andere das denken, bitteschön, doch was ich selber von mir halte, dass ist das allerwichtigste. Das muss man sich erst mal klarmachen, Thomas hat mir so schön bewusst gemacht, das man etwas pfleglicher mit dem –Ich- umgehen muss. Es überhaupt realisieren muss. Erkennen lernen muss, dass es überhaupt da ist.

Wenn man von einem Psychologen gefragt wird: „Wer sind sie und wie sehen sie sich und wo stehen sie im Leben? Was sind ihre Fähigkeiten und Träume? Was lieben sie? Nur sie selber, losgelöst von allen und jedem?““ Wenn man darauf keine richtigen Antworten mehr geben kann und weiß, weil man sich selber nur als Tochter, Schwester, Ehefrau, Mutter, Tante, Nachbarin usw. sehen kann, weil man gar nicht mehr mit sich oder bei sich ist, dann muss man etwas verändern. Vielleicht auch, weil man es noch nie wusste und gefühlt hat.

So war es unter anderem auch bei mir. Ich war als Person, sprich –persönlich-, gar nicht vorhanden. Wie ich jetzt weiß, war ich das auch nie. Da hatte habe ich ein nicht gelebtes Leben hinter mir. Das war auch so ein Satz, der während des Seminares gefallen ist und von Thomas aufgegriffen wurde. Ich habe eigentlich noch nicht richtig gelebt und als ich in dem Alter dafür war, habe ich es mir quasi unbewusst selber verboten. Als Kind und Jugendliche ohnehin nicht kennengelernt, weil da so ziemlich alles schief gelaufen ist und später, da waren kleine Ansätze, doch die sind verschüttet worden. Man hatte ja schließlich zu funktionieren und seine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Das Gefühl zu ersticken, das hatte ich immer und ich wusste nicht was es war. Etwas läuft nicht richtig und ich fand den Schlüssel nicht. Das ich ihn finden wollte, das war ja schon mal ein Ansatz. Wenn sich um mich herum nichts verändert, dann ändert sich nie etwas. Dann muss ich versuchen Hilfen zu bekommen, die mich dabei unterstützen selber etwas zu verändern. Das Seminar war eine Hilfe. So viele Dinge muss ich lernen. Auch die positiven Gefühle zuzulassen. Sie zu erkennen und auszuleben und nicht wie üblich, zu unterdrücken. Wenn es mal schön ist, dann kommt wieder etwas Schlechtes und das macht traurig und unglücklich, also lässt man Positives erst gar nicht zu. Man baut sich, so wie ich, eine hübsche und hohe Mauer um sich auf. Da kommt dann nichts rein und auch nichts heraus. Gefühle tabu. Doch wie will man sich da jemals freuen? Freude lädt die eigenen Batterien auf. Sich wohl fühlen, sich etwas Gutes tun, das ging bis jetzt nie. Glücklich sein ist nur dann erlaubt und richtig, wenn es auf Dauer ist. Ansonsten zählt es nicht, so meine Erziehung. Glücksmomente, wenn man die zulässt, dann wird es nur schlimmer. Kleine Dinge am Rande sehen und erkennen ist das Geheimnis, wie ich heute weiß. Das habe ich erst so richtig in Brilon begriffen. Vorher habe ich es immer mal wieder gehört, doch ich konnte damit nichts anfangen. Doch auch das lässt positive Energien entstehen, wie ich nun weiß. Ich bin auch die, die versuchen sollte, fröhlicher durchs Leben zu gehen. Positiver. Denn das kommt bei anderen im Kopf an und wird auch zurückgegeben. Zumindest bei den meisten. Wie oft ist es so, dass man irgendeine Frage gestellt bekommt oder einen Kommentar hört und man beginnt sofort sich zu verteidigen, sich zu wehren oder auf Abwehr zu gehen, sich schlecht zu fühlen oder los zu meckern. Aber bringt mich das wirklich weiter? Meist nicht, denke und weiß ich inzwischen. Wenn man aus der Erkrankung erstmal versucht das Beste zu machen, sie anzunehmen, dann fällt Vieles viel leichter. Dann können auch die anderen oft besser damit umgehen. Es liegt also wieder mal bei mir. Puh. Das will erstmal umgesetzt werden. Es muss zuallererst gelernt werden.

Und dieses Denken, dass andere immer alles besser machen, dass sie besser sind, das sollte man sich abgewöhnen. Denn es ist nicht so. Jeder legt den Maßstab anders an. Sollte es auch, da Menschen nun mal nicht gleich sind. Jeder ist als eigenes Individuum anzusehen. Vergleichen kann man im Prinzip gar nicht. Die Voraussetzungen sind immer unterschiedlich.

Man muss nicht gleich nach den Sternen greifen wollen. Kleine Schritte sind auch der Weg zum Ziel und wie ich immer wieder höre, auch beim Seminar, der Weg ist das Ziel. Es gibt Vorbilder, Menschen, von denen man lernen kann, aber so viele sind es nicht. Sehr viele haben auch Probleme. Man sieht immer nur Momentaufnahmen und man weiß nicht, wie es am folgenden Tag für jemanden ausschaut. Vor allem im Inneren nicht. Die Obercoolen, die immer eine große Klappe haben und immer für alles ein Lösung zu haben scheinen, die, die man immer für stark gehalten hat, tauchen plötzlich nicht mehr auf, sind längere Zeit weg und wenn man dann erfährt, dass sie wegen –Burnout- in der Klinik waren oder wegen eines anderen Problems, dass so heftig gar nicht zu sein scheint, dann merkt man, dass man nicht das kleinste und schwächste Glied in der Kette ist. Zumindest nicht das einzige arme Würstchen, für das man sich immer hält. Uff. Schon hier gerate ich an die Frage, wie soll ich das stemmen? Wo soll ich die Kraft dafür hernehmen? Die Dinge schnell genug aus meinem Kopf hervorkramen, wenn ich sie gerade ganz schnell mal brauche? Wie sind nochmal die Abläufe? Wie soll das was ich da denke in Bauch und Herz und Tat ankommen? Thomas, gib mir bitte ein Rezept dafür. Eines, wo etwas draufsteht dass man schnell umsetzen kann und was sehr schnell wirkt. Wenn das mal so einfach wäre, was? Dann bräuchten wir keine Hilfen von Psychologen und Therapeuten. Ja, blockiere dich nicht selber.

Viele haben das halbleere Glas, das Negative so anerzogen bekommen, das kann man nicht so mal eben abwerfen. Dass es nicht gut ist, dass weiß man, doch plötzlich das Gegenteil zu machen, das geht nur mit sehr viel Geduld und mit vielen Übungen, die permanent wiederholt werden müssen. Und mit professioneller Hilfe noch dazu. Die ganzen Automatismen, die man sein Leben lang schon umsetzt, die müssen erst erkannt und verändert werden. Mir geht so wahnsinnig viel durch den Kopf. Es arbeitet pausenlos und man kann mir bestimmt schon lange ansehen, dass es glüht. So war es in Brilon und so ist es auch noch heute. Das Gefühl habe ich. Aber oh Wunder, es ist nicht peinlich. Es ist so. Ausrufezeichen.

Ich vermische hier teilweise die Gegenwart mit einem bisschen Zukunft und dem vergangenen Seminar. Zwischendurch kommen mal Erlebnisse dazwischen, wie das Finden von Wegen, vor allem das Zurückfinden zum Hotel. Etwas, was man sonst immer nur mit sehender Begleitung gemacht hat. Das lässt ein wenig Selbstbewusstsein aufkommen. Das, was man oder eher ich, sehr dringend brauche. Es geht schon, wenn man es einmal geschafft hat, dann schafft man es auch nochmal oder sogar woanders.

Und wenn es mal nicht gelingt, dann wird sich schon irgendetwas ergeben. Wird schon gut gehen. Es als kleines oder großes Abendteuer anzusehen, das ist wohl die Kunst. Alles, was immer gut klappt, scheint anderen langweilig zu sein. Da muss ich auch noch hin. Das Gelassen-Sein üben. Aber es ist so beängstigend und traurig. Man verliert sein Augenlicht und soll das gelassen hinnehmen? Wohl eher nicht. Noch nicht. Doch es ist erlaubt, ja sogar normal, wenn man darüber trauert. Auch das habe ich im Seminar gelernt. Wie oft habe ich schon ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich morgens nicht aufstehen mochte, wenn ich mir lieber die Decke über den Kopf ziehen wollte, wenn ich nicht wissen wollte, was andere Tolles erlebt haben und ich nicht, wenn ich nur heulen wollte, wenn ich die ganze Welt hassen wollte, wenn ich am liebsten vor die Wand getreten hätte und wenn ich am liebsten der ganzen Welt mein Leid geklagt hätte. Aber das habe ich nur sehr abgespeckt und selten gemacht. Ich habe es nicht ausgelebt.

Man musste sich ja zusammenreißen. Bloß nicht auch noch schwächeln. Noch zu der Augengeschichte. Das war verboten, hat doch bis jetzt auch ohne Krisen geklappt. Gefühle weg, Gefühle unterdrücken, nicht erlauben, nur die, die bei anderen gut ankommen, ja das geht. Doch wie ich mich fühle, dass muss verborgen bleiben. Jetzt weiß ich, dass ich all das darf und dass es für mich, ja für meine Persönlichkeit, einfach nur für meine kleine Person wichtig ist und dass ich das darf. Das Schwächeln. Dafür hat mir auch das Seminar die Augen geöffnet. Und auch, vorsichtig zu sein, wenn dieser Zustand sehr lange andauert, denn dann muss man S.O.S. funken. Ich bin Richtig, trotz meiner Behinderung, trotz und vielleicht gerade deshalb. Ich muss niemandem etwas beweisen, nur mir selber hochpersönlich. Und wenn ich zufrieden bin, dann ist es gut. Nicht dann, wenn andere mit mir zufrieden sind. Wenn meine Schutzmechanismen, die Coping Reaktionen anlaufen, dann versuche ich mir das bewusst zu machen, mir zu sagen, das habe ich nicht nötig und vor allem, die anderen können das auch ganz gut und ich versuche den Ball flach zu halten. Nicht von anderen zu fordern das sie es machen, weil ich die Behinderte bin. Aber nein, ich kann selber Dinge steuern, bin ich doch nur blind und nicht blöd, ich muss nur ein wenig wachsen, wenn ich es denn endlich gelernt und verinnerlicht habe. Ein wenig üben konnten wir alle während des Seminares, denn wenn Fragen gestellt worden, dann kamen Antworten und dann merkte man recht schnell, wenn man Glück hatte, man selber, das man gerade mitten in einem Abwehrmechanismus war. Wenn ich mir jetzt so meine Zeilen anhöre, dann vermisse ich etwas. Als ich in Brilon war und als ich wieder zu Hause angekommen bin, war ich total erfüllt und voller positiver Stimmung und ich hatte das Gefühl, Bäume ausreißen zu können und alles zu schaffen. Mit anderen Worten, ich war in Hochstimmung. So viel Positives, so viele Gedanken und Eindrücke und Weisheiten hatte ich mitgenommen. Wollte es in den Alltag retten. So viele schöne Stunden hatte ich erlebt. So viel Wissen und so viele Erkenntnisse habe ich aufgenommen. Ja, sie waren auch sehr anstrengend, doch ich empfand sie als Geschenk. So viele nette und unterschiedliche und vor allem wertvolle Menschen habe ich kennenlernen dürfen. Jeder auf seine Weise, hat mir so viel gegeben. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ja das habe ich und ich habe diese Freude gespürt und auch mit nach Hause genommen. Da wollte ich sie in mir behalten und von da an nur noch positiv durchs Leben gehen. Doch leider ist das nicht so geblieben, wie ich gehofft habe. Ein paar Tage hat es angehalten und ich konnte das, was mir nicht gefiel einfach abblocken. Man fragte mich nach dem Wochenende und ich erzählte voller Freude von den für mich tollen Erfahrungen und man merkte mir stark an, dass es mir richtig gutgetan hat, das Seminar. Dass ich erfüllt war von allem. Auch die, die nicht gefragt hatten, durften von Brilon hören. Da merkte man sehr schnell, wer damit etwas anfangen konnte und wer nicht.

Auch würde ich gerne all die Kontakte halten, die ich geknüpft habe. Ich hoffe, dass es gelingen wird. Fest vorgenommen habe ich es mir, alle einmal anzurufen. Wenn der Alltag, der mich leider wieder eingeholt hat und mir die gute Laune, ebenso wie meine Kräfte, sehr minimiert hat, nicht auch noch die Zeit nimmt, mich um diese Menschen zu kümmern.

Man hatte eine so intensive Zeit miteinander, hat sich nach außen gekehrt und die anderen so viel vom Innersten wissen lassen. Das ist Vertrauenssache und damit geht man nicht hausieren. Es ist gut bei mir aufgehoben. Man war in einem geschützten Raum, war sicher. Ich war unter meinesgleichen und konnte von meinen Problemen reden und man hat mich verstanden. Das hat so etwas wie: “Gemeinsam sind wir stark“.

Das Seminar würde ich immer wieder machen. Hoffe, dass es noch weitere geben wird, auch zu anderen Themen. Thomas hat es sehr gut gemacht. Der einzige Kritikpunkt ist der mit dem Informationsmaterial nach den vier Tagen. Das hätte man schon gerne. Hier an dieser Stelle muss ich einmal auch Michael Hahndorf ein dickes Dankeschön aussprechen, denn er hat mir die Seite von Thomas umgewandelt und die Dateien für mich hörbar gemacht und mir geschickt. Das fand ich supernett. Danke dafür.

Und ihr, die ihr am Seminar teilgenommen habt, viele liebe und herzliche Grüße an euch und Danke dafür, dass ihr mir diese vier Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht habt. Ihr seid wertvoll, eingeschlossen Thomas, der seine Sache super gemacht hat. Gut, dass man dich damals zum Vortrag von Frankl genötigt hat. Keinen von euch möchte ich missen. Jeder einzelne hat mir sehr viel mitgegeben. Und auch das Personal des Hotels darf man nicht vergessen. Ich fand sie zum allergrößten Teil sehr freundlich und hilfsbereit. Das Hotel an sich war sehr angenehm. So, nun hoffe ich, dass den einen oder anderen meine Worte und Gedanken ansprechen oder gar Mut machen, auch an einem Seminar von Thomas Reichel teilzunehmen. Mir hat es richtig gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass es eine Fortsetzung davon geben würde, einen Aufbaukurs, bei dem man die gelernten Dinge praktisch umsetzen könnte.

Oft ist es ja so, dass man zwar vieles weiß, doch wenn dann jemand da steht und sagt: “Achtung, jetzt anders handeln“, dann wird man immer wieder darauf hingewiesen und kann es sich schlussendlich selber besser bewusst machen und dann umsetzen. Das ist ja eine Handlungskette, die man da aufbaut. Ist sie verinnerlicht, dann geht es viel besser. Die Synapsen müssen neu verbunden werden. In Rollenspielen vielleicht, nur so eine Idee.

Zuhause ist halt niemand, der einem da auf die Sprünge hilft. Da kann man sich nur auf sich selbst verlassen und das ist gar nicht so einfach. Aber was wir auch mit auf den Weg bekommen haben war, dass Fehler normal und erlaubt sind. Es ist nie immer gut, toll, fröhlich, perfekt glücklich, schön usw. Das Leben ist ein Auf und Ab. Mal mehr und mal weniger. Alles vollkommen normal. Das Kunststück ist, immer das Beste daraus zu machen und eine positive Einstellung zu behalten.

Wer Dauerglück fordert, der kommt nie ans Ziel. Und auch nicht auf den Weg. Ich wünsche allen Mitgliedern der PRO RETINA und allen dazugehörigen Menschen, dass sie ihren Weg finden, auf sich achten und auch die anderen Mitmenschen dabei nicht aus den Augen verlieren. So, wie es schon viele von euch in beispielhafter Weise tun.

Ganz herzliche Grüße

Manuela Dolf

Zuletzt geändert am 14.11.2016 11:35