Unser Sommerausflug in die Urdenbacher Kämpe am 29.07.2017 Hildegard Iverson - August 2017

Für den Tag unseres Ausflugs war Regenwetter angesagt, doch wenn 26 Leute sich sehnlich Sonne wünschen, kann es passieren, dass Petrus ein Auge zudrückt – und wir bekamen den schönsten Sonnenschein, wie gemacht für unseren Ausflug!

Die Ersten trafen sich um 8.45 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof und fuhren mit dem Regionalexpress eine Station bis nach Benrath, wo sich unsere Gruppe stark vergrößerte. Alle zusammen stürmten wir dann den Bus, der uns an unser Ziel brachte – Haus Bürgel am Rand von Monheim.

Haus Bürgel steht auf den Überresten eines römischen Kastells, es beherbergt heute ein Römisches Museum. (Und Toiletten!) Außerdem gibt es dort ein Kaltblütergestüt. Wer dabei an dicke Brauereipferde dachte, wurde eines Besseren belehrt. Die dortigen Kaltblüter sind die Nachkommen von Arbeitspferden, die Jahrhunderte lang auf Bauernhöfen die Arbeiten verrichteten, die heute Traktoren und Maschinen machen. Es sind schöne, kräftige Tiere, aber nicht dick.  Nach dem Krieg gab es davon noch um die 20.000, aber Anfang der 1970er Jahre waren sie fast ausgestorben, es gab noch ganze 50 davon. Heute sind es wieder mehr und sie arbeiten z.B. in Wäldern, wo sie als Rückepferde die Baumstämme herausziehen, oder eben auch als Kutschpferde, wie wir später erleben durften. Wir besuchten den Stall und konnten anschließend durch ein Gatter geschützt dabei zuschauen, wie sie voller Elan und Vorfreude an uns vorbei auf die Weide trabten.

Hier teilte sich unsere Gruppe auf, die eine schloss sich der AuenErlebnisBegleiterin Frau Weber zu einer Achtsamkeits-Wanderung an, die andere erklomm die Kutsche. Letzteres war gar nicht so leicht, denn die kleine Holztreppe war alles andere als barrierefrei!

Ich selbst hatte mit 11 anderen einen Platz in der Kutsche. Die Stute Thora und ihr Sohn Eberhard zogen uns, und mit „klappklapp“ und vielen kleinen Pfiffen ging es durch die Auenlandschaft. Im Gegensatz zur Treppe waren die Sitzbänke sehr gut gepolstert, sodass wir nicht jeden Stock und jeden Stein hinten unten fühlen mussten. Nur das Fässchen Bier hatte man wohl vergessen mitzunehmen. Am Rheinufer gab es immer noch Spuren des Sturms „Ela“: umgestürzte, zerbrochene und entwurzelte Bäume erinnerten an die Katastrophe. Unterwegs erzählte uns der Kutscher viel über die Landschaft und die Pferde. Die Urdenbacher Kämpe ist eine Auenlandschaft, die bei Hochwasser überflutet wird. Sie ist ein Naturschutzgebiet, in dem noch viele Pflanzen wachsen, die es anderswo nicht mehr gibt, aber darüber würde uns Frau Weber am Nachmittag noch mehr erzählen. Nach einer Kehrtwende auf einer Wiese (für die wir aussteigen mussten) ging es klappklapp zum Campingplatz, wo wir den Rest der Gruppe zum Mittagessen wiedertrafen.

Unter einem Campingplatzrestaurant stellt man sich nichts Besonderes vor, aber wir fanden einen herrlichen, großen Biergarten mit alten Bäumen vor, die uns den inzwischen willkommenen Schatten spendeten, denn es war nun doch recht heiß geworden. Das Essen kam schneller als mancher zum Bestellen brauchte. Unter anderem gab es riesige Schnitzel – dem Riesenschwein, von dem man solche Stücke abschneiden kann, möchte ich nicht im Dunklen begegnen!

Nach der Stärkung nahm uns Frau Weber alle ins Schlepptau, wir kaperten noch mal einen Bus und ließen uns zum Startpunkt unserer kräuterwanderung bringen. In den nächsten Stunden durften wir dank Frau Weber die einmalige Flora mit allen Sinnen erleben: Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken… Die Fauna konnten wir allerdings nur vielstimmig hören. Da gab es „Schokokugeln am Stiel“ (Blutwurz), Fingerverbände aus Spitzwegerich und noch viel, viel mehr zu entdecken. Eines fanden wir allerdings nicht – eine Bank zum Ausruhen. Frau Weber sagte später, dass es wohl Bänke gebe, aber keine, auf denen 26 Popos Platz hätten… So allmählich verließen einige von uns doch die Kräfte, das lange, langsame Gehen und Stehen ist schon sehr anstrengend, besonders für die Älteren von uns. Wir bekamen ein paar Weißdornblätter zum Kauen als Energieschub. Als wir endlich in das Café am Ausgangspunkt zurückkamen, hatte ich das Gefühl, jetzt keinen einzigen Schritt mehr gehen zu können.

Wir sorgten noch einmal für unser leibliches Wohl und dann ging es gestärkt auf die Heimfahrt. Es war ein langer, erlebnisreicher und wunderschöner Tag, der uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ich spreche sicher nicht nur für mich allein, wenn ich Britta Van Hall noch einmal ganz herzlich für die tolle Organisation danken möchte!

Hildegard Iverson

Zuletzt geändert am 16.08.2017 23:49