PRO RETINA-Forschungspreise 2019 verliehen

Der diesjährige Grundlagenwissenschaftliche Forschungspreis, den die PRO RETINA Deutschland zusammen mit der Retina Suisse vergibt, ist im Rahmen des 117. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin Dr. Karolina Plößl zuerkannt worden.

Wie es in der von Professor Dr. med. Eber-hart Zrenner (Vorsitzender des Wissenschaftlichen und Medizinischen Beirats WMB der PRO RETINA) verfassten Laudatio heißt, hat der WMB diesen Preis zuerkannt für vier miteinander verbundene Publikationen zum Thema: „Molekulare Pathomechanismen der X-chromosomalen Retinoschisis (XLRS)“. Die Preisträgerin hat in den letzten zwei Jahren in vier aufeinander aufgebauten Arbeiten als Erstautorin in namhaften wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht. Zwei der Publikationen befassen sich mit funktionellen Konsequenzen der Retinoschisin-Defizienz in der Netzhaut. Sie zeigen, dass bestimmte pathogene Varianten nicht mehr wie normales Retinoschisin über das Enzym Natrium/ Kalium-ATPase (Natrium-Kalium-Pumpe) an retinale Membranen binden kann.

Dr. Plößl konnte eine spezifische Untereinheit definieren, die von essentieller Bedeutung für die Verankerung von Retinoschisin an die Plasmamembran ist. Sie konnte die Signalkaskaden, die zu dieser Retinoschisin-Defizienz führen, lokalisieren und damit neue therapeutische Zielmoleküle für innovative Behandlungsansätze der XLRS definieren. In der dritten Arbeit hat sie Expressionsstudien zu verschiedenen Retinoschisin-Varianten in HEK-Zellen (menschliche embryonale Nierenzellen) durchgeführt, um die Membranbindung der netzhautspezifischen Natrium-Ka-lium-ATPase zu verstehen und konnte in einem bioinformatischen Modell eine Discoidin-Domäne als Bindungsstelle hypothetisieren. In der vierten Publikation hat sie dies auf Aminosäureebene weiter differenziert, konnte damit die Hypothese der dritten Arbeit bekräftigen, was von großer physiologischer Bedeutung ist.

Dr. Karolina Plößl hat 2008-2011 Biologie an der Universität Regensburg studiert, danach ein Masterstudium an der Universität Leicester (UK) im Bereich Zell- und Entwicklungsbiologie, Biochemie und Humangenetik absolviert und eine experimentelle Masterarbeit am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg angefertigt, wo sie auch 2018 zum Dr. rer. physiol. promovierte. Derzeit ist sie in Regensburg als Akademische Rätin tätig.

Klinischer Forschungspreis 2019

Der diesjährige Klinische Forschungspreis ist an Dr. Johannes Birtel vergeben worden. Wie es in der von Professor Dr. med. Eberhart Zrenner (Vorsitzender des Wissenschaftlichen und Medizinischen Beirats WMB der PRO RETINA) verfassten Laudatio heißt, hat der WMB diesen Preis zuerkannt für vier miteinander verbundene Publikationen zum Thema: „Klinische und genetische Charakterisierung bei Patienten mit Retinitis pigmentosa, Stäbchen-, Zapfen-Stäbchen- und Zapfendystrophien“.

Zuletzt geändert am 13.12.2019 17:48