Pressemitteilung vom 9.02.2011Altersblindheit: PRO RETINA Deutschland e. V. informiert Patienten über ihre Rechte

Viele Patientinnen und Patienten mit der feuchten Form der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) wissen nicht, dass sie Anspruch auf eine zugelassene Therapie bei einem Augenarzt ihrer Wahl haben. Ein aktuelles Faltblatt (PDF) der Patientenorganisation klärt Patientinnen und Patienten über ihre Rechte auf, wenn Krankenkassen die Übernahme der Behandlungskosten ablehnen und die Patienten auffordern, sich bei "Vertragsärzten" behandeln zu lassen.

Gerichtsurteile und klare Vorgaben des Bundesversicherungsamtes für alle bundesweit tätigen Krankenkassen konnten nichts daran ändern, dass manche Krankenkassen, die regional oder nur in einem Bundesland tätig sind, noch immer die Rechte der Patienten missachten.

Da der Zugang zur Therapie nicht bundesweit einheitlich geregelt ist, haben diese Krankenkassen mit Ärztegruppen spezielle Verträge geschlossen. Stellt ein Patient einen Antrag auf Behandlung mit der zugelassenen Therapie bei seiner Krankenkasse, lehnt diese dann die Übernahme der Therapiekosten ab und fordern die Patienten auf, sich bei "Vertragsärzten" behandeln zu lassen.

Akzeptieren Patienten dies, werden sie nicht mit den zugelassenen Medikamenten (Handelsnamen: Lucentis oder Macugen) behandelt, sondern erhalten eine von den Arzneimittelbehörden für die Anwendung am Auge nicht zugelassene Therapie, die aber kostengünstiger ist. Dabei handelt es sich um ein Medikament mit dem Handelsnamen Avastin oder um eine Lucentis-Injektion, die aus mehreren Ampullen zusammengemischt (ausgeeinzelt) wurde.

Experten bestätigen, dass eine im Vergleich zur zugelassenen Therapie gleichwertige Wirksamkeit und Sicherheit derzeit für Avastin nicht ausreichend belegt sind und dass ausgeeinzelte Medikamente eine unsichere Wirkung haben können. "Doch viele Patienten wissen dies nicht und akzeptieren die Forderungen ihrer Krankenkasse, zumal die Therapie bei dieser Erkrankung umgehend eingeleitet werden muss", erklärt Ute Palm, Vorstandsmitglied von PRO RETINA Deutschland e. V.

Darum informiert die Patientenorganisation in einem Faltblatt die Betroffenen über ihre Rechte. "Es ist wichtig, dass die Patienten selbst ihre Rechte kennen, um diese durchsetzen zu können", sagt Ute Palm.

Zuletzt geändert am 23.02.2011 16:38