Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 3.12.2014zum Weltbehindertentag am 3. Dezember 2014

Die PRO RETINA Deutschland e.V. fordert die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Inklusion sehbehinderter Menschen


Barrierefrei - und jeder weiß, wo es lang geht!


Der Weltbehindertentag macht auch auf die Probleme sehbehinderter und blinder Menschen aufmerksam und die Notwendigkeit der Inklusion dieser wachsenden Personengruppe. 

PRO RETINA Deutschland e.V. als Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhauterkrankungen setzt sich für die von fortschreitenden Seheinschränkungen Betroffenen ein und damit auch insbesondere für Menschen mit altersabhängiger Makula-Degeneration. 

Sie hat mit den Forschungen zu visuellen Kontrasten zur Verbesserung der Orientierung im öffentlichen Raum die Voraussetzungen der gesellschaftlichen Teilhabe geschaffen.
So sind ausreichende visuelle Kontraste eine unabdingbare Voraussetzung in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Zugängen zu Gebäuden und dem Zugang zu Informationen.
 

Trotz der intensiven Forschungsbemühungen Erblindung zu verhüten, muss leider bei vielen Menschen mit einem reduzierten Sehvermögen gerechnet werden. Durch die Umsetzung der Forderungen nach visuellen Kontrasten werden Gefahren und Informationsverlust vermieden.Die Umsetzung dieser Forderungen ist kein Kostenproblem. Manchmal ist nur ein "Pöttchen"
Farbe, wie Elke Lehning-Fricke, Vorstandsmitglied der PRO RETINA,  einem Journalisten erklärte, notwendig.  

Fest steht, dass für 10 Prozent der Bevölkerung eine barrierefrei zugängliche Umwelt zwingend erforderlich, für 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel ist. 

Der Weltbehindertentag weitet die Perspektiven: Inklusion wirft auch ein Licht auf die Probleme sehbehinderter Menschen  - eine mit dem älter werden der Gesellschaft wachsende Herausforderung.  

Innerhalb von zehn Jahren ist die Barrierefreiheit von einer kaum beachteten Gestaltungsaufgabe zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema geworden. Katalysator war die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die seit 2009 für Deutschland rechtsbindend ist. Niemand – so die Kernaussage der Konvention – darf an der Wahrnehmung seiner Menschenrechte und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und bürgerlichen Leben gehindert werden.
 

Brisanz erhält das Thema dadurch, dass demographische Prognosen Barrierefreiheit zu einem allgemeinen Anliegen werden lassen. Im Jahr 2030 wird es in Deutschland 26,4 Millionen Menschen geben, die über 60 sind. Menschen mit Einschränkungen z.B. des Seh- und Hörvermögens. Augenerkrankungen sind zu 60 Prozent Erkrankungen bei älteren Menschen. Dies ist normal und kein Grund das Reisen einzustellen, nicht mehr zum Schlosskonzert oder ins Theater, nicht mehr zum morgendlichen Schwimmen, in den Hörsaal oder nicht mehr in die Kirche und zum Wählen ins Rathaus zu gehen. 

Aus diesem Grund hat PRO RETINA  2014 die  Broschüre "Barrierefrei - und jeder weiß, wo es lang geht!" mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, basierend auf den Forschungen zur Kontrastoptimierung, neu herausgegeben. Die Unterlagen liegen auch in englischer Übersetzung vor und sollen international Anwendung finden!

Quellen im Internet

Die Broschüre "Barrierefrei – und jeder weiß, wo es lang geht!" ist in deutscher und englischer Sprache im Mitgliederbereich erhältlich.


http://www.pro-retina.de/dateien/ea_handbuch_fuer_planer_und_praktiker.pdf 

Zuletzt geändert am 17.01.2019 12:54