Pressemitteilung vom 3.11.2015Kooperationsprojekt der Augenklinik Münster und PRO RETINA

Mehr Autonomie und Kompetenz für Betroffene durch neues 100-Wege-Checkheft

Die Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Münster unter Leitung von Frau Professor Nicole Eter beginnt das dreijährige Projekt „Krankheitsbewältigung bei seltenen Netzhauterkrankungen durch Kompetenzsteigerung und geschärfte Selbstwahrnehmung“, das von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit PRO RETINA Deutschland e. V. durchgeführt.

Das Fortschreiten der Netzhautdegeneration verlangt eine Anpassung und Kompensation der Betroffenen, die in der Grauzone zwischen vollsehend und blind unterschiedlichste Probleme bewältigen müssen. An dieser Herausforderung setzt das Projekt an und zielt darauf ab, mit Hilfe eines Checkheftes für Sehbehinderte den Kompetenzerwerb selbstbewusster, strukturierter und effizienter zu machen.

Eine fortschreitende Netzhauterkrankung kann große Ängste vor Erblindung auslösen. Diese Ängste werden durch das Checkheft nicht eliminiert. Jedoch wird durch die rationale Benennung der Kompetenzen und durch das Aufzeigen verfügbarer Bewältigungsstrategien dieser Angst ein Wegweiser entgegengesetzt, den die Betroffene oder der Betroffene selbst in der Hand hat.

Die Inhalte des Checkhefts werden im Rahmen mehrerer Workshops mit Betroffenen erarbeitet. Die Eignung des Checkhefts wird durch die Mitarbeiter der Augenklinik wissenschaftlich geprüft. Das Checkheft wird Ende 2018 allen Betroffenen öffentlich frei für den persönlichen Gebrauch zur Verfügung stehen. Über Fortschritte des Projektes wird in Retina aktuell informiert.

Allen von einer seltenen Netzhauterkrankung betroffenen sehbehinderten Menschen, die noch nicht erblindet sind, soll durch die Ergebnisse des Projektes ein Stück mehr Sicherheit und Orientierung gegeben werden.

Zuletzt geändert am 03.11.2015 13:49