Gesunde Augen – das können Sie tun!

10 Tipps zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz von PRO RETINA

Bonn, 22.4.2021. Die Pflichten der Arbeitgeber für die Augengesundheit seiner Mitarbeiter sind in der Bildschirmarbeitsverordnung (kurz BildscharbV) festgeschrieben. Darüber hinaus kann aber auch jeder Mitarbeiter selbst durch seinen Lebensstil die Gesundheit seiner Augen positiv beeinflussen. Anlässlich des Welttags für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz am 28. April hat PRO RETINA Deutschland e. V. daher zehn wichtige Tipps zusammengestellt, was jeder Arbeitnehmer, aber auch Studierende für ihre Augengesundheit tun können.

Die Gesundheit der Augen wird zu Teilen durch die Gene bestimmt – aber eben nicht nur: „Ob Sehminderung im Alter oder eine durch Diabetes hervorgerufene Schädigung der Netzhaut – durch unser Verhalten können wir Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung mancher Augenkrankheiten nehmen“, erklärt Dario Madani, Vorstandsvorsitzender der PRO RETINA Deutschland e. V. Zu den Krankheiten, die jeder Einzelne durch seinen Lebensstil beeinflussen kann, gehören beispielsweise die altersbedingte Makula-Degeneration, die durch überhöhte Blutzuckerwerte hervorgerufene diabetische Retinopathie, Kurzsichtigkeit und das Office-Eye-Syndrom aufgrund der zunehmenden Arbeit am PC. Daher appelliert PRO RETINA, die zehn folgenden einfachen Tipps zu beherzigen.

Tipp 1: Leseabstand einhalten

Ein kurzer Abstand zwischen Bildschirm oder Buch und Augen erhöht die Gefahr der Kurzsichtigkeit (Myopie). Daher sollten Studierende und Menschen, die lange am Bildschirm arbeiten, darauf achten, dass der Abstand beim Lesen und Arbeiten mindestens 30 cm beträgt.

Tipp 2: Licht tanken

Tageslicht sorgt für die Ausschüttung von Dopamin. Dopamin wiederum hemmt das übermäßige Längenwachstum des Auges, das für Kurzsichtigkeit verantwortlich ist. Ein bis zwei Stunden Aufenthalt im Freien können Kurzsichtigkeit sogar um Jahre hinauszögern.

Tipp 3: Augen entspannen

Ob bei der Arbeit am Rechner oder beim Studium der Unterlagen: Durch einen regelmäßigen Blick in die Ferne werden die Augen entspannt. Häufiges, bewusstes Blinzeln verhindert tränende, rote Augen und Kopfschmerzen. 

Tipp 4: Das Auge isst mit

Dieser Spruch gilt in Bezug auf die Augengesundheit auch im wörtlichen Sinne, denn eine gesunde, ausgewogene Ernährung deckt den Nährstoffbedarf des Auges und kann möglicherweise den Verlauf von Netzhautdegenerationen günstig beeinflussen. Paprika und Möhren, Johannisbeeren und Zitrusfrüchte sind wahre Augenvitaminbomben. Carotinoide im Gemüse binden freie Radikale und fangen schädliche UV-Strahlen ab. Sie wirken wie ein innerer Sonnenschutz. Carotinoide sind vor allem in grünen Gemüsesorten enthalten – Spinat, Erbsen, Brokkoli und Grünkohl. Durch eine mediterrane Kost mit schonend gegartem Gemüse, Fisch und Olivenöl kann man einer altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) um 40 Prozent vorbeugen.

Tipp 5: Auf Nikotin verzichten

Rauchen schädigt die Gefäßwände und verschlechtert die Durchblutung – auch der Gefäße im Auge. Raucher haben ein 3,5fach erhöhtes Risiko, an altersbedingter Makula-Degeneration zu erkranken als Nichtraucher.

Tipp 6: Diabetes vermeiden oder einstellen

Diabetes kann auch an den Augen zu schwerwiegenden Folgeschäden führen – bis hin zur Erblindung. Daher ist es wichtig, Diabetes zu vermeiden oder einen Diabetes richtig einzustellen.

Tipp 7: Bluthochdruck vorbeugen

Bluthochdruck schädigt die Gefäße – auch die des Auges. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Blutdruck normal ist. Einen erhöhten Blutdruck sollten Sie durch einen entsprechenden Lebensstil und gegebenenfalls durch Medikamente senken.

Tipp 8: Augen vor direkter Sonne und Blaulicht schützen

Trifft grelles Sonnenlicht ungefiltert auf die Augen, kann die starke Lichteinstrahlung die Netzhaut schneller altern lassen und die Makula schädigen. Tragen Sie daher bei greller Sonne eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Auch das blaue Licht von LED-Lampen, Bildschirmen, Tablets und Smartphones stehen im Verdacht, die Sehzellen in der Makula zu schädigen. Sie können also beispielsweise darauf achten, dass der Monitor mit einem Blaulichtfilter ausgestattet ist und dass Sie nur so viel Zeit wie nötig am PC, Tablet oder Smartphone verbringen.

Tipp 9: Alkohol meiden

Wie Nikotin schädigt Alkohol die Gefäße. Verzichten Sie daher auch zum Wohl Ihrer Augen darauf.  

Tipp 10: Regelmäßige Bewegung

Bewegung regt die Durchblutung an, hilft, den Blutdruck zu senken und ist damit ein wichtiger Faktor für die Augengesundheit. Sogar eine altersbedingte Makulaveränderung kann so eventuell positiv beeinflusst werden.

„Es gibt zwar keine Studie, die bestätigt, dass einzelne Nahrungsmittel die Augengesundheit verbessern. Aber eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann verschiedenen Augenkrankheiten vorbeugen und den Krankheitsverlauf verlangsamen“, weiß Madani. Allerdings gibt es bestimmte Augenerkrankungen, die eine besondere Ernährung verlangen. Daher empfiehlt er: „Sollten Sie erste Anzeichen einer Augenerkrankung haben, lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt untersuchen.“

Über PRO RETINA

PRO RETINA Deutschland e. V. ist mit bundesweit mehr als 6.000 Mitgliedern in rund 60 Regionalgruppen die größte und älteste Selbsthilfevereinigung von und für Menschen mit Netzhautdegenerationen und deren Angehörige. Durch umfassende und unabhängige Information und Beratung, Vernetzung, Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns dafür ein, dass blinde und sehbehinderte Menschen ihre Krankheit (gemeinsam) bewältigen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Wir fördern die Forschung, um Therapien zu entwickeln, die fortschreitenden Sehverlust aufhalten oder gar ganz verhindern, und verfügen über ein breites Netzwerk in Forschung und Augenheilkunde. Mehr Informationen auf www.pro-retina.de

Forschung fördern

Krankheit bewältigen

selbstbestimmt leben

Zuletzt geändert am 22.04.2021 08:15