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Ich sehe so, wie du nicht siehst

Mit unserem Simulator möchten wir Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie Menschen mit Netzhauterkrankungen die Welt sehen und wie sich Netzhauterkrankungen auf die Wahrnehmung von Betroffenen auswirken. Wir haben versucht, die Krankheitsverläufe der häufigsten Augenerkrankungen und Sehbehinderungen in ihrem Verlauf nachvollziehbarer zu machen. Wenn möglich, haben wir den Blick auf unsere Website simuliert. Duchlaufen Sie entweder die ganze Simulation oder steigen Sie durch die Button unten bei der Simulation einer bestimmten Erkrankung ein.

Retinitis pigmentosa (RP)

Diese Erkrankung verläuft zumeist folgendermaßen: Im Kindes- oder Jugendalter, zuweilen aber auch erst in den mittleren Lebensjahren, tritt eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit, eine Störung des Dämmerungssehens bis zur Nachtblindheit sowie eine Verminderung des Kontrastsehvermögens ein. Im weiteren Verlauf verengt sich das Gesichtsfeld allmählich ("Tunnelblick"). Man sieht wie durch eine Röhre, deren Durchmesser zusehends kleiner wird, wobei diese Einschränkung von den Patientinnen und Patienten nicht in jedem Fall bewusst wahrgenommen werden muss. Das Farbensehen und später auch die Sehschärfe verschlechtern sich. Die Sehkraft lässt insgesamt allmählich nach, nicht selten bis hin zur Erblindung. Mehr zu Retinitis pigmentosa

 

Makuladegenration (AMD und MD)

Unter dem Begriff "Makuladegeneration" (MD) wird eine große Gruppe von erblichen und nichterblichen degenerativen Netzhauterkrankungen zusammengefasst, bei denen vor allem das Sehzentrum (Makula, "Gelber Fleck") als Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist. Das Wahrnehmen feiner Details, das Lesen und das Erkennen von Gesichtern wird zunehmend schwieriger. Es kommt zum zentralen Gesichtsfeldausfall, die Mitte des Gesichtsfeldes "verschwimmt". Blendempfindlichkeit, Kontrastschwäche und Störungen der Farbwahrnehmung können auftreten. Da vornehmlich die Netzhautmitte betroffen ist, bleibt der überwiegende Teil des Gesichtsfeldes (das "periphere" Sehen) intakt. Die räumliche Orientierungsfähigkeit bleibt bestehen. Auch eine Nachtblindheit tritt in der Regel nicht auf. Mehr zu Makuladegenerationen

Die Altersabhängige Makulad-Degeneration (AMD) tritt im Alter auf. In Deutschland sind rund 7,5 Millionen von Früh- und Spätformen der AMD betroffen. Mehr zur AMD

 

Grauer Star (Katarakt)

Kennzeichnend für den grauen Star ist ein langsamer, schmerzloser Sehverlust: Die Linsentrübung verursacht eine diffuse Lichtbrechung. "Verschwommensehen" und Blendung sind die Folge. Bei geringem Kontrast nehmen die Patientinnen und Patienten die Welt "wie durch einen Nebel" wahr. Auch Doppelbilder und Lichthöfe um Lichtquellen (Halos) können auftauchen. Die Anpassung des Auges an sich verändernde Lichtverhältnisse (Hell-Dunkel-Adaptation) ist eingeschränkt, ebenso das räumliche Sehen. Mehr zur Katarakt

 

Grüner Star (Glaukom)

Die Folge eines Glaukoms sind Gesichtsfeldausfälle (Skotome). Das heißt, das Sehen wird in bestimmten Bereichen schlechter. Dieser schleichende, schmerzfreie Prozess bleibt bei fehlender Früherkennung häufig zunächst unbemerkt (außer beim schmerzhaftem Glaukomanfall beim Winkelblockglaukom) und kann, wenn er nicht behandelt wird, bis hin zur Erblindung führen. Bei einem Teil der Glaukomkranken (Normaldruckglaukom) wird der Sehnerv auch bei Augeninnendruckwerten im "Normalwertbereich" schon erheblich geschädigt, weil die Sehnervendurchblutung sehr schlecht ist oder dieser Sehnerv sehr empfindlich ist.

 

Diabetische Retinopathie

Die Diabetische Retinopathie führt zu fortschreitendem Sehschärfeverlust, zu Netzhautschädigungen und Blutungen in die Netzhaut, bedingt durch Gefäßschädigungen und Gefäßverschlüsse. Veränderungen werden von den Patientinnen und Patienten oft lange nicht bemerkt: Erst im fortgeschrittenen Stadium werden sie dann auffällig, wenn eine Netzhautablösung, eine Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte (Makulaödem) oder eine Blutung in den Glaskörperraum entsteht. Der Betroffene bemerkt dies durch verschwommenes und verzerrtes Sehen und blinde Flecken. Unbehandelt kommt es hierbei langfristig zur Erblindung. Bei dauernd erhöhten Blutzuckerwerten lagern sich im Auge Fett- und Eiweißstoffe in den empfindlichen Gefäßwänden ein, die dadurch brüchig werden und platzen können. Diese Folgekrankheit des Diabetes mellitus ist zunächst mit keiner Beeinträchtigung für die Patientinnen und Patienten verbunden. Mehr zur Diabetischen Retinopathie

 

Netzhautablösung (Ablatio retinae, Amotio retinae)

Symptome besonders der rhegmatogenen Netzhautablösung sind das Sehen von Blitzen (Photopsien) als Folge des Glaskörperzugs, das plötzliche Auftreten von dichten schwarzen oder roten Flecken im Gesichtsfeld ("Russregen") als Folge einer mit dem Netzhautriss einhergehenden Blutung, sowie vorhangartige Gesichtsfeldeinschränkungen, wenn die Netzhautablösung größere Ausmaße erreicht hat. Das Ablösen kann völlig ohne Symptome geschehen. Erst wenn die Netzhautmitte (Makula) erreicht ist, wird das Problem sichtbar z.B. durch eine verzerrte Darstellung. Wenn nicht sofort reagiert wird, kann es zu einem irreparablen Funktionsverlust der betroffenen Netzhautanteile kommen. Nach Wiederanlage der betroffenen Netzhaut kann sich die Funktion in Abhängigkeit von der Dauer der Ablösung wieder bessern. Wird die Ablösung nicht behoben, tritt eine Erblindung des betroffenen Auges ein. Langfristig droht eine schmerzhafte Schrumpfung des Augapfels (Phthisis bulbi) und damit ein Verlust des Auges.

 

Glaskörpertrübung

Schwarze Punkte, Flecken oder fadenartige Strukturen ("Mouches volantes" = fliegende Mücken), die im Blickfeld auftauchen, sich je nach Blickrichtung verschieben und vor allem beim Lesen oder Blick auf eine weiße Wand bemerkt werden, sind zwar störend, aber zumeist harmlos. Die so genannten "Mouches volantes" nimmt fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens bei geeigneten Lichtverhältnissen wahr. Die Diagnose "Mouches volantes" bezeichnet eine harmlose, allerdings manchmal störende Veränderung. Sie hat auf die Sehschärfe keinen Einfluss. Viele Menschen sind nach anfänglicher Besorgnis durch eine Diagnose, die die Harmlosigkeit der Veränderung feststellt, beruhigt, und können sich mit dem Phänomen arrangieren, so dass sie es nicht in besonderem Maße als störend oder belastend empfinden.

   

Zapfen-Stäbchen-Dystrophie

Eine ZSD wird früh im Krankheitsverlauf bemerkt. Zu Beginn kann die richtige Diagnose schwierig sein, da sich die ZSD wegen der ähnlichen Symptome nur schlecht von der ZD und einer Makuladystrophie unterscheiden lässt. Daher kann die Diagnose ZSD unter Umständen erst im Krankheitsverlauf gestellt werden.

Bei einer ZSD sind zuerst die Funktionen der Netzhautmitte gestört. Zu den Symptomen gehören:

  • Zunehmende Probleme, Gegenstände scharf zu sehen und Ausfälle beim zentralen Gesichtsfeld; infolgedessen haben die Betroffenen Schwierigkeiten beim Lesen oder dem Erkennen von Gesichtern.
  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Farben, anfangs insbesondere bei blassen Farben.
  • Die Betroffenen sind lichtempfindlich und fühlen sich schnell geblendet; diese Lichtscheu ist bei der ZSD stärker ausgeprägt als bei der Makuladystrophie.
  • Schwierigkeiten, sich an wechselnde Lichtverhältnisse (hell/dunkel) anzupassen.
  • Möglich sind Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und eine Fehlstellung der Augen (Schielen).

Von ZSD Betroffene schauen meist an dem Objekt, das sie erkennen wollen, vorbei. Oder die lassen ihre Augen umherwandern, um nichts zu übersehen. Das ist vor allem bei größeren Ausfällen des Gesichtsfelds der Fall. Man spricht dabei von "exzentrischem Fixieren". Dies vermittelt dem Gesprächspartner den Eindruck, als ob der Betroffene an ihm vorbeischaue.

Mehr zu ZSD

 

Leber‘sche Hereditäre Optikus-Neuropathie (LHON)

Beim typischen Verlauf der LHON kommt es zu einer plötzlichen und schmerzlosen (ausgeprägten) starken Herabsetzung der Sehschärfe oft innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen oder Monaten. Diese betrifft meistens erst ein Auge und innerhalb weniger Wochen auch das zweite Auge.

Neben der Herabsetzung der Sehschärfe gibt es folgende Symptome:

  • Betroffene verlieren die Fähigkeit, ohne Sehhilfe zu lesen – wenn beide Augen betroffen sind,
  • sie haben zentrale Gesichtsfeldausfälle (Zentralskotom),
  • sie können nur einschränkt Kontraste und Farbe wahrnehmen und
  • reagieren empfindlicher auf Licht (Blendungsempfindlichkeit).

Die plötzliche Sehverschlechterung eines Auges und insbesondere beider Augen wird in der Regel bemerkt. Ein Verlauf mit langsamerer Sehverschlechterung jedoch wird anfangs häufig gar nicht bemerkt. Diese anderen Verläufe zeigen sich häufiger bei Frauen.

Nach rund drei Monaten verbleiben den Betroffenen meist weniger als zehn Prozent der Sehkraft. Folglich ist der Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigt: Das Lesen, das Erkennen von Gesichtern oder Straßenschildern und die Arbeitsfähigkeit sind entsprechend eingeschränkt. Die Herabsetzung der Sehschärfe ist bei LHON sehr individuell und ist abhängig von der Art der Veränderung und vom Geschlecht des Betroffenen.

In einigen, aber eher seltenen Fällen kann es nach Monaten oder Jahren zu einer spontanen Steigerung oder einem teilweise Wiedererlangen des Sehvermögens kommen.
Mehr zu LHON