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Dresdener Infotag zum Thema Netzhaut
Forschung, Therapieansätze und patientennahe Informationen
Beim Dresdner Infotag zum Thema Netzhaut, der am 10. November im „Centrum für Regenerative Therapien Dresden“ stattfand, informierten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Kliniker über aktuelle Entwicklungen in der Grundlagenforschung und neue therapeutische Ansätze. Zahlreiche Betroffene und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über Forschungsergebnisse und technische Innovationen auszutauschen.
Einblicke in die Funktion der Netzhaut und Rolle der Müllerzellen
Nach den Grußworten, in denen unter anderem die Bedeutung der von PRO RETINA finanzierten Stiftungsprofessuren hervorgehoben wurde, erläuterte Professor Jochen Guck (BIOTEC) grundlegende Strukturen der Netzhaut. Mit seinem Vortrag räumte er auf wissenschaftlich anschauliche Weise mit der verbreiteten Vorstellung der „transparenten Retina“ auf. Er stellte dar, dass die Netzhaut keineswegs vollständig durchsichtig sei, und hob die besondere Bedeutung der Müllerzellen hervor, die er als biologische Lichtleiter verglich – ähnlich modernen Glasfasern.
Netzhautimplantate: Fortschritte beim künstlichen Sehen
Für viele Teilnehmende besonders relevant war der Beitrag von Dr. Robert Wilke (Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt), der über subretinale Netzhautimplantate berichtete. Er zeigte anhand eines Videobeispiels, wie ein vollständig erblindeter Patient mithilfe eines implantierten Chips einfache Muster und Objekte erkennen konnte. Das Beispiel demonstrierte, dass das Lesen einzelner Buchstaben prinzipiell möglich ist – wenngleich derzeit lediglich in Graustufen. Wilke betonte, dass die im Labor erzielten Ergebnisse unter idealisierten Bedingungen entstanden seien. Für den Alltag seien Kontraste oft weniger deutlich ausgeprägt. Um die Alltagstauglichkeit zu verbessern, werde intensiv an der Weiterentwicklung der Fotodioden gearbeitet.
Tiermodelle und weitere Forschungsfelder
Professorin Elisabeth Knust (MPI-CBG) stellte in ihrem Vortrag die Rolle von Tiermodellen in der Netzhautforschung vor und erläuterte, welche Erkenntnisse sich insbesondere aus Untersuchungen an Fliegen gewinnen lassen. Professor Lutz Pillunat (Universitätsklinikum Dresden) gab einen Überblick zur Pathophysiologie des Glaukoms („Grüner Star“) und dem schleichenden Verlauf dieser Erkrankung.
Abschließend präsentierte Gretel Schmitz-Moormann die Unterstützungsangebote der Patientenorganisation PRO RETINA, darunter Informationsmaterialien, Beratungsangebote und Hilfe für Angehörige.
Etablierter Forschungsstandort Dresden
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass sich Dresden in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Standort der Netzhautforschung entwickelt hat. Die Kombination aus Grundlagenwissenschaft, klinischer Expertise und patientennahen Informationen eröffnet vielversprechende Perspektiven für Betroffene ebenso wie für den wissenschaftlichen Fortschritt.