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Erfahrungsbericht eines Neulings in der Delegiertenversammlung der PRO RETINA

Höhen und Tiefen

von Bernd Neubauer (Mitglied der aktuellen Delegiertenversammlung und des Sprecherausschusses)

Es stehen nun, nach vier Jahren, Neuwahlen zum Vorstand und zur Delegiertenversammlung an. 2020 hatte ich erstmals kandidiert und bin dann auch im Rahmen der seinerzeitigen Mitgliederversammlung unmittelbar gewählt worden. Und, um es an dieser Stelle vorwegzunehmen, ich werde erneut kandidieren. Die Mitgliederversammlung findet in diesem Jahr am 23. November in Bonn statt. Im Laufe der zurückliegenden Wahlperiode wurde ich zudem in den dreiköpfigen Sprecherausschuss ebenso gewählt wie in den Satzungsausschuss. Beides ist für mich eine Ehre, aber auch gerne eine Verpflichtung, an der positiven Entwicklung der PRO RETINA mitzuwirken.

Die Arbeit als Delegierter ist für mich eine sinnvolle Ergänzung zu meinen anderen Aktivitäten in der Regionalgruppe Köln, im Team der PRO RETINA-Sprechstunde an der Uni-Augenklinik Köln und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise auf den gängigen Messe- und  fachspezifischen Kongressveranstaltungen. Umgekehrt ziehe ich hieraus auch Erkenntnisse für meine Delegiertentätigkeit.

Man erhält als Delegierter tiefe Einblicke in die Arbeit unseres Vereins und ganz allgemein auch in das gesamte Vereinsleben. Bis heute bin ich fasziniert davon, wie vielschichtig und umfangreich das Angebot der PRO RETINA Deutschland e.V. ist. Das geht von unserem großen Beratungsangebot (wir haben viele Beratende und mittlerweile an 15 Standorten PRO RETINA-Sprechstunden) über unser breit gefächertes Angebot an Flyern und Broschüren bis hin zu den vielen Veranstaltungen. Und ich weiß, dieses Angebot wächst und erreicht immer mehr Menschen.

Und, das will ich keinesfalls unerwähnt lassen, ich habe viele nette und äußerst engagierte ehrenamtliche Mitstreiter kennengelernt. Das möchte ich ohne Einschränkung als persönliche Bereicherung für mich bezeichnen.

Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir eine Reihe von Dingen beschlossen, die den Verein voranbringen. Darunter fanden sich auch durchaus problematische Punkte zur Sacharbeit und zu Personalangelegenheiten.

Allerdings habe ich auch „Tiefen“ im Rahmen meiner Arbeit als Delegierter wahrgenommen und feststellen müssen.

Dass vielfach bei den Diskussionen allein persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund standen oder der Fokus auf Formalien lag, dürfte nicht im Sinne der Mitglieder sein, die uns als Delegierte gewählt haben. Auch annähernd zweistündige Diskussionen über die Tagesordnung von Delegiertenversammlungen sind für mich nicht akzeptabel. Das sind zwei Stunden, die dann für Sacharbeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Sollte ich wiedergewählt werden, richte ich mein Augenmerk auch darauf, dass sich dies ändert.

Gelegentlich wäre es auch opportun gewesen, wenn Delegierte sich bei Ihren Anträgen und bei Ihrem Vorbringen an unser ausführliches Regelwerk von Satzungen und Vereinsordnungen gehalten hätten.

Generell sollte es bei unserer Arbeit in der Delegiertenversammlung darum gehen, den Fokus auf die Kernkompetenzen gemäß § 2 (Zweck) der Satzung unseres Vereins zu richten.

Gemäß § 12 Abs. 6 unserer Vereinssatzung obliegt dem Vorstand die alleinige Geschäftsführung des Vereins. Interne Querelen und Konflikte, die aus der Delegiertenversammlung kommen, behindern die Arbeit des Vorstands. Das gleiche gilt natürlich für jegliche Art von Angriffen von außerhalb in Richtung Vorstand und DV. Ich persönlich lehne diese Art und Weise der Vereinsarbeit zwischen und innerhalb der Gremien ab.

Dies umso mehr, weil ich meinen Austausch und meine Kommunikation mit dem Vorstand als gut bezeichnen möchte. Ich konnte in der zurückliegenden Zeit auch immer auf die Mithilfe unserer tatkräftigen Geschäftsstelle zurückgreifen.

Sieht man sich die Entwicklung der Mitgliederzahlen der letzten Jahre einmal genauer an, kann die Arbeit der vielen Aktiven bis hin zum Vorstand nicht so schlecht gewesen sein. Auch finanziell steht der Verein solide da. Immer wieder werden von unseren ehrenamtlichen Aktiven tolle Ideen entwickelt und umgesetzt.

Die Arbeit im Verein, in den Gremien und untereinander sollte, gerade auch vor dem Hintergrund unseres gemeinsamen Schicksals, geprägt sein von Fairness, Fürsorglichkeit und Zusammenhalt.

Mein Anspruch ist es, die Arbeit des Vorstands soweit es geht zu unterstützen und wenn es wirklich opportun ist, auch konstruktiv zu hinterfragen und zu kritisieren. Beides sieht die Vereinssatzung ausdrücklich vor.

Daher hier mein persönlicher Wahlaufruf für die anstehenden Wahlen: Ich würde es begrüßen, wenn neue Delegierte gewählt werden, die gewillt sind, den Verein positiv mit ihren Ideen, Anregungen und Anträgen voranzubringen. Gerne sollten dies auch Jüngere sein, die sachlich und rational denken können und bereit sind, sich mit Herzblut für unseren Verein einzusetzen. Ich habe in diesem Zusammenhang auch bemerkt, dass ein solider beruflicher Background und eine Portion Lebenserfahrung für die Arbeit in der Delegiertenversammlung durchaus vorteilhaft sein können.

In dem Sinne würde ich mich freuen, wenn es nach der Neuwahl von Vorstand und Delegiertenversammlung zu einer Arbeitsweise zum fortgesetzten Wohle unserer PRO RETINA kommt.