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Wie lebt man ohne Augenlicht? Ein Austausch, der bewegt

Susanne und Doreen mit Blindenführhündin Kira vor dem Gymnasium Casimirianum. – ein fröhlicher Moment voller Lebensfreude.
Susanne und Doreen mit Blindenführhündin Kira vor dem Gymnasium Casimirianum. – ein fröhlicher Moment voller Lebensfreude.

Susanne und Doreen waren zu Gast am Gymnasium Casimirianum und kamen dort mit zwei achten Klassen in einen intensiven Austausch zu den Themen Blindheit, Sehbehinderung, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Jugendlichen zeigten großes Interesse und brachten bereits einiges an Vorwissen mit. Im direkten Gespräch wurde jedoch deutlich, dass viele Unsicherheiten im Umgang mit blinden Menschen bestehen und Berührungsängste vorhanden sind – oft bei ganz alltäglichen Situationen.

Besonders eindrücklich war Susannes persönliche Geschichte: Sie konnte ihr Abitur noch sehend an einer Regelschule absolvieren und befindet sich aktuell im Masterstudium. Heute lebt sie vollständig blind. Dadurch gelang es ihr, eine sehr direkte Verbindung zu den Schülerinnen und Schülern herzustellen. Einige konnten sich so stark in ihre Lage hineinversetzen, dass auch emotionale Reaktionen deutlich wurden.

Gerade hier zeigte sich, wie wichtig solche Begegnungen sind. Sie machen deutlich, dass auch mit einschneidenden Veränderungen im Leben ein positives, erfülltes Weiterleben möglich ist – mit vielen wertvollen Erfahrungen und einem geschärften Blick für das Wesentliche.

Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie oft wir im Alltag den Fokus auf Nebensächlichkeiten legen und vieles als selbstverständlich ansehen. Häufig lernen wir den wahren Wert von Dingen erst dann zu schätzen, wenn sie nicht mehr selbstverständlich sind.

Die Begegnung hinterließ bei vielen Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Wir hoffen, dass dieser Tag dazu beiträgt, Unsicherheiten abzubauen und den Umgang mit Menschen mit Behinderung selbstverständlicher zu machen – denn letztlich sind sie genau das: Menschen, die mit einer besonderen Herausforderung leben.