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Tagesspiegel Digitale Gesundheit: Gamechanger ePA?
Gamechanger ePA? Zwischen Heilsversprechen und Praxisproblemen
Am 25.06.2025 nahm die Interessenvertretung digital an der von DocMorris initiierten und vom Tagesspiegel Background moderierten Paneldiskussion “Gamechanger ePA” teil. Es diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Krankenkassen, Industrie und Technik über den aktuellen Stand, die Hürden und die Chancen der elektronischen Patientenakte (EPA) in Deutschland.
Einigkeit herrschte auf dem Podium: Die Einführung der EPA ist ein überfälliger Schritt hin zu einer modernen, digital vernetzten Gesundheitsversorgung – die Umsetzung jedoch bleibt komplex. Walter Hess (DocMorris) sprach vom „mehr als halb vollen Glas“: Die technische Basis sei gelegt, nun komme es auf breite Akzeptanz und nutzerzentrierte Ausgestaltung an.
Ein internationaler Impuls kam von Anne Marie Toft, Gesundheitsattaché der dänischen Botschaft, die Einblicke in das Erfolgsmodell Dänemark gab. Dort fördern unter anderem eine einheitliche digitale Bürger-ID, ein hohes Vertrauen in staatliche Institutionen sowie ein pragmatischer Umgang mit Datenschutz die Akzeptanz digitaler Gesundheitslösungen.
In Deutschland hingegen steht dem Fortschritt häufig ein übermäßig komplexes Datenschutzverständnis im Weg – mit spürbaren Auswirkungen auf die Nutzerfreundlichkeit. „Vertrauen entsteht durch Transparenz, positive Erfahrungen und echten Mehrwert“, betonten Dr. Claudia Wein (CDU) und Heike Nowotnick (AOK).
Dr. Florian Hartge (Gematik) stellte klar: Die EPA sei technisch sicher, die Herausforderung liege nun in der Interoperabilität zwischen den vielen IT-Systemen im Gesundheitswesen. Schrittweise sollen strukturierte Datenformate den Austausch verbessern und Doppeluntersuchungen vermeiden helfen.
Auch der verpflichtende Einsatz der EPA wurde diskutiert. Konsens: Ohne gewisse Anreize oder Verpflichtungen wird die notwendige Dynamik nicht entstehen – doch Zwang allein reicht nicht aus. Entscheidend ist der spürbare Nutzen:
- Für Patientinnen und Patienten: eine durchgängige, sichere Behandlungshistorie und mehr Kontrolle über eigene Gesundheitsdaten.
- Für Leistungserbringer: mehr Effizienz und bessere Informationsgrundlagen – gekoppelt an faire Vergütungssysteme.
Fazit: Die flächendeckende Einführung der EPA ist ein langfristiger Prozess. Ihr Erfolg hängt von drei Faktoren ab: einem erlebbaren Mehrwert, dem Aufbau von Vertrauen sowie der konstruktiven Zusammenarbeit aller Akteure – flankiert durch klare politische Rahmenbedingungen.