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27.01.2026 Die 71. Blindensitzung fand in den Sartory-Sälen statt.

Diese Sitzung des Blinden- und Sehbehindertenvereins Köln e.V. wurde wie die 70 zurückliegenden Sitzungen von der KG Muuzemändelcher ausgerichtet. Die Vorsitzende des BSV Marisa Sommer begrüßte das jecke Publikum. Durch die Sitzung führten Christoph Kuckelkorn und Joachim Badura, der Baas der Muuze. Beiden war es ein Anliegen, dem nicht sehenden Publikum einen Eindruck vom Aussehen der Künstler zu verschaffen. Sie beschrieben die Kostüme und Personen detailliert.

Das diesjährige Motto „Alaaf - Mer dun et för Kölle!“ hat eine große Bedeutung. Dieses Motto „Alaaf - wir tun es für Köln!“ ehrt alle Menschen, die sich freiwillig engagieren - im Karneval, in Vereinen oder in Selbsthilfevereinigungen wie zum Beispiel in der PRO RETINA oder im Blinden- und Sehbehindertenverein.

Eine Gemeinsamkeit haben alle Künstler: Sie verzichten bei den Auftritten auf der Blindensitzung auf ihre Gage. Jeder auftretende Künstler erhält einen Festkomitee-Orden und eine Flasche Wein als Dank für den Auftritt.

Zum Anfang kamen die „Domstürmer“ auf die Bühne. Diese etablierte Band um Frontmann Micky Nauber feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und gehört zu den publikumsnahen Kölschen Bands. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ und „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“ — und schon sangen und schunkelten die Gäste im Ostermann-Saal.

Mehrere Tanzcorps, zum Beispiel die „Kölner Husaren grüngelb von 1895/1959 e.V.“, die „Isenburger Mädchen un Junge“ der KG Isenburger Köln-Holweide, 1974 e.V. zeigten ihr Können in großartiger Perfektion.

Weiterhin erfreute „Dä Tüppes vom Land“ mit Reimrede und humorvoller Unterhaltung in rheinischer Mundart und kölscher Sproch das Publikum.

Marita Köllner, bekannt als „Et fussich Julche“, trat mit ihren bekannten Liedern auf und initiierte eine Polonaise, der sich große Teile des Publikums anschlossen. Sie freute sich sehr, dass ein anderes bekanntes, deutlich älteres Mitglied des Kölner Karneval es sich nicht hatte nehmen lassen, auch mit 100 Jahren die Blindensitzung in Begleitung seines Fanclubs zu besuchen. Ludwig Sebus vollendete am 05.09.2025 sein 100. Lebensjahr.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich der von den „Plaggeköpp vun 1998 e. V.“ angeführte Einzug des Kölner Dreigestirns und des Kinderdreigestirns. Die Prinzen, Bauern und die Lieblichkeiten präsentierten sich wie gewohnt. In jeder Sitzung für Blinde und Sehbehinderte gibt es die Besonderheit, dass sich die Tollitäten auf Tuchfühlung zum Publikum begeben. So erhielten die Zuschauer die Möglichkeit, die Ornate, Mützen, Kronen und Federn, ebenso wie die Insignien des Dreigestirns „Pritsche“, „Stadtschlüssel und Dreschflegel“ und „Spiegel“ mit den Händen zu ertasten.

Auch unsere Gruppe hat das Programm genossen, gesungen, geschunkelt und das ein oder andere Getränk (Kölsch) konsumiert. Zuerst waren einige Mitglieder der Gruppe enttäuscht, etwas weiter hinten Plätze zugewiesen bekommen zu haben. Andere fanden es gut, Platz zu haben, sogar tanzen zu können und direkt am „Einzugsweg“ der meisten Künstler zu sitzen.

Am Ende des Programms „erklomm“ die Vorsitzende des BSV Marisa Sommer noch einmal die Bühne und bedankte sich bei allen Mitwirkenden für das Gelingen der großartigen Blindensitzung.

Schon jetzt wurde der Termin für die 72. Sitzung im nächsten Jahr bekannt gegeben: 19. Januar 2027.

Notiert euch diesen Termin! Es lohnt sich!

Kölle Alaaf!

 

Text: Margarete Schulte

Quellen: www.appsolutjeck.de und www.kölnerkarneval.de