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Fußgruppe beim Kölner Schull- und Veedelszöch 2026: Teilnehmende als bunte Vögel mit roter Maske, grünem Schnabel, grüner Jacke, roter Hose und großen Flügeln in Gelb, Rot und Grün. (Foto: Carsten Schmeißer)
Kölner Schull- und Veedelszöch 2026 (Foto: Carsten Schmeißer)

Köln, 15.02.2026. Straßenkarneval nicht nur volksnah, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern selbst gemacht. Das sind die lokalen Umzüge in den einzelnen Stadtquartieren.

Der größte Umzug dabei ist der Schull- und Veedelszöch, der immer am Karnevalssonntag durch die Innenstadt zieht. Veranstaltet wird er durch den „Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V.“. Erstmals in seiner Geschichte reservierten der Zugleiter, Jörg Scheider, und sein Team Plätze mit Audiodeskription für sehbehinderte und blinde Menschen auf der Tribüne am Kölner Heumarkt. Jörg Scheider: „Es war eine spontane neue Idee für uns, aber mein Team hat sie mit viel Engagement in kurzer Zeit umgesetzt bekommen. Wir freuen uns, wenn unser Angebot auf eine rege Nachfrage stößt.“.

Also eine sehr kurzfristige Realisation. Und weil jemand jemanden kannte, die jemanden kannte, kam das Angebot auch zu unserer Regionalgruppe. Ein schneller Entschluss war gefragt. Innerhalb weniger Tage meldeten 22 Personen, inklusive Begleitung, ihr Interesse an.

Allen konnte Jörg Scheider zusagen und seine Frau, Melanie Scheider, schickte die Karten persönlich per Post an die Interessenten!

Und was waren das für tolle Plätze: auf dem Kölner Heumarkt, also mitten im Getümmel, auf einer überdachten Tribüne, Sitzplätze in Reihe eins und zwei. Besser geht’s nicht!

So kam der Karnevalssonntag. Um 11:11 Uhr startete der Schull. Und Veedelszöch am Chlodwig Platz, gegen 14 Uhr wurde er am Heumarkt erwartet. Als wir etwas 1,5 Stunden vorher unsere Plätze einnahmen, war das Areal bereits kräftig beim Feiern. Aus großen Lautsprechern tönten die beliebten Karnevalslieder. Die Stimmung stieg entsprechend. Wer Bedarf hatte, bekam Kopfhörer für die Audiodeskription. Ein Soundcheck stellte sicher, dass jedes Gerät funktionierte.

Wer nicht anwesend sein konnte, konnte den Zug im Stream im Internet verfolgen. Die Audiodeskription sprachen Björn Nass und eine Kollegin. Eloquent beschrieben sie die vorbeiziehenden Gruppen und vermittelten uns einen plastischen Eindruck der Kostüme. Manchmal war es für sie schwer, sich gegen die offizielle Moderation durchzusetzen, die mit hoher Wattzahl aus den Lautsprechern tönte. Beide Beschreibungen konkurrierten manchmal für uns. Dennoch ein großes Dankeschön an unsere Moderatoren, die auch die Audiodeskription im Stadion des 1. FC Köln sprechen oder in der Eissport-Halle der Kölner Haie.

Dann kam „das Trömmel’sche“, ich meine, der Zug. Es präsentierten sich zuerst 52 Kölner Schulen und im Anschluss 48 Gruppen aus dem Veedel. Der Enthusiasmus der Teilnehmer, ob klein ob groß, war enorm, ihr Spaß mit Händen zu greifen. Die Kostüme waren in wochenlanger Arbeit mit viel Freude am Detail von Hand genäht. Farbenprächtig und einfallsreich zogen Blumen vorbei, Schmetterlinge oder tanzende Ananas. Bilder der Lebensfreude. Nachdenklicher dagegen der „Stammtisch Kölsche Klüngel e.V. von 1999“, der die Spielkarten neu mischte, weil es 5 vor 12 Uhr ist. Sie erhielten im Anschluss den Preis für das beste Kostüm und durften tags darauf im Rosenmontagszug mitlaufen. Mehrfach interpretiert wurden die Kölner Heinzelmännchen, die bekanntlich über Nacht die nötige Arbeit erledigten. Sie standen häufig für ein segensreiches Wirken im Hintergrund und dafür, dass alle zusammenhalten müssen, weil es dann gut werden kann.

Köln ist bunt, im direkten und im übertragenen Sinn. Mir stonn all zesamme. Nochmals unseren herzlichen Dank an Jörg Scheider und seine Frau Melanie, an sein gesamtes Team die beiden Sprecher und den Verein Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums für diesen wunderbaren Karnevalsnachmittag! Im nächsten Jahr singen wir gerne wieder „Da simmer dabei, dat is prima …“

(Carsten Schmeißer)