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Wechselwirkung von Stammzellen mit Netzhautzellen
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Wie transplantierte neurale Stammzellen mit Netzhautzellen interagieren
Forschende des Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles, USA, haben herausgefunden, wie transplantierte neurale Stammzellen mit den Netzhautzellen des Empfängers interagieren, um das Sehvermögen zu erhalten.
Die in „Nature Communications“ veröffentlichten Ergebnisse könnten die zukünftige Forschung in Richtung von Strategien zur Behandlung degenerativer Augenerkrankungen lenken.
„Mithilfe der Einzelzellanalyse konnten wir zeigen, dass neurale Stammzellen das Sehvermögen auf verschiedene Weise schützen können. Unter anderem stellen sie schützende Proteine bereit, einen gesünderen Zustand der Netzhautzellen wieder her, verringern zellulären Stress und erhalten die Netzhautintegrität aufrecht“, erklärte Dr. Clive Svendsen, Geschäftsführer des Board of Governors Regenerative Medicine Institute und Mitautor der Studie.
Modellorganismus: Transplantation neuraler Stammzellen reduzieren Sehverlust
Die Forschenden arbeiten an der Optimierung einer zellbasierten Therapie für Retinitis pigmentosa. Sie transplantierten neurale Stammzellen in die Netzhaut von Laborratten mit Netzhautdegeneration. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Transplantate den Sehverlust bei den Tieren bis zu 180 Tage lang signifikant reduzierten. Das entspricht etwa 20 Jahren beim Menschen.
In dieser Studie untersuchte das Team die Wechselwirkungen zwischen den transplantierten Zellen und den erkrankten Netzhautzellen. Ziel war es die schützenden Wirkungen der neuralen Stammzellen besser zu verstehen.
„Unsere Studie zeigt, dass sich die Wechselwirkung zwischen neuralen Stammzellen und den Netzhautzellen des Wirts im Laufe der Zeit dynamisch verändert“, erklärte Dr. Shaomei Wang, PhD, Professorin für Biomedizinische Wissenschaften und Mitautorin der Studie. „Durch ein besseres Verständnis dieses Prozesses könnten wir in Zukunft wirksamere Ansätze zur Behandlung von Augenerkrankungen entwickeln.“
Derzeit evaluieren die Wissenschaftler den Einsatz von neuralen Stammzellen, die so modifiziert wurden, dass sie in dieser Studie identifizierte schützende Proteine produzieren. Damit verfolgen die Forschenden eine weitere Verbesserung der Umgebung der Netzhaut des Wirtes.
Hintergrund: Neuronale Stammzellen sind im adulten Gehirn in geringer Zahl vorhanden und können sich zu Nervenzellen entwickeln. Sie werden in der Forschung von degenerativen Netzhauterkrankungen eingesetzt, um geschädigte oder verlorene Zellen der Netzhaut zu ersetzen. Die Idee dahinter ist, dass diese Stammzellen sich in verschiedene Zelltypen des Nervensystems verwandeln können – darunter auch solche, die in der Netzhaut eine zentrale Rolle spielen, wie Photorezeptoren.
Warum ist das interessant für die Erforschung von degenerativen Netzhauterkrankungen?
Bei Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa oder der trockenen Form der altersabhängigen Makuladegeneration sterben nach und nach Nervenzellen der Netzhaut ab. Der Körper kann diese Zellen nicht selbst erneuern. Stammzellen könnten hier eine Art „zelluläre Ersatzteillager“ darstellen: Sie könnten theoretisch in die Netzhaut eingebracht werden, sich dort weiterentwickeln und Funktionen übernehmen, die zuvor verloren gegangen sind. Bevor dies Erfolg haben kann, müssen erst Grundlagen erforscht werden, wie in der beschriebenen Forschungsarbeit die Wechselwirkung von neuronalen Stammzellen und den Netzhautzellen.
Quellen:
Cedars-Sinai Medical Center
https://www.cedars-sinai.org/home.html
Shahin S et al. Dynamic transcriptomic remodeling in grafted human neural progenitor cells uncovers mechanisms for vision preservation in a rat model of retinitis pigmentosa. Nat Commun 2026 Mar 6;17(1):2164.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12966429/
biermann-medizin.de vom 19.03.2026
https://biermann-medizin.de/wie-transplantierte-neurale-stammzellen-das-sehvermoegen-erhalten/
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eingestellt von: Julia Hübner
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