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Ergänzung zum Newsletter "Proaktive Therapie mit Dexamethason-Implantat gut wirksam gegen Makulaödem" vom 26.06.2026
Liebe Abonnenten,
bezugnehmend auf den am 26. Juni 2026 erschienenen Newsletter "Proaktive Therapie mit Dexamethason-Implantat gut wirksam gegen Makulaödem" möchten wir Sie auf eine wichtige Ergänzung hinweisen. Diese Ergänzung geschieht auf Anraten unterstützender Wissenschaftler der Pro Retina. Die Ergänzung von Dr. Claus Gehrig finden Sie unten stehend. Danke für Ihr Verständnis.
Ergänzung:
Anmerkungen des Ressort „Diagnose und Therapie“ der PRO RETINA zum Forschungs-Newsletter vom 26.06.2026 mit dem Titel
„Proaktive Therapie mit Dexamethason-Implantat gut wirksam gegen Makulaödem“:
Die Darstellung der Studie war möglicherweise missverständlich, und Patienten, die derzeit behandelt werden, könnten dadurch vielleicht verunsichert werden.
Die dargestellte Studie hat nur die Häufigkeit des Einsatzes des Dexamethason-Implantates untersucht. Es wurde jedoch kein Vergleich zu anderen verfügbaren Medikamenten durchgeführt, darüber hinaus konnten unerwünschte Wirkungen bei Langzeittherapie nicht erfasst werden, da die Studie auf ein Jahr begrenzt war.
Hintergrund:
Gemäß den übereinstimmenden Empfehlungen nationaler und internationaler augenärztlicher Fachgesellschaften stellt die intravitreale Injektionsbehandlung mit Wirkstoffen aus der Gruppe der sog. VEGF-Hemmer (z. B. Lucentis®, Eylea®, Avastin® und zahlreiche andere) die Therapie der ersten Wahl bei der Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ) oder eines Makulaödems im Rahmen eines retinalen Venenverschlusses (RVV) dar.
Dexamethason ist dagegen ein Wirkstoff aus der Gruppe der Glukokortikoide, die umgangssprachlich häufig vereinfacht auch mit dem Überbegriff „Cortison“ bezeichnet werden.
Das in der Studie untersuchte Dexamethason-Implantat ist in der Augenheilkunde seit vielen Jahren ebenfalls in bestimmten Situationen zur Behandlung eines Makulaödems zugelassen. Es stellt aber nach übereinstimmender Ansicht der augenärztlichen Experten wegen seines erhöhten systemischen und lokalen Nebenwirkungsprofils (z. B. beschleunigte Entwicklung einer Cataract, Augendruckerhöhung bis zum behandlungsbedürftigen Glaukom) insbesondere dann eine zu erwägende Alternative dar, wenn VEGF-Hemmer unzureichend wirksam sind oder aus anderen Gründen nicht in Frage kommen.
Bei strikter Beachtung der von den Zulassungsbehörden autorisierten Fachinformation für das Dexamethason-Implantat (Ozurdex®) ist eine Wiederbehandlung eigentlich erst sechs Monate nach der Erstinjektion in Erwägung zu ziehen. Dies widerspricht aber den Erfahrungen der Augenärzte aus dem Versorgungsalltag zur tatsächlichen Wirkdauer.
Vor diesem Hintergrund ist wohl die in dieser Studie untersuchte Fragestellung und das Studiendesign zu verstehen. Dabei kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass ein von ihnen als „proaktive Therapie“ bezeichnete regelmäßige Behandlung alle vier Monate möglich ist.
Wir hoffen, diese Erläuterungen können etwas zur Einordnung der beschriebenen Studienergebnisse beitragen und etwaigen Verunsicherungen bei den Lesern entgegenwirken.
Die Empfehlungen der augenärztlichen Fachgesellschaften, dass eine bedarfsorientierte Injektionsbehandlung mit VEGF-Hemmern die bevorzugte Therapie auch bei diabetischem Makulaödem oder bei einem Makulaödem im Rahmen eines retinalen Venenverschlusses darstellt, wird u. E. durch die Ergebnisse dieser Studie keinesfalls in Frage gestellt.
Ende der Ergänzung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Newsletter-Redaktion
eingestellt von: Rainer Bartels
Klinische Studien
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