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Proaktive Therapie mit Dexamethason-Implantat gut wirksam gegen Makulaödem
Liebe Abonnenten,
typischerweise erfolgt die proaktive Behandlung des diabetischen Makulaödems (DMÖ) und des retinalen Venenverschlusses (RVV) mit VEGF- Inhibitoren. Ein italienisches Forscherteam um Pasquale Viggiano an der Aldo-Moro-Universität in Bari hat dafür nun das Dexamethason-Implantat Ozurdex erfolgreich eingesetzt (British Journal of Ophthalmology 2026; DOI: 10.1136/bjo-2025-328550).Es zeigten sich klinisch signifikante Visusverbesserungen.
Ozurdex ist ein etwa 6 mm langes, biologisch abbaubares Implantat mit einem Durchmesser von 0,46 mm, das nach Injektion in den Glaskörper des Auges über mehrere Monate hinweg langsam das Kortikosteroid freisetzt. Es wird normalerweise erst in den Glaskörper eingebracht, wenn bereits eine Flüssigkeitsansammlung in der zentralen Netzhaut manifest ist.
Die Forschenden schlossen 61 Augen von 61 aufeinanderfolgenden Patienten und Patientinnen (Durchschnittsalter 66 Jahre) mit DMÖ (n = 35) oder RVV (n = 26) in die Studie ein, die bislang noch keine medikamentöse Therapie erhalten hatten.
Unter den Teilnehmenden mit DMÖ waren 19 (54,3 %) zuvor mit einer peripheren Laser-Photokoagulation und unter den Personen mit RVV 7 (26,9 %) zuvor mit einer sektoralen Laser-Photokoagulation behandelt worden.
Alle Patientinnen und Patienten behandelte das Team mit dem Dexamethason-Implantat nach einem proaktiven Schema, bei dem die Injektionen zu Beginn im Abstand von 4 Monaten erfolgten. Dieser Abstand konnte je nach anatomischem Ansprechen angepasst werden, um ein Wiederauftreten des Makulaödems zu verhindern.
Die durchschnittliche bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) verbesserte sich bei den behandelten Personen signifikant von 51,9 ETDRS-Buchstaben zu Studienbeginn auf 54,3 Buchstaben im 4. Monat, 55,2 Buchstaben im 8. Monat und 57,8 Buchstaben im 12. Monat. Der mittlere Visusgewinn betrug im 12. Monat +5,9 Buchstaben, was einer Verbesserung von 11,4 % gegenüber dem Ausgangswert entspricht.
Was die Ätiologie des Makulaödems betraf, zeigten sowohl die DMÖ als auch die RVÖ-Gruppe eine signifikante Verbesserung des Sehvermögens. Die Personen mit DMÖ verzeichneten im 12. Monat einen Zuwachs von +6,5, während sich der Visus in der RVÖ-Gruppe im Schnitt um +5,1 verbesserte.
Dieser funktionellen Verbesserung entsprach eine morphologische Verbesserung: Die durchschnittliche zentrale Subfelddicke der Netzhaut (CST) sank signifikant von 549,5 µm zu Studienbeginn auf 477,4 µm im 4. Monat, 459,7 µm im 8. Monat und 388,0 µm im 12. Monat. Damit lag nach einem Jahr ein Rückgang von 29,4 % gegenüber dem Ausgangswert vor. Die CST gilt als ein Marker für das Vorliegen von Flüssigkeit in der Netzhaut.
Diese Ergebnisse sprechen nach Einschätzung der Forschenden für die Anwendung proaktiver statt reaktiver Behandlungsstrategien mit Dexamethason-Implantaten, sodass irreversible Netzhautschäden durch wiederholte Ödemzyklen möglicherweise verhindert werden können. Auch vereinfache der vorhersehbare Dosierungsplan in Abständen von 4 Monaten die Praxisorganisation
Dieser regelmäßige Zeitplan erleichtert eine bessere Krankheitsüberwachung, die frühzeitige Erkennung möglicher Nebenwirkungen und eine verbesserte Therapietreue der Patientinnen und Patienten. Die geringere Belastung der Praxen durch weniger Notfallbesuche aufgrund eines erneuten Auftretens von Ödemen stellt einen zusätzlichen Vorteil sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesundheitssysteme dar.“
Quellen:
Britisch Journal of Ophthalmology
aerzteblatt.de vom 24.06.2026
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Newsletter-Redaktion
eingestellt von: Rainer Bartels
Klinische Studien
Dies ist eine kurze Zusammenfassung von Abläufen von klinischen Studien und Marktzulassung von Therapien (Medikamenten oder der Kostenübernahme durch die Krankenkassen).
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