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Die Gruppe am Elbufer bei einem Ankerring
Die Gruppe am Elbufer bei einem Ankerring
Oberhalb der Gedenkstätte mit Blick auf die Altstadt
Oberhalb der Gedenkstätte mit Blick auf die Altstadt
Mit Gästeführer Anna-Thilo am ehemaligen Güterbahnhof
Mit Gästeführer Anna-Thilo am ehemaligen Güterbahnhof

Mitglieder der Regionalgruppe Dresden nutzten das frühlingshafte Wetter im April und nahmen an einer inklusiven Stadtbegehung von Gästeführer Anna-Thilo Schmalfeld von "dresden sehen" teil. 

Mit allen Sinnen - hören, riechen, fühlen und sehen - ging der erste Teil der Strecke am Königsufer entlang. Die Struktur von Steinmauern und Ankerringen wurde ertastet, Straßenmusik gehört und der Geruch der Elbe auf dem freiliegenden Kiesbett wahrgenommen. 

Thema des ersten Teils der Begehung waren die Hintergründe der städtebaulichen Gestaltung dieses Uferabschnitts. Er wurde hauptsächlich in den 30er Jahren während der NS-Zeit gestaltet. Das war überraschend für viele, denn an den entsprechenden Orten findet man weder Tafeln noch andere Hinweise darauf. Zum Beispiel wurden die breiten Steintreppen unterhalb des Finanzministeriums, die heute die Filmnächte am Elbufer beherbergen, für Propagandaveranstaltungen der NSDAP erbaut.

Ein Stück weiter elbabwärts erkundeten wir eine ehemalige Gedenkstätte für politische Opfer der NS-Diktatur aus Dresden. Hier ließ Lydia vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen melancholisch ihre Klarinette ertönen.

Nach einer Mittagspause im Café des japanischen Palais führte unser Weg zum ehemaligen Neustädter Güterbahnhof. Auf dem Weg dahin hielt die Gruppe am verwilderten Grundstück des ehemaligen Hotel Coburg. Hier erfuhren wir von der berührenden Geschichte der jüdischen Familie Bialaschewsky, in deren Besitz das Hotel einst war und die auf dem Grundstück einen erfolgreichen Pferdehandel betrieb. Auch an dieser Stelle zitierte Gästeführer Anna-Thilo ausgewählte Gedichte. 

So auch am ehemaligen Güterbahnhof am Anfang der Leipziger Straße, der vor allem zwischen 1940 und 1942 Schauplatz tragischer Ereignisse war. Wir bedanken uns bei Anna Thilo für die interessanten und neuen Einblicke in einen Teil der Dresdner Geschichte und die vielfältigen Anregungen zum Hören, Riechen, Tasten und Sehen.

Wer an den inklusiven Stadtbegehungen, die es zu verschiedenen Themenbereichen gibt, Interesse hat, kann sich mit einer kurzen Mitteilung an kontakt@dresden-sehen.de anmelden und bekommt dann Informationen zu den Veranstaltungen.

Von Katy Reuß

Fotos: Charlotte Knobba, Katy Reuß