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Für Ihr Treffen im Juli hatte sich die Regionalgruppe Leipzig wieder einmal Besuch eingeladen. Und dabei war es diesmal ein bisschen, als hätten wir ein Schwerpunktthema der Retina aktuell 180 vorausgesehen. Unser Gast war Frau Ulrike Schade, vom Sächsischen Rehanetz- Büro Leipzig. Frau Schade ist Rehabilitationslehrerin für Blinde und Sehbehinderte und unterrichtet somit im erweiterten Leipziger Raum entsprechend Betroffene zu den beiden wichtigen Themen Orientierung und Mobilität (O&M) sowie die Lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF). Letztere bilden eigentlich den Unterichtungsschwerpunkt, hier hatte auch unsere Regionalgruppe die Bedeutung gegenüber O&M unterschätzt. Ich sage ehrlich, dass ich vor unserem Gruppentreffen das besondere Berufsbild des Rehabilitationslehrers noch nicht kannte, entsprechend interessant waren für uns die Darlegungen von Frau Schade. Obwohl deren Hilfe für die Betroffenen von großer Bedeutung ist, gibt es nicht viele und damit insgesamt zu wenig Rehabilitationslehrer. Frau Schade erläuterte zunächst, dass die LPF im Gegensatz zu O&M (noch) nicht iim Hilfsmittelkatalog der Krankenkassen enthalten sei. Dennoch lautete ihre Empfehlung, immer zuerst die Krankenkassen zwecks Rezept anzusprechen. Bei Ablehnung sei diese dann nämlich in der Pflicht, andere mögliche Maßnahmeträger in das Verfahren einzubeziehen. Natürlich kann man die Leistung auch als Selbstzahler in Anpruch nehmen, was bei wenigen Einzelstunden zu betimmten Themen durchaus sinnvoll ist. Bei der LPF Schulung kann der Rehabilitationslehrer also auch auf spezielle Lebensumstände und Fragen der Betroffenen eingehen, da der konkrete Bedarf an LPF eben nicht für jeden inhaltlich gleich ist. Zum Erfolg der Schulung gehören deshalb sowohl die Erfahrung und Einfühlsamkeit des Rehabilitationslehrers, aber auch der Wille des Betroffenen, bestimmte Dinge des Alltags "anders" als bisher durchzuführen. Zur Anschauung und zum Abschluss des Gruppentreffens hatte Frau Schade noch verschiedene Spitzen für den Langstock mitgebracht, die gerne von einigen Gruppenmitgliedern ausprobiert wurden. Wir möchten uns recht herzlich bei Frau Schade bedanken, die an diesem Samstag Zeit für uns gefunden und mit Ihren Ausführungen das Gruppentreffen interessant gestaltet hatte.

Text: K. Ulbricht